Streckenübersicht
Die Goldmedaille der Funracer Gemeinde, gehört schon seit Jahrzehnten dem adipösen Bruder von Luigi. Jeder Versuch wurde im Ansatz abgeschmettert und erreichte nie diesen Kult und die Perfektion eine Mario Kart.
Einzig Sonic Sega All Star Racing und Diddy Kong Racing, von der einst hoch gehandelten Edel Schmiede Rare, wagten sich auf ungelenkes Terrain und fuhren einen Sieg ein. Dieser jedoch erreichte nie eine solche Hysterie und Gemeinschaft, wie es Nintendo mit Mario Kart schaffte.
Auf dem Hügel blieben Marken wie Crash Bandicoot , Bombermann, Moorhuhn, Flinstones, Jak (-Dexter) oder ‘Perlen’ wie Wacky Races und Cel Damage mit Motorschaden stehen und nur die angezogene Handbremse verhinderte den Fall in die Akzeptanzlosigkeit.
Anscheinend kommt Kunst wirklich von Können und Spaßracer zu programmieren ist ernste Arbeit.
Nun wäre es, sagen wir mal durchaus frech und gewagt, Mario zu einem Tänzchen auf dem Klavierparkett herauszufordern. Mod Nation Racers greift hierfür in die große Trickkiste des ‘K wie Kulleraugenoptik’ und verzaubert den Zocker mit Zuckersüße und einer Extraportion Edelschmalz.
Die Kraftfahrzeuge und Ihre Fahrer sehen derart putzig aus, dass man sie schon fast ausgestopft neben dem Schlafzimmerkopfkissen drapieren möchte.
Im Eigenbau, siehe Little Big Planet, gestaltet der Designer neue Charaktere, Automobile oder Strecken und teilt diese mit der Spielgemeinschaft des Web 2.0.
Viel drin, viel dran, aber reicht dies auch um Mario Kart vom Thron zu stoßen?
Klappverdeck
Wie sehr hätte ich mir knackscharfe HD Grafik gewünscht, aber die Auflösung ist leider mau.
Gerade die Details der Strecken verkommen dadurch bei sehr hohem Spieltempo, zu einem breiigen Sud.
Auch in der Nahaufnahme fehlt Mod Nation Racers das Fünkchen Wow. Toll wiederum ist die Vielzahl und der Abwechslungsreichtum der Strecken, die sehr gut gestaltet wurden.
Wirklich exzellent ist die Präsentation der Moderatoren (Gary, Biff) und des Teams hinter meiner Karriere. Professionelle Synchronsprecher werden in wunderbarem Celluloid präsentiert und motivieren ungemein.
Hubraum
Weder Hauptthema noch Sound/FX bedürfen einem teuren Heimkino; ist aber in meinen Augen auch nicht notwendig.
Notwendig wäre jedoch eine schmissige Lieder-Auswahl, die leider im Mittelmaß der Bedeutungslosigkeit versinkt und den spielenden Protagonisten kaum bei Laune hält.
Sie besitzt weder Wiedererkennungswert noch ‘Spaß an der Freud’ und läuft einfach nebenbei daher, ohne Akzentuierung.
Raumakustik ist vorhanden, sie bleibt aber blass und es fehlt Ihr an Spritzigkeit und direktionalen Effekten.
Kurvenlage
Erreicht Mod Nation Racers den Thron des Pizza Bäckers?
Nein, aber es macht sehr viel richtig und schraubt an Punkten wo Mario Kart noch kein Land sah. Die Steuerung ist einen Tick zu feinfühlig, Gerade bei hohem Tempo und engen Kurven, knutschte ich die Bande mehr als mir lieb war. Hier wäre optional eine behäbigere Kurvenlage durchaus angebracht.
Auch ist die Vielfalt an Tastenbelegungen während des Rennens kontraproduktiv. Ich möchte keinen Turbo zünden, sondern ein Icon einsammeln für selbigen. Gerade in hitzigen Mehrspielerduellen, verkommt Mod Nation Racers zu einem Dragon’s Lair im Pro-Modus. Intuitiv ist wiederum die Driftsteuerung. Hier gelingt es mit wesentlich besser die Spur zu halten, als beim adipösen Schwippschwager aus dem Hause Nintendo’s.
Schlecht geklaut sind auch die Symbole für Spezialattacken. Leider werden die Waffeneinsätze im Laufe des weiteren Spiels zu schwergewichtig und die Hatz nach Platz 1, entscheidet sich nur durch unfaire Spezialangriffe. Zwar gibt es eine Schildfunktion, aber die so unausgegoren, dass Ihr Einsatz zumeist misslingt.
Für wunderbare Langzeitmotivation sorgen die Herausforderungen während der Rennen, die mit Tinnef für die Ministeck-Figuren oder Ihre Karren belohnt werden. Wie schon in Little Big Planet, macht die Wiederholung einer Strecke so Sinn und verkommt nicht zum plumpen Langweiler.
Eigentlich sind Ladebildschirme heutzutage nicht mehr erwähnenswert, gerade in Zeiten von Festplatteninstallation. Warum jedoch das Laden einer Strecke länger als der Konsum eines Burgers dauert, können wohl nur die Entwickler beantworten. Weder eine Sandbox Landschaft muß komplett in den Speicher, noch kann es an den hochauflösenden Texturen liegen. Hier hoffe ich auf einen Bugfix.
Grandios finde ich die Präsentation und das Hauptmenü, welches mich an Diddy Kong Racing erinnert. Dort trifft man Onlinefreunde wie in Home und tauscht den alltäglichen Tratsch aus.
Der Onlinemodus ist hervorragend gestaltet, fährt sich klasse und besonders die Kreativität kennt keine Grenzen beim Design von Charakteren, Wagen oder Strecken. Wer also mit Mario oder Sonic fahren möchte, bitte, steht alles auf der Speisekarte.
Mod Nation Racers verschenkt viel Potential und bleibt so hinter den Erwartungen. Gerade aber die Kreativität der User, wird dem Titel einen Platz im Racer-Olymp sichern.
Schon jetzt sind talentierte Köpfe am Werk, denen man nur Respekt für Ihre Arbeit zollen kann. Hätte der Titel ein ausgewogeneres Item System und würde sich präziser steuern, Marios Schnäuzer hätte Verbrennungsstreifen.
So bleiben ein guter Kandidat und ein Platz auf dem virtuellen Treppchen der Kartracer.



