GhostbustersGeistergeschichten


Who you gonna call?

Da sind sie wieder, unser unschlagbaren Helden im Endkampf mit der Anderswelt.

Die nur mit nötig unnötigem Hightech-Equipment, allen seelenlosen Heerscharen die gefangen in der Transzendenz auf Rettung hoffen, das gebührende Gnadengesuch negieren.

So folgt unser Charakter dem 3 Mann Tribunal um die Welt zu retten oder „Venkmann, Stantz, und Spengler“ als Kanonenfutter für Körperlose Fliegenfischer abzulösen.

Gruselige Grafiken


Welches Sinkgrubenirrlicht hat die PS 3 Grafik verprogrammiert war mein erster innerer Dialog.

Als Beispiel sei hier der Teppich des -Grand Hotel Sedgewick- genannt, wo das Knüpfmuster wie eine 640 x 480 Auflösung auf Kinoleinwand gezoomt wirkt.

Leider schließt sich der Kreis beim Rest und so ergibt sich zwar ein in sich geschlossenes Gängemenü, das zumeist leider aus Ruckeln, Tearing, Flimmern und Bilits Weichzeichneroptik besteht und in dieser Güte keinen zweiten Restaurantbesuch erwirkt.

Die Effekte des Protonenpacks sind wiederum gut gelungen und die zelebrierte Zerstörungsorgie ist wie aus einem Guss.

Lädt so infolgedessen zu gepflegten Randalen mit debiler Freude ein.

Zwischensequenzen sind nett und die Nahansicht der Hauptdarsteller zeigen eine schöne Reminiszenz des Spielfilmklassikers von 1984.

Schriller Surroundsound


Die schwungvollen Originalsprecher hatten wohl bei den Aufzeichnungen einen Jetlag und so verkommen die Dialoge zu einer Ursuppe an Unlustigkeit oder organisiertem Spaßstreik.

Gerade auf ein staubtrockenes Dialogfeuerwerk hatte ich gehofft und wurde nur mit teils monotonem Stereoton abgefertigt.

Der Soundtrack ist wieder richtig klasse und die gesamte direktionale schmissige Musik und Klang FX Untermalung auf gehobenem Geisterniveau.

Geisterjagd


Ghostbusters besaß bei mir einen Stein im Brett und wurde im Vorfeld weltweit in höchsten Tönen gelobt.

Sehr wohl war der Anspruch des Freundeskreises hoch und ich hätte an dieser Stelle gerne einen verdienten Goldmedalisten gefeiert.

Aber gerade bei hektischem Treiben und überproportional belegten und benötigtem Tastengedrücke, den Protonenstrahl in einer „Ruckelorgienwelt“ zu beherrschen, ist schaffbar aber nicht spaßig.

Die Möglichkeit des Aufrüstens ist mittlerweile kein Alleinstellungsmerkmal mehr, trotzdem motivierend in das Spiel eingebunden und so verkommt nicht jede Rauferei zu einer unsinnigen Zeitschinderei.

Die Nähe zum Spielfilm ist jederzeit erkennbar und das Eine oder Andere schmunzeln fuhr mir durchaus über die Lippen.

Solche Momente stellten leider eine Ausnahme dar, da ich nur dem gradlinigen Spieldesign und dessen Geschichtsstrang folgte, mehr jedoch nicht.

Mein Protagonist bleibt als Scherenschnitt auf der Schattenseite des Erfolgstrios und wandert so in zu großen Schuhen durch auf Dauer trostloses Mühsal.

So werde ich zumindest der North Moore Street keinen weiteren Besuch abstatten und den Ghostbusters ihren verdienten Pensionärsold gönnen.

-requiescat in pace-

77

Gilbert Stramm