Review Theatre of War 2
Mrz 4th, 2010 | By Andreas_Rassele | Category: PC, Reviews PCWie der Titel unschwer erkennen lässt verschlägt es uns in diesem Echtzeit-Strategie-Spiel nach Afrika, wo wir 2. Weltkrieg-Schlachten zwischen Deutschland, England und den USA ausfechten. Wer jetzt schon an Company of Heroes denkt, wird sich aber arg wundern. Denn abgesehen von der Thematik unterscheiden sich die Spiele deutlich, und das wird man spätestens nach dem ersten Scheitern feststellen.
Realismus in Perfektion
Tutorials überspringt man meist gerne und stürzt sich sofort ins Spiel. Von Theater of War 2 wird man dann gleich in der ersten Mission auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das Spielt macht es einem nicht so einfach: Mal so eben mit ein paar Truppen losmarschieren führt hier kaum zu Erfolg. Das Tutorial sollte sich also jeder zu Gemüte führen, außer er hat schon den Vorgänger gespielt.
Unter anderem Reichweiten, Fähigkeiten der Einheiten, Nachladezeiten sind hier realistisch nachempfunden. So darf man sich beispielsweise nicht wundern warum einem seine Truppen um die Ohren fliegen, obwohl man gar keinen Gegner gesehen hat: Die Waffenreichweite des Gegners war wohl einfach größer als die Sichtweise der eigenen Truppen.
Motivation vs. Frustration
Durch diesen hohen Grad an Realismus muss der Spieler enorm viele taktische Aspekte berücksichtigen, was für den einen Fordernd ist, stößt beim Anderen aber teilweise an die Leistungsgrenze. So bekommt man beispielsweise schon in den ersten Missionen an die 50 Einheiten unterstellt. Zumal man auch noch an verschieden Orten agiert kann man da leicht die Übersicht verlieren. Das wichtigste Hilfsmittel ist hierbei das Pausieren und Verlangsamen des Spiels.
Trotzdem ist es eine wahre Herausforderung alles zu Kontrollieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ein Segen ist hierbei auch die gute KI der eigenen Einheiten, denn sie reagieren auch im Notfall ohne Anweisungen relativ vernünftig.
Wenn man sich mal zu Recht gefunden hat ist der Single-Player Part dann auch relativ rasch zu Ende. Auch wenn es einen Multiplayer-Modus gibt könnte es durchaus mehr Missionen geben. Zu mindestens ist ein Missionen-Editor enthalten der da für Nachschub sorgen kann.
Grafikqualität vs. Performance
Die Grafik lässt sich sehen, geht aber sehr auf Kosten der Performance. Für ein Strategiespiel ist es bezogen auf die Hardwareanforderungen sehr anspruchsvoll (Empfohlen sind: Intel Core 2 Duo E8400, 4GB Ram, nVidia GeForce 6600).
Dafür kann man aber bis ins kleinste Detail zoomen und die Infanterieeinheiten und Panzer sehen auch bei naher Betrachtung klasse aus. Die Wüstenkarten sind teilweise sehr karg gestaltet; das liegt aber wahrscheinlich auch an derer Natur.
Wer nicht die nötige Hardware hat wird aber von der guten Grafik wenig zu sehen bekommen, denn bei niedrigen und mittleren Grafikeinstellungen ist die Optik alles andere als beeindruckend.
Wochenendstratege vs. Profi
Die einen werden vor allem am Anfang heillos überfordert sein, die Anderen hingeben werde es lieben. Weil heute zunehmend nur mehr versucht wird massentaugliche Spiele auf den Markt zu bringen, ist ToW2 für erfahrene Spieler eine willkommene Abwechslung. Die hohe Komplexität ist zum einen die größte Schwäche des Spiels, auf der anderen Seite aber auch die Stärke. Je nachdem aus welcher Zielgruppenperspektive man es betrachtet. Nichtsdestotrotz muss man aber auch sagen, dass andere Spiele hier schon einen besseren Kompromiss gefunden haben (z.B. durch leichte Einstiegsmissionen).
Fazit: Eine allgemeingültige Wertung ist hier unmöglich zu finden und so lege ich jedem die verfügbare Demoversion ans Herz. Wer sich ein Company of Heroes mit noch mehr taktischen Tiefgang wünschst, der ist bei diesem Spiel hier richtig. Die geringe Anzahl an Missionen und die schlechte Grafikperformance haben eine höhere Wertung leider verhindert.








