Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten – Review

Die Welt von „Das Schwarze Auge“ bietet zahllose Möglichkeiten, spannende Abenteuer in ihr zu platzieren. Bisher geschah dies am Computer auch schon recht erfolgreich in Form von Rollenspielen. Nun wagt Daedalic Entertainment den Schritt, ein reines Adventure in der DSA-Welt zu platzieren. Ob dies gelungen ist, oder ob „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ ein Adventure wie jedes andere ist, verraten euch die folgenden Zeilen.

Die Adventures von Daedalic sind dafür bekannt, witzige Storys in teilweise abgedrehten Umgebungen zu bieten. Ob nun mit dem Stoffhasen Harvey im Irrenhaus, oder mit Rufus in einer Müllwelt namens Deponia, für Lacher war in den Abenteuern des Hamburger Publishers immer gesorgt. Kann man solch ein Spiel dann in die DSA-Welt implementieren. Scheinbar ja, denn das, was ich in der vorliegenden Review-Version spielen durfte, machte nicht nur Spaß, sondern auch Lust auf mehr – mehr Adventures in der DSA-Welt!

In „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ schlüpft ihr in die Haut von Geron. Geron ist ein Tollpatsch, der auch genau diesen Ruf bei seinen Mitmenschen weg hat. Alles macht er kaputt, nichts kann er richtig, keinem kann er es Recht machen. Dies wird nochmals verstärkt, da er einen „Zerstörungszauber“ beherrscht. Gut, mit diesem kann er nur Dinge aus z.B. Glas oder Ton in Scherben zerfallen lassen, mehr nicht, aber auch dadurch ging schon einiges zu Bruch. Genau dieser Geron nimmt an der Eichblatt-Queste des Königs teil. Dieser hat einigen jungen Burschen die Aufgabe gegeben, Eichenblätter zu suchen. Insgesamt vier einer bestimmten Sorte muss jeder finden, will er als Sieger dieser Quests hervorgehen.

Das Spiel startet und Geron hat sofort einigen Ärger am Hals. Er wird von Olgierd und Ulfried schikaniert. Olgierd nimmt ebenfalls an der Queste teil und hat seinem eher dümmlichen, dafür starken Freund Ulfried auf Geron gehetzt. Dieser drückt ihn nun in einen Schweinetrog, um ihm eines seiner Eichenblätter abzunehmen. Hiermit will Olgierd verhindern, dass Geron als Sieger aus der Queste hervorgehen kann, was natürlich Olgierds Chancen erhöht. So zieht ihr nach einiger Zeit den Kürzeren, ein Eichenblatt wird euch gestohlen und ihr werdet mit den ersten Rätseln konfrontiert.

Der Anfang von „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ spielt in der kleinen Stadt Andergast. Diese Stadt ist nicht wirklich wegen ihres Fortschritts bekannt, denn hiervon ist nichts zu sehen. Schweine laufen frei herum, gepflasterte Straßen gibt es nicht und auch sonst hat das Städtchen nichts zu bieten, was Reisende anlocken könnte. Nun jedoch wartet der König auf hohen Staatsbesuch, hat jedoch ausgerechnet jetzt ein Krähenproblem. Nachdem ihr mit Geron die ersten Rätsel gelöst habt, wird dieses Problem auf euch übertragen und ist nur der Anfang, einer langen und merkwürdigen Reise, auf der ihr auf Feen, Orks, Kobolde und einen Seher trefft, der direkt mit eurem Schicksal verknüpft ist. Warum? Das erfahrt ihr in den vielen Zwischensequenzen, die die Story von „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ vorantreiben.

Gewarnt seien jedoch an dieser Stelle alle die, die von „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ wieder ein Adventure erwarten, welches nur vor Witz sprüht. „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ hat nämlich auch seine dunklen Momente. Wer z.B. bisher der Meinung war, in einem Adventure stirbt nie jemand, der wird in diesem Titel eines besseren belehrt. Zwar gilt dies nicht für die Hauptfiguren, aber im Verlaufe des Spiels wird mehr als ein Charakter seinen Auftritt mit dem virtuellen Leben bezahlen…

Die einzelnen Szenen des Spiels – über 70 – sind allesamt sehr liebevoll gezeichnet, eben so, wie man es aus dem Hause Daedalic erwartet. Wie man es aus Point’n’Click-Adventures gewohnt ist, sucht man die einzelnen Szenen nach Objekten ab, steckt einige davon ins Inventar, kann mit anderen interagieren und natürlich mit den Personen, auf die man trifft, reden. Diese Gespräche sind zum einen für die Story wichtig, zum anderen auch für die ein oder andere Aufgabe, die man im Spielverlauf lösen darf. Die Rätsel sind hierbei alle recht logisch aufgebaut, auch wenn man schnell übersieht, dass man einfach ein Objekt im Inventar untersuchen muss, um der Lösung einen Schritt näher zu kommen. So gilt es, Gegenstände zu kombinieren, Karten richtig zu lesen und Orks zu vertreiben.

