
Quo vadis Activision?
Als Imperator eines mächtigen Stammes ist das Leben zuweilen mühsam.
Das domestizierte Volk wird mit plumpem repetitivem Brot und Spiel gemästet und die Aristokratie langweilt sich bei Geflügel und Trauben. Jedoch nur solange, bis die Maskerade hinter der „Blauen Wand“ fällt und die Trottel in der ersten Reihe beseelt von neuer Spannung sind. Da kann dann auch Rom zuweilen mal brennen.
Vielleicht sind auch folgende Gedankengänge im großen Bohei der Chefetage:
„Arroganz hat noch keinem geschadet“ = „doch“ – „hat“ – „häufig“:
Nintendo drängelte ins Rampenlicht und mit Final Fantasy VII wieder raus. Versagte dem Add-on Lieferanten Sony die Freundschaft und verlor so sicher geglaubtes Terrain.
Electronic Arts versank voll Selbstverliebtheit im Rausch des Nachfolgers vom Nachfolger dessen Nachfolger und merkte in der ganzen Legebatterienproduktion nie, dass der Kunde schon längst von Tze-Tze Fliegen zerstochen, am Rand der Selbstinszenierung eines ehemals frischen Vermarkters lag.
Sony schoss jedoch den Adler ab und präsentierte ein Desaster an Ankündigungen, Verkündigungen und Verschiebungen einer Plattform und dessen „1080p ist Next Gen“ Gelaber. Eine Konsole, die zwar vermeintlich Raketen steuern könne, als Multiplattform-Tarifpartner jedoch immer noch die Blechmedaille erhält, bis jetzt.
Quo vadis Activision?
Wer das Nadelöhr nicht mehr sieht, fischt im Dunkel des Himmels und der Blick gen Boden voll Überheblichkeit nicht mehr gelingt. Aber Activision traut man so einiges zu und Grenzerfahrungen gelängen ja nie im Ohrensessel bei Mate-Tee. Also wird schwadroniert als ob es kein Morgen gäbe und High Tech Propaganda lanciert.
Sogar die Chefetage „verweigert“ den Produzenten Spaß an der Freud und sieht in fehlendem Enthusiasmus – Begeisterung?!?
Verspricht dann im ganz großen Stil eine „UNCUT“ Version von Modern Warfare 2 fürs Handtuchreservier-Volk und on top als Mocachino Sahnehäubchen einer fantastilliarden Klage, falls man dieses Ausnahmeprodukt vor dem Streetday vertickt.
Leider fällt der Vorhang verfrüht und durch das Netzwerk des Internets geistert die Bedrohung eines Schnittes an Achilles’ Verse „kein Töten von Unschuldigen in der Holzfällerklasse“, wie schade, da wäre man dann doch lieber der Knecht eines Monarchen mit Segelohren.
Nonchalant obsiegt die Eloquenz des Produktberaters und die brillante Antwort aufs schlechte Gewissen lautet „Wir sehen das gar nicht als Schnitt“; ja ne is klar.
Wenn der Mallorca Bomber aus Frankfurt erst im Kongo stoppt und die Sangria Vollpfosten 12 Stunden später am Ballermann 6 landen, sieht die Fluglinie dies ja auch nicht als Schullandheimverschickungs-Quickie.
Quo vadis Activision?
Eure Brands sind stark und Ihr werdet natürlich alles richtig machen, werdet aus den vermeintlichen Fehlern vergangener Zeiten eurer Kontrahenten lernen und Euch noch besser am Markt positionieren.
Jedoch folgte auch Nicole der Realsatire, nachdem der „Kleine Freund doch zu hoch flog“ und Ende Gelände im Rampenlicht war. Da könnt Ihr noch solange mit den Armen in der Luft wedeln und mit Aufwind rechnen, hier scheiterten sogar die Brüder Wright und jedweder Husarenritt bliebe ohne technische Hilfsmittel erfolglos.
Der schmale Grad des goldenen Activision Reiters, könnte eventuell-möglicherweise -tendenziell, eine Bauchlandung aus 100 Meter Höhe in knietiefes Gewässer sein und das wünscht sich doch niemand, auch wenn es ein prima Werbegag wäre.
Eins jedoch habt Ihr geschafft und dafür sei ein Loblied angestimmt.
Meine Vorfreude war groß und mit der selbigen Größe bin jetzt übers Endprodukt gelangweilt!
Gilbert Stramm
