Asche über mein Haupt – World of Warcraft konnte mich bis dato noch nicht in seinen Bann ziehen. Ich kann an dieser Stelle noch nicht einmal richtig erklären, weshalb genau das der Fall ist. Ob nun im Gegensatz zum erklärten “Mercedes” des Genres ausgerechnet ein koreanisches “Fahrzeug”, das auch noch völlig umsonst daherkommt, meine Erwartungen und Wünsche erfüllen konnte, möchte ich in den folgenden Zeilen verraten.

Ursprünglich hatte ich ganz andere Pläne für meinen Besuch auf der diesjährigen Role Play Convention in Köln; wollte ich primär doch nur ein paar Freunde aus dem Gamesbereich treffen. Beim Schlendern durch die die Messehallen prallte ich jedoch, nachdem ich EA locker links liegen gelassen hatte, recht unvorbereitet auf den Runes of Magic Stand.

Im Vorfeld hatte ich zwar schon ein wenig über Frogsters MMO Titel nachlesen können. Allerdings hatte ich RoM relativ schnell in die “ein-weiterer-WoW-Klon”-Schublade abgelegt, und dachte mir insgeheim, dass hier auch kein Free-to-Play helfen könne.

Doch es sollte alles anders kommen…

Während ich noch ein wenig mit meinem Protagonisten die bunte Spielwelt “Taborea” erforschte, kam schon ein freundlicher Communitymitarbeiter auf mich zu und erklärte mir noch einige interessante Features des Games. Im Anschluss lassen sich meine weiteren Schritte des Tages wie folgt zusammenfassen: Heimweg, Download, Anmeldung.

Schon zu Anfang entdeckt man einen feinen, kleinen Unterschied zu anderen Spielen der gleichen Kategorie. Runes of Magic bietet lediglich die Möglichkeit, zwischen Frau und Mann zu wählen – keine andere Rasse außer den Menschen ist verfügbar, was ich allerdings auch nicht als störend empfinde. Dennoch gibt es noch genügend Möglichkeiten, den eigenen Charakter optisch zu frisieren. Dies geschieht in Form der klassischen Regler, die Ihr sicherlich schon durch andere RPGs gut kennt. Zusätzlich besteht die Wahl zwischen sechs Klassen, die da wären: Priester, Krieger, Ritter, Schurke, Kundschafter und Magier. Im späteren Spielverlauf, parallel zum Aufstieg in die höheren Stufen, sind sogar geschickte Kombinationen der Klassen möglich.

Mein geliebtes Questlog

Da “Taborea” eine große, weitläufige Spielwelt ist und voller Leben steckt, bekommt der Spieler ein breites Spektrum an Möglichkeiten geboten, erfolgreich Quests zu bestreiten, die wiederum dabei helfen, den jeweiligen Helden weiterzuentwickeln. Schon zu Beginn des Spiels können im Rahmen eines sehr Einsteiger freundlichen Tutorials erste Quests unternommen und Belohnungen abgestaubt werden.

Das Interface erinnert stark an den erwähnten “Mercedes” des Genres und wird erfahrenen MMORPG Spielern einen noch leichteren Einstieg oder sogar einen Wechsel ermöglichen. An dieser Stelle muss ich noch einen wichtigen Punkt einwerfen. Verlasst Ihr das Spiel bzw. den Server, wird zwar automatisch gespeichert (was ich als äußerst praktisch empfinde) aber Euer Charakter wird auch zusätzlich auf dem anfangs ausgewählten Server abgelegt. Kurzum: Wundert Euch nicht, wenn Ihr am nächsten Tag das Spiel erneut startet und bei der Serverauswahl Eure Heldin/Helden nicht auf Anhieb findet. Bei der Serverauswahl einfach genau hinschauen, auswählen und weiter geht’s auf Entdeckungstour.

Auf meinem Testrechner läuft das Spiel mit einer Auflösung von 1024×768 und aktivierten Effekten ziemlich flüssig. Die liebevoll gestaltete und recht bunt anmutende Umgebung wird mit klangvollen Orchstereinlagen untermalt. Einen dicken Punktabzug bekommen allerdings die FX/Soundeffekte. Herje, ein fast schon nach Einheitsbrei klingendes „Bang“, „Klopf“, „Bums“ verfolgt die Protagonisten bei den Kämpfen gegen Spinnen, Monster und andere aggressive Bewohner “Taboreas”.

Geschenke gibt es nur im wahren Leben

Runes of Magic ist wie anfänglich kurz erwähnt ein Vertreter des Free-to-Play Konzepts.

Es kann kostenlos im Internet geladen werden oder liegt schon mal einer Heft-CD bei. Bei dieser Art von Spiel entstehen außerdem keine monatlichen Abogebühren. Runes of Magic finanziert sich nur durch den Verkauf von Items, die im integrierten Itemshop gegen die Bezahlung mit Diamanten angeboten werden. Die Diamanten erhält man gegen reales Geld im Onlineverfahren. Dennoch wird man nicht dazu gezwungen, auch nur einen Cent auszugeben, weil im allgemeinen Storyverlauf Geld sozusagen keinen gravierenden Einfluss hat. Es macht trotzdem viel Spaß, besondere Rüstungen oder Waffen schnell durch nur wenige Klicks zu erwerben und im Spiel einzusetzen. Vielleicht fühlt sich auch jemand dazu berufen, seiner Affinität zur Raumgestaltung freien Lauf zu lassen und kauft sich mal eben verschiedene Möbel für sein virtuelles Haus. Alles möglich dank Itemshop.

Fazit

Runes of Magic ist schuld! Ja, durch dieses Spiel hat mich das Free-to-Play Fieber gepackt und demnach die Messlatte für weitere Vertreter dieser Methode recht hoch gelegt. Preis/Leistung sind eindeutig spitze, aber es gibt auch weiterhin Potential für mehr grafische Details oder viel bessere Soundeffekte.