All dies spielt in der DSA-Welt, welche sehr schön in Szene gesetzt wird. Wer sich ein wenig in der DSA-Welt auskennt, wird auf viele bekannte Stadtnamen stoßen, Lieder werden geläufig sein und auch sonstige DSA-Eigenschaften wird man wiederfinden. Natürlich kann man „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ auch spielen, wenn man sich überhaupt nicht in der DSA-Welt auskennt, wird dann jedoch die ein oder andere Anspielung verpassen, mit der DSA-Fans sofort etwas anfangen können.

 

Nach kurzer Spielzeit wird sich die Fee Nuridarinellavanda dem tollpatschigen Helden anschließen, denn um sie geht es weitestgehend. Während Geron (wie erwähnt) über einen kleinen Zerstörungszauber verfügt, kann Nuri ab und an Gegenstände reparieren. Nuri wird von einem Seher gejagt, der sie töten will. Dies will Geron mit aller Macht verhindern und im Laufe des Abenteuers wird man einige Prüfungen bestehen müssen, um dem Seher zu entwischen. Die Geschichte wird zwischendurch immer wieder von sehr schönen Zwischensequenzen vorangetrieben. Hier setzt man auf eine Art teilanimierte Kohlezeichnung, die bildlich das zeigt, was der Sprecher dem Spieler gerade erzählt. Mir persönlich gefallen diese Zwischensequenzen sehr gut, da sie die Story schön erzählen, ohne durch pompöse Aufmachung von ihr abzulenken.

Ansonsten sind die Spielszenen sehr schön gezeichnet, was auch für die Charaktere gilt. Auch die Sprecher wurden wieder einmal sehr gut gewählt und bringen viel Atmosphäre ins Spiel. Lediglich die Tatsache, dass die Charaktere nicht lippensynchron zum gesprochenen Text animiert sind, könnte man als Negativpunkt aufführen. Allerdings stört dies nicht wirklich, dafür sind Story und Aufmachung viel zu stimmig. Gleiches gilt ebenfalls für die Hintergrundmusik, die sehr schön ist. Wer sich früh genug die Erstauflage des Spiels gesichert hat, bekommt diese zusätzlich als Soundtrack zum Spiel hinzu und kann somit auch außerhalb des Spiels dem musikalischen Hochgenuss von „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ fröhnen!

 

Damit „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ auch Adventure-Profis etwas zu bieten hat, gibt es zwei Schwierigkeitsgrade. Einmal den, in dem alle Hilfefunktionen aktiviert sind und einmal einen, in dem sie es eben nicht sind. Allerdings darf man auch nachträglich Funktionen wie die Hot-Spot-Anzeige oder die Item-Hilfe aktivieren. Mit letzterer wird beispielsweise angezeigt, welches Item womit kombiniert werden soll, da dies dann durch einen weißen Schimmer unterlegt wird. Wer die Hot-Spots aktiviert, wird nun per Druck auf die Leertaste alle Objekte, Gesprächspartner und Ausgänge in der jeweiligen Szene präsentiert bekommen.
Wer dies nicht möchte, sucht einfach per Maus den Bildschirm ab, eben so, wie man es aus anderen Point’n’Click-Adventures gewohnt ist.

 

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten – Fazit

„Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ ist eine mehr als runde Sache. Der Ausflug in die DSA-Welt ist sehr gut gelungen, die Hauptprotagonisten liegen dem Spieler recht schnell am Herz und die Story sorgt dafür, dass man in der Spielzeit von 15-20 Stunden sehr gut unterhalten wird. Die Steuerung ist genretypisch, per Maus lässt sich quasi das gesamte Spiel steuern. Optisch ist „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ ein richtiger Leckerbissen und präsentiert neben hübschen Spielfiguren auch wunderschöne Landschaften, die zum Verweilen anregen. Und auch der Sound und die Hintergrundmusik passen zum restlichen Bild. Der Soundtrack wäre jedes Rollenspiels würdig, die Spielgeräusche sind immer passend und die Sprecher bringen noch den Rest Atmosphäre ins Spiel. Wer sich in der DSA-Welt auskennt, oder wer Point and Click Adventures mag, darf „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“ nicht im Regal stehen lassen. Aber auch andere sollten einen Ausflug in das Adventure-Genre wagen und sich mit Geron auf die Reise in die DSA-Welt begeben. Ich spreche hiermit eine ganz klare Kaufempfehlung aus und hoffe, noch weitere Adventures im DSA-Setting von Daedalic Entertainment spielen zu dürfen!

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