Par
Mit leichten Verschleißerscheinungen und Kupplungsschaden, verdarb Electronic Arts und zuweilen auch Tiger Woods uns den Spaß am Putten. Da schon zu viele schlechte Witze über zu traurige Zeiten fielen, eine konservativer Einblick in die Welt einer Fortsetzung von einer Fortsetzung.
So bietet der Antiheld wieder eine Vielzahl an Spielvarianten, Erfahrungspunkten und Online-Herausforderungen.
Besonders der Ryders Cup stellt eine gelungene Abwechslung da und auch der ‘True Aim’ – Modus serviert für Möchtegern Bernhard Langer’s eine herausfordernde Spielvariante, ohne Hilfen, das Runde ins Runde zu befördern.
Boogie
So sehr man die Charaktere und Ihre Konkurrenten erkennt, sowenig entwickelte sich auch die Optik weiter. Hier ein paar hübschere Texturen, dort ein Mü weniger Aliasing reicht aber nicht um den Stillstand zu kaschieren. Gut bleibt leider nicht gut, sondern nur noch bleibend gut und dies ist leider zu wenig.
Ob ein Hosenbein mehr flattert oder die Wasseranimation dezent verhübscht wurde ist Makulatur und schreit förmlich nach einer neuen Grafikengine 2011.
Besonders die Pappfiguren am Wegesrand, wirken immer noch banal in Szene gesetzt und wie ein Fremdkörper im dynamischen Präsentationsprozess.
Birdie
Die Musik lebt von Ihren Klangeffekten. Mehr braucht es bei einem Golfspiel in der Regel auch gar nicht. Der Klang ist gut, die englischen Sprecher überzeugend und authentisch eingefangen.
Jedoch fehlt es dem Spiel an einem Bindeglied zwischen Spiel und Spieler.
Eine 7.1 Soundcodierung würde sich hierfür perfekt eignen, wurde aber leider vernachlässigt und die Klangoase wirkt zwar, aber leider nicht auf allen Klangebenen gleichzeitig oder wenigstens zeitversetzt.
Nacheinander werden vorhandene Samples genutzt und weder Ahh noch Ohh verzaubert den Zuhörer.
Put
„Menschenskinder“, schon wieder n Jahr zog ins Land und der neue Tiger ist der Alte, nur runderneuert.
Nahtlos reiht sich der Golftitel in die Fortsetzungsintifada von Fußball, Eishockey und Konsorten und verläuft sich dabei im Guten Nirgendwo.
Auch der Ryder Cup Modus bringt zwar frischen Wind, reicht aber nicht für wirklich frischen Wind, zwischen verrosteten Lochfähnchen.
Es braucht leider wirklich niemand eine Retorten Produkt, mit zig minimalistischen Verbesserungen, im schlimmsten Fall Verschlimmbesserungen. Der Kunde König muss entscheiden ob das Portfolio reicht um jedes Jahr ein neues Loch in der Tasche zu riskieren.
Allen Neukunden sei mal wieder ein wirklich gutes Produkt empfohlen, dass auch keine Konkurrenz befürchtet, gibt ja keine und so bleibt der Prototyp auch Erlkönig.
Wirklich gut, aber auch nicht mehr – schade drum!



1 comment
Werbung in eigener Sache « Indiz1ert says:
Jul 24, 2010
[...] http://www.gameothek.com/2010/07/review-tiger-woods-11/ [...]