Review Mirrors Edge (PS3)
Jun 19th, 2009 | By Gilbert Stramm | Category: Feature, Playstation 3, Reviews PS3Runnerslullaby
Die Geschichte ist mäßig spannend. Der Klassiker einer emotional verwahrlosten Gesellschaft, deren Heroen diesmal zwar über Dächer springen, sich Runner nennen und als Boten fungieren, jedoch außer Faith Muster ohne Wert im Spiegelbild einer autoritären dystopischen Weltordnung darstellen.
Die aufstrebende Protagonisten wird durch ein Komplott zur unschuldigen Attentärin und flüchtet nun an einem Strang vor ihren Schärgen. Nonchallant befreit sie noch die Fesseln der eigenen Verwandschaft, die unfreiwillig in die Handlung eingreift.
Runnersvision
Dieter Rams hätte seine Freude an der Sachlichkeit des Bauhaus Stils von Mirrors Edge. Da wo opulente Mauerwerke mit viel Art Deco die heutigen Stilmittel sind, vergewaltigt uns Dice mit der reinen Essence aus Texturen und Farben.
Das Ergebnis ist radikal; der Titel lädt zum populistischen Palavern auf höchst-niedrigstem Niveau ein.
Wer den Entwicklern deshalb die fehlende Opulenz des Texturkleides Vorwürfe, läge falsch. Wer einmal in das tiefe Blau einer Häuserfassade eintaucht, verzichtet in Zukunft auf depressiv modrige Sepia-Gänge. Tatsächlich ertappte ich mich häufig bei dem Gefühl, in ein reales Subunversum einer Großstadt einzutauchen und über deren Cleane-Dächer dem hektischen Altagskorsett zu entfliehn.
Die Krux ist jedoch auch seine Stärke:
Die fehlende Abwechslung des Farb-Funktionalismus.
Falls der zweite Teil hier nachbessert und seinen Protagonisten in experimentelleres Gemäuer einlädt, gibt es ein sehr gut im Endzeugnis.
Runnerswaves
Der Soundtrack ist Weltklasse. Die Umgebungsgeräusche sind wunderbar in die orchestrale Musikuntermalung eingebunden. Besonders die stillen Momente ergeben eine wunderbare Symbiose zum „Grafikminimalismus“.
Leider ist der Funkkontakt anstrengend und zu undifferenziert. Dem Inhalt des Gesprächs ist schwer zu folgen. Eine optionale Einstellung im Menü, hätte einen stimmigeren Eindruck hinterlassen.
Die Wahl der Sprecher wiederum besitzen hohen Wiedererkennungswert und sind emotional auf Höhe der Zeit.
Runnersstyle
Man will gar nicht glauben, das Electronic Arts seine jahrelange Marktpositionierung aufgibt und Ihren Entwicklern freigeistigen Raum und Zeit schenkt. Ein sehr gelungener Einstand und eine Hoffnung auf weitere Produkte, die sich vom Murmeltier-Legebatterien-Syndrom differenzieren und neue Zielgruppen erschliessen.
Besonders die einzelnen Bewegungen von Faith (Hangeln,Springen,Gleiten) ergeben im Kontext unglaublich geschmeidige Bewegungsabläufe, die alleine durch ihre Darstellungskraft überzeugen.
Dem Clash der Spielgenre gehört schon jetzt ein Innovations-Oscar verliehen. Mirrors Edge könnte auch als Sportspiel funktionieren, da die Time Trials und Speedruns ungemein motivieren und die nächst bessere Zeit selbiger Killer ist. Chapeau!
Bemerkenswert, dass der waffenlose Einsatz mehr motiviert, als der xte Shooterabklatsch einer Unreal 3 Engine.
Dice wünsche ich für den Nachfolger die gleiche konsequente Missachtung aktueller Spieletrends. Ein Drehbuch Apperitiv mit Intelligenz + Grafik Digestiv als Referenz.
Dann wäre Mirrors Edge der Präzedensfall, der ein neues Spielgenre etabliert, welches die aktuelle 30 Grad Weischspüll Produktionschwemme in Frage stellt und wieder Kreativität dem Stillstand vorzieht.
![]()




[...] sind vergewaltigt uns Dice mit der reinen Essence aus Texturen und Farben. … Man will gar n http://www.gameothek.com Mirrors Edge: Neuer [...]