Thief – Test PS4

By | 4 März, 2014
Thief - Test PS4, 3.5 out of 10 based on 2 ratings

Thief ist die Neuauflage von “The Dark Project” aus dem Jahre 1998, die ebenfalls in die Kategorie der Schleichspiele fielen. Wie auch in den Vorgängern schlüpft der Gamer in die Rolle des Diebes Garrett, der – man mag es kaum glauben, aber der Name ist Programm – eigentlich auf den ersten Blick kaum etwas zu tun hat, außer sich einige Kostbarkeiten einzuverleiben – dies natürlich im besten Fall immer lautlos. Allerdings ist Thief anders als seine Vorgänger kein reines Stealth-Spiel, sondern wurde dahingehend entwickelt, dem Spieler etwas mehr Action zu bieten. Und das ist dem Entwicklerteam von Eidos Montreal teilweise auch ganz gut gelungen.

 

Der erste Eindruck des Spiels vermittelt eine Stadt in Zeiten der Revolution. Die Bevölkerung spaltet sich in das kleine Grüppchen der immer reicher werdenden Industriellen, dem gegenüber steht die Meute, die am Rande des existentiellen Abgrunds steht. Inmitten dieser schwierigen Zeiten trifft der Spieler alias Garrett auf Erin, die einmal sein Protegé gewesen sein muss – dies wird allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. Erin stellt sich dabei als krasser Gegensatz zum Meisterdieb Garrett heraus: eiskalt und rücksichtslos – ein echtes Teufelsmädchen. Als die beiden beim Auftrag den Urkraftstein aus dem Anwesen des Baron Northcrest ein Risiko eingehen, das Garrett erstmal eine einjährige Gedächtnislücke verschafft und danach weiter seinem Handwerk nachgeht, fragt sich der Spieler aber erstmals, ob Eidos Montreal hier nicht ein wenig mehr an einer tiefgründigen Story hätte arbeiten sollen, als jedes Genre hier bedienen zu wollen.

Keine Frage – mit Fortdauer des Spiels entwickelt sich die Geschichte rund um Garrett und Erin weiter – und, soviel sei gesagt, sie nimmt dramatische Ausmaße und Wendungen – dennoch wirkt es teilweise so, als hätte nicht nur Garrett einige Gedächtnislücken aufzuarbeiten, sondern auch die Entwickler hätten schlichtweg einige Details vergessen. Dieser Umstand tut dem Spielspaß glücklicherweise aber keinen Abbruch. Sitzt man vor dem Bildschirm, hat man mit den gestellten Aufgaben genug zu tun: Genügend Beute einzusacken, in Totenstille zu agieren, nie zu nah an Personen heranzutreten und das alles noch unter Zeitdruck zu bewältigen beschäftigen den Adventure-Liebhaber zur Genüge. Sollte man doch einmal auffliegen, hat man in einigen Situationen – anders als in den Vorgängern – doch noch die Möglichkeit schnell zu fliehen.

Grafisch haben sich die Entwickler sichtlich Mühe gegeben – mehr aber auch nicht. Die Zwischensequenzen – freilich gerendert – sehen zwar hübsch aus, dennoch macht sich die Aufmachung der Stadt, die als Vorbild London gehabt haben dürfte, auf der PS4 nicht so gut wie