Face Noir – Review

By | 8 August, 2012
Face Noir - Review, 10.0 out of 10 based on 1 rating

Am 24. Oktober 1929 bricht der sogenannte Schwarze Donnerstag über die Vereinigten Staaten von Amerika herein. Als in den 30er Jahren durch die Weltwirtschaftskrise auch in Amerika die Große Depression beginnt, interessieren bisher hochgelobte Werte kaum noch jemanden. Selbst der Glaube an Gott geht verloren, der amerikanische Traum zerbricht in nur wenigen Monaten.
Korruption und Bestechlichkeit hingegen kommen groß in Mode, keinem kann man mehr trauen…

 

Eben diesen Zeitraum der 30er Jahre und der Großen Depression findet man im Adventure „Face Noir“ wieder. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Jack Del Nero, seines Zeichens Privatdetektiv. Daedalic bringt das Erstlingswerk des italienischen Studios Mad Orange in den deutschen Handel. Natürlich in deutscher Sprache und voll synchronisiert.

Könnt ihr Jack Del Nero helfen, seinen Fall zu lösen?

Wie in Adventures gewohnt, steuert man auch „Face Noir“ fast ausschließlich mit der Maus. Nur HotSpots werden per Tastendruck auf F1 angezeigt. Verzichtet man auf diese, kann man die Tastatur bei den 15-20 Stunden Spielzeit quasi zur Seite legen.
Diesen Zeitraum darf man bei „Face Noir“ einplanen, wenn man sich wirklich alle Objekte und Orte genau anschaut. Jedoch muss man nicht alles untersuchen, um das Spiel erfolgreich durchzuspielen.

Mit Linksklick untersucht man Objekte und Personen, bzw. schaut sich diese hierdurch an. Mit Rechtsklick ändert man die Option, die man per Linksklick dann aktiviert. So können z.B. Objekte benutzt oder mit den Personen gesprochen werden. Dies wird durch ein entsprechendes Icon angezeigt, welches je nach möglicher Funktion den Mauszeiger ersetzt.
Wie gewohnt, laufen Gespräche so ab, dass ihr mehrere Antworten oder Fragen angezeigt bekommt. Meist kann man diese in beliebiger Reihenfolge durcharbeiten, natürlich bringen bestimmte Gesprächsoptionen weitere Antworten ans Tageslicht. Auch kann es vorkommen, dass man Objekte aus dem Inventar auf anderen Personen anwenden muss. So ist es z.B. hilfreich, einem Portier ein wenig Geld zuzustecken, um diesen zum Reden zu bewegen.

 

Die Schauplätze in „Face Noir“ sind allesamt recht düster gehalten, was jedoch für reichlich Atmosphäre sorgt. Nebelschwaden und Regengüsse tauchen die in Grau- und Brauntöne gehaltene Umgebung in einen noch finstereren Look, welcher das Gangsterszenario wunderbar widerspiegelt.
Hier und da sorgen Laternen dafür, dass Straßenteile in helles Licht getaucht werden, ab und zu flackern Neonreklamen an Gebäuden auf, oder aber vor einem Theater ist das Programm an einer Leuchttafel angeschlagen.
Führt man Gespräche mit anderen Personen, wechselt die Optik in eine Nahaufnahme des jeweiligen Gesprächpartners, oder zeigt Jack an, sollte dieser gerade „an der Reihe“ sein. Wie in den meisten anderen Adventures, darf man leider auch in „Face Noir“ keine Lippensynchronität in den Gesprächen erwarten.

 

Der Spannungsbogen der Story steigt im gesamten Spielverlauf sehr schön an, was nicht selten dafür sorgt, dass man eigentlich eine Pause einlegen will, dann aber doch noch eine Stunde vor dem Rechner sitzt. Zu Beginn nimmt Jack Del Nero nur einen sehr einfachen Auftrag an. Es gilt, die verschwundene Tochter des Auftraggebers ausfindig zu machen und dies mit einem Foto zu beweisen. Doch ehe man sich versieht, steckt man in einem wahren Sumpf aus Mord, Gewalt und Korruption. Immer bedacht, den eigenen Kopf nur so weit in die Schlinge zu halten, dass man ihn aus eben dieser noch rechtzeitig herausziehen kann.
Sehr schön dabei ist, dass man keinem linearen Spielverlauf folgen muß, sondern recht oft frei entscheiden darf, welchem Rätsel man nun nachgehen will. Natürlich darf man bestimmte Orte nur dann betreten, wenn man hierfür wichtige Aufgaben bereits gelöst hat.

Viel zu entdecken gibt es quasi in jeder Szene des Spiels. Drückt man die HotSpot-Anzeige, wird man ab und zu so mit roten Kringeln überschüttet, dass man gar nicht weiß, was man nun untersuchen sollte, bzw. muss. Ab und an wird es dadurch ein wenig unübersichtlich, zumal nicht alle per HotSpot angezeigten Objekte oder Orte untersucht werden müssen.
Viele Objekte kann man nämlich links liegen lassen, da sie für die Lösung des Spiels nicht relevant sind. Allerdings verpasst man dann auch die Kommentare, die Jack zu allem auf Lager hat. Jedoch wiederholen sich diese, wenn man ähnliche Objekte untersucht. Schaut man sich z.B. in den ersten Szenen alle Bilder an, die an den Wänden hängen, wird Jack dies mit dem gleichen Spruch abfertigen.

 

Gegenstände können oft eingesammelt werden und finden sich dann in Jacks Inventar wieder. Im Gegensatz zu anderen Adventures, kann man diese in „Face Noir“ jedoch nicht miteinander kombinieren. Dies kann man nur mit anderen Objekten oder Personen, welche in den einzelnen Szenen zu finden sind. Leider hat man keinen Schnellzugriff am oberen oder unteren Bildschirmrand, so muss man immer das komplette Inventar aufrufen. Dort dann mit Rechtsklick die gewünschte Funktion wählen, den gewünschten Gegenstand mit Linksklick aktivieren und dadurch in die eigentliche Spielszene bringen. Das hält gelegentlich auf, da man ja auch nicht wissen kann, welches Item womit kombinierbar ist.
Dieses Kombinieren ist natürlich nur ein kleiner Teil, wie man im Spiel voran kommt. Mal müssen Schalter gedreht werden, ein anderes Mal muss man mit einem Satz Dietrichen Schlösser knacken oder Dinge verschieben. Viele abwechslungsreiche Rätsel warten im Verlauf des Spiels auf euch.

 

Auch die musikalische Untermalung passt wunderbar in das 30er Jahre-Setting. Ein eigens komponierter Jazzmusik-Soundtrack wartet hier auf den Spieler. Gut, Jazz ist nicht jedermanns Sache, aber die Musikstücke passen trotzdem sehr gut zum Spiel. Auch die übrigen Spielgeräusche fügen sich sehr gut ins Spiel ein. Die Sprachausgabe ist sehr gut gelungen und die deutschen Sprecher bringen noch einige Atmosphäre ins Game.

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