Gravity Rush – Review

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Mit der PlayStation Vita ist leider genau das passiert, wovor jeder bei Sony Angst hatte: Nach einem hervorragenden Launch-LineUp, blieb die erhoffte Spielflut aus und nur spärlich fand neue Software ihren Weg auf Sonys Wunderkiste. Schaut man sich das nun vor einigen Tagen veröffentlichte Gravity Rush an, muss man sich unweigerlich die Frage stellen „Kind wo bist du bloß!“ gewesen. Mit diesem Spiel ging Sony nun voll aufs Ganze und beweist wieder einmal, gut Ding will Weile haben.

Tatsächlich wurde das Spiel bereits zum Start der Handheldkonsole angekündigt. Doch wie auch die Hälfte aller ursprünglich für den Launch geplanten Titel, musste Gravity Rush aufgrund diverser Probleme in der Entwicklung mit einem neuen Releasetermin vorlieb nehmen. Doch egal was es auch war, lieber dauert die Entwicklung länger, als dass das Spiel unfertig auf den Markt geworfen wird.

Gravity Rush fängt zu Beginn ganz harmlos an. Ein kleiner roter Apfel, von uns mittels Touchscreen von seinem Zweig geschüttelt, fällt in einen endlos erscheinenden Himmel. Orchestrale Musik setzt ein während auf dem Bildschirm gezeigt wird, wie der Apfel durch eine malerisch gestaltete, voller lebendiger Menschen bevölkerte Stadt rollt. Eindringliches Gelächter, diskutierende Menschen, feilschende Händler und noch vieles mehr säumt den Weg der roten Frucht. Meter um Meter, Stufe um Stufe rollt das gefallene Obst vor sich hin , um schließlich vor der Hand einer auf dem Boden liegenden jungen Frau zum Stehen zu kommen. Just in diesem Moment rührt sich das Mädchen und erhebt sich von ihrem wohl unfreiwilligen Schlafplatz. „Wer bin ich…und wie bin ich hier hergekommen?“ Verdutzt sieht sie sich um, umgeben von Geräuschen, die sie nicht zuordnen kann. „Miau“ schallt es aus einer Ecke. Tatsächlich befindet sich das Mädchen in der Gesellschaft einer samtschwarzen Katze, die irgendwie eigenartig erscheint. Auf den ersten Metern lernt der Spieler nun, sich richtig zu bewegen und mit der Kamera umzugehen. Doch noch, bevor sich die junge Dame und der Spieler weitere Gedanken über ihre momentane Situation machen kann, reist sie ein um Hilfe flehender Mann aus eben diesen. Ein Gravitationssturm hat, dessen Haus aus den Ankern gerissen während sich noch sein Sohn darin befand. Er redet immer weiter auf das Mädchen ein, nennt sie einen Shifter und verlangt immer drängender ihre Hilfe. Verwirrt folgt die schöne Unbekannte dem Mann schließlich und sieht, wie der Sohn ihres Bittstellers kurz davor steht, in eine Art Strudel gezogen zu werden.

 

Plötzlich geht alles ganz schnell, ihr Körper wird von einer Macht durchdrungen, die ihr es ermöglicht, die Gesetze der Schwerelosigkeit zu umgehen, ja sogar ihr Herr zu werden. Zwar schafft sie es, den Jungen zu retten, wird aber anschließend aufgrund eines Missgeschickes trotzdem von Vater und Sohn kritisiert. Eilig ergreift sie die Flucht, die unbekannte Katze im Schlepptau. Noch immer weis sie nicht, wer sie ist und was das alles zu bedeuten hat. Doch irgendwie hängt das Ganze mit der Katze zusammen, die sie kurzerhand einfach mal Dusty tauft.

 

Fortan schlüpft der Spieler in die Rolle der jungen Dame, die während eines weiteren Ereignisses in der Geschichte von einem weiteren Charakter Kat genannt wird. Kat gehört zu den Menschen, die mittels ihrer tierischen Gefährten dazu in der Lage sind, mit der Gravitation zu spielen. Zu Beginn verfügt Kat nur über die Möglichkeit zu schweben, auf verschiedene Objekte zuzufliegen und ein relativ überschaubares Angriffsrepertoire. Mit der Zeit und dem weiteren Storyverlauf gelangt das Katzenmädchen jedoch in den Besitzer von neuen und noch viel stärkeren Kräften. Da das Spiel irgendwie in dem Rollenspielsektor angesiedelt ist oder zumindest über verschiedene Rollenspielaspekte verfügt, dürfen die bestehenden Eigenschaften von Kat verbessert werden. Hierzu dienen lilafarbene Kristalle, ähnlich wie die aus Gianna Sisters, als Attributspunkte. Um zum Beispiel die normalen Trittangriffe aufzuwerten, bedarf es 50 solcher Steine, um von Level 1 auf Level 2 aufzusteigen. Die lilafarbenen Kristalle findet man auf den Dächern und niederen Ebenen der Stadt versteckt. Was Gravity Rush neben der titelgebenden Manipulationsfähigkeit von Kat, ist die Atmosphäre, die die Welt des Spiels ausstrahlt.

 

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Optisch erinnert das Spiel sehr stark an einen lebendig gewordenen Manga, frisch aus Japan importiert. Die Figuren sehen aus wie von handgezeichnet, die Gebäude verwischen beim Vorbeifliegen und werden unscharf, wenn Kat sich zu weit davon entfernt. Zwar wiederholen sich die Charaktermodelle der am Boden leben und arbeitenden Menschen, doch fällt das beim Vorbeisausen kaum merklich auf. Falls es auch mal passieren kann, und man beim Spielen die Orientierung verliert, gibt’s per Tastendruck die Welt- beziehungsweise Stadtkarte vor die Nase. Auf dieser findet sich nicht nur die Position von Kat wieder, sondern auch alle weiteren möglichen Interaktionspunkte. Hier möchte ein Bürger ein Schwätzchen halten, dort wollen neue Informationen gesammelt oder neue Aufgaben freigeschaltet werden. Leider, leider besteht gerade hierbei das, wenn auch kleine, Problem von Gravity Rush. Während die musikalische Untermalung sowie die Optischen und gameplaytechnischen Aspekte ganz oben mitspielen, lässt der Umfang des Spiels doch ein wenig zu wünschen üben.

Natürlich könnt ihr mit einigen Personen Gespräche führen oder diverse Aufgaben freischalten, doch bietet das Spiel abgesehen von der Hauptstory keinerlei Nebenquests. Zwar ist es dem Spieler freigestellt, an bestimmten Punkten auf der Karte Missionen wie „Zerstöre alle Gegner“ oder „Laufe alle Punkte ab“ zu bewältigen, doch würde man das nicht gerade als Zusatzmission bezeichnen. Man merkt eindeutig, dass Sony den Spieler voll und ganz auf die Geschichte von Gravity Rush konzentrieren möchte. Trotzdem hätte dem Spiel mehr Abwechslung absolut gut getan.

 

Fazit

Gravity Rush ist neben Uncharted – The Golden Abyss und Disgaea 3 – Absence of Detention das Beste, was es für die PlayStation Vita aktuell auf dem europäischen wie auch amerikanischen Markt zu kaufen gibt. Die Hauptfiguren könnten nicht unterschiedlicher sein und die Geschichte weis fast durchgehend zu überzeugen. Highlight neben den Gravitationsfähigkeiten von Kat ist auch die musikalische Untermalung. Diese passt sich jeder Situation an und saugt den Spielenden förmlich in das Geschehen ein. Einzig die magere Ausstattung verwehrt dem Spiel den Zugang zum PlayStation Vita Spiele Olymp.

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