Paradigmenwechsel oder Weiterentwicklung? Wenige Titel polarisierten so sehr wie Motorstorm.
Hinz fand die Spielmechanik und den Adrenalin Kick bei spannenden Kämpfen genial und lebte liebte dieses Produkt, Kunz jedoch Biss frustriert in den Controller, da der Schwierig-keitsgrad in höheren Gefilden jeden Fahrfehler gnadenlos bestrafte.
…und auch bei Motorstorm Pacific Rift las man erst Skepsis, ob das Robinson Crusoe Eiland als stete Weiterentwicklung die Anhängerschaft vergrößert oder nur als Frustrationstoleranzoase für Grobmotoriker taugt.
Pacific Rift teilt sich in 4 Bereiche, die thematisch unterschiedlichen Regionen des Eilandes zugeordnet sind.
Die Fire Zone liegt inmitten von Lavafeldern, über den Wolken begegnet man der Air Zone die von unwegsamen Dschungel Strecken der Earth Zone abgelöst wird und die karibischen Strände der Meeresküste (Water Zone) komplettieren das Inselidylle. Die Fahrzeugklassen reichen von Motorrädern bis zu Monstertrucks und bieten Abwechslung für alle Geschmäcker.
Die Analogie zum Festival im ersten Teil finde ich charmant eingebunden, genauso gut wie die Erzählstimme, die mich an heiße Zweikämpfe „anno 2007“ erinnert.
Grafikzone
Der Titel sieht fantastisch aus, könnte man noch über verwaschene Bodentexturen maulen, sind Vegetation und Fahrerfeld mit viel Liebe zum Detail gezeichnet.
Aus der Cockpit Perspektive verschlägt es einem erstmal die Sprache. Wer hier nicht wenigstens aus der Stille applaudiert dem sei der Optiker in der Nähe, respektive ein objektiver Blick empfohlen.
Alles so schön bunt hier und spätestens im Fotomodus klappt der Kiefer auf die Schnellstraße.
Klangzone
Meine Crux ist der Soundtrack.
Wie im ersten Teil werden meine Ohren mit Schwermetall-Klängen befeuert, die zwar laut, aber dumpf und monoton sind. Auch eine präzisere direktionalere Surround-Abmischung hätten diesem Feuerwerk der Grafik-Sinne als Gesamtkonzept besser gestanden.
Die Sound/FX wiederum sind gut gelungen und unterstützen das hektische Treiben um die vordersten Platzierungen.
Spielzone
…Defibrillierung erfolgreich..
Wer hier am Steuer einschläft, ist schon in Walhalla oder nicht mehr zu helfen. Popcorn-Gaming aka Stresskick der nicht zum schummrigen Lullaby verkommt und einen auch noch kurze Zeit später am einschlafen hindert.
Frustrierende Momente können in höheren Schwierigkeitsgraden attestiert werden, jedoch in Zeiten von Händchen-halten-Gameplay, ist solch -alter frischer- Fahrtwind unabdingbar. Das eigene Gefährt steuert sich klasse, selten schwammig und für jede Strecke existiert der optimale Fahrzeugtyp nach eigenem Gusto.
Knutschzone
Gordischer Knoten 2-Spieler-Modus!
Eine Seltenheit und ein großes Kompliment verdient der Splitscreen Modus. Warum der aktuelle Zeitgeist diese Mehrspieleroption aus zahlreichen Spielen verbannt und nur Online Freunde auf einen spannenden Zweikampf einlädt, will mir nicht in den Sinn.
Schön das Sony ein Herz für reale Freunde von Freunden hat, die sich an einem gemütlichen Abend einige Ründchen Face_to_Face-Wettstreit gönnen dürfen.
Knautschzone
Nie genoss ich Auffahrunfälle mehr als im Motorstorm Universum. Wurde mir schon warm ums Herz beim ersten Teil, so verwandle ich mich im Fotomodus zum Paparazzi Attentäter. Wenn sich Bremsscheibe, Federung Reifen, Aufhängung oder Schrauben verflüchtigten, lacht mein gehässiges Herz sogar beim eigenen Fahrer.
Wertungszone
Der König ist tot, es lebe der König.
Pacific Rift macht fast alles richtig und ist der gewünschte Stressmarathon für seine Fan-Gemeinschaft.
Durch die thematisch unterschiedliche Ausrichtung zum ersten Teil, ergänzen sich beide und können gemeinsam im eigenen Portfolio verweilen. Pacific Rrift ist künstlich zugeführtes Adrenalin in Reinkultur. Wer beim Pitstop anstatt Schäfchen, Zehntelsekunde zählen möchte, ist hier goldrichtig.
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