The Forest – Review Steam Early Access

The Forest Early Access

Early Access? Seit 2014? Zugegeben, die Rahmenbedingungen des Open-World-Survival-Adventures „The Forest“ lassen selbst hartgesottene Gamer zweifelnd mit den Zähnen knirschen. Early-Access-Katastrophen wie Peter Molyneuxs „Godus“ oder „Rollercoaster Tycoon World“ haben das Geschäft mit den für die Allgemeinheit zugänglichen Alpha-Versionen in Verruf gebracht. Zu oft wurden Versprechen gebrochen und ganze Spiele halbfertig unter den Teppich gekehrt.

Das Independent-Studio „Endnight Games“ geht mit „The Forest“ zum Glück einen anderen Weg. Gewissenhaft arbeitet das Entwicklerteam seit mittlerweile über zweieinhalb Jahren an ihrem Spiel und hält die Community mit regelmäßigen Updates bei Laune. 2017 soll es dann endlich fertig werden. Wir sind gespannt.

Ab ins Wäldchen

Inhaltlich steht „The Forest“ mittlerweile auf mehr als soliden Förster-Beinen. Die Story: Nach einem Flugzugabsturz auf einer nicht ganz so einsamen Insel muss der Spieler mitansehen, wie sein Söhnchen von einer Gruppe Kannibalen davongetragen wird. Warum und wohin? Das steht zunächst einmal in den Sternen. Nach obligatorischem Ohnmachtsanfall strauchelt der Spieler in Ego-Perspektive aus dem Fliegerwrack und findet sich – welch Überraschung – in einem Wald wieder. Für Nahrung, Unterschlupf und Selbstverteidigung muss in der Folge selbstredend auf eigene Faust gesorgt werden. Hierfür müssen u. a. über die gesamte Insel verstreute Flugzeugkoffer, verdächtige Zelte und Kannibalenlager aufgespürt werden. Das umherstreifende Getier wird in Grillfleisch verwandelt, wenn denn zuvor ein ordentliches Lagerfeuer gecraftet wurde.

 

 

Wenn das Bauamt ein Auge zudrückt

Denn wie es sich für ein zeitgemäßes Open-World-Adventure gehört, ist das Crafting auch bei „The Forest“ ein zentrales Element. Neben der selbstständigen Herstellung von verschiedensten Waffen und sonstigen Gebrauchsgegenständen steht nicht zufällig die Holzverarbeitung im Mittelpunkt der Crafting-Maschinerie. Die Bäume, die den Wald erst zum Wald machen, können nämlich per Axt zu Kleinholz verarbeitet werden und im zweiten Arbeitsschritt in großen und kleinen Bauvorhaben Verwendung finden. Dabei sind der Phantasie des Spielers keine Grenzen gesetzt. Neben der Möglichkeit, Behausungen, Fallen und Wehranlagen nach festen Bauplänen zu errichten, kann der eher kreativ veranlagte Aushilfsförster seinen Unterschlupf auch nach eigenen Vorstellungen auf die nächste Lichtung zimmern.

 

 

Spurensuche und Selbstverteidigung

Ist die hölzerne Traumvilla errichtet, der Vorrat aufgefüllt und der Erkundungsdrang fürs Erste befriedigt, steht das eigentliche Spielziel auf dem Plan: den Sohnemann ausfindig machen und ihn aus den Klauen der blutdürstigen Kannibalen befreien. Hierfür müssen allerdings erst einmal Hinweise auf den Aufenthaltsort des Nachwuchses gesammelt werden. Auf den hierfür nötigen Streifzügen durchs Unterholz stellen sich allerdings immer wieder Menschenfresser in den Weg, die – insbesondere in Gruppen – eine durchaus ernstzunehmende Gefahr für Leib und Wohl darstellen. Spätestens in den weit verzweigten Höhlensystemen, die ins düstere Unterreich der Insel führen, wird The Forest auf Steam dann tatsächlich zur ansprechend ausbalancierten Herausforderung.

 

Förster-Freunde

Wem es in Gesellschaft der Kannibalen alleine auf der Insel zu unheimlich ist, kann „The Forest“ auch im Koop-Modus in Angriff nehmen. Derzeit sind Sessions mit bis zu acht Spielern möglich. Ob die Spieler dabei gemeinsam gegen die Kannibalen antreten oder sich gegenseitig die Äxte um die Ohren hauen, ist dem persönlichen Geschmack überlassen. In jedem Falle verleiht der Multiplayer der Sause im Wald eine weitere Dimension und dürfte beim endgültigen Release zu den großen Stärken des Spiels gehören.

 

The Forest – Fazit

Bei aller berechtigten Early-Access-Kritik gehört „The Forest“ fraglos zu den positiven Erscheinungen des Alpha-Universums. Das Spiel bietet zum jetzigen Zeitpunkt ausreichend Content und läuft abgesehen von nur noch wenigen alphatypischen Bugs weitgehend problemfrei. Die Grafik befindet sich für einen Independent-Titel auf solidem Niveau und bietet eine der Umgebung angemessene, stets unheilschwangere Atmosphäre. Somit gehört „The Forest“ zu den erfolgversprechendsten Early-Access-Titeln überhaupt und befindet sich bei Steam nicht zufällig seit geraumer Zeit auf der Bestsellerliste. Wir sagen: Ein Ausflug in den Wald lohnt sich bereits jetzt alle Male!

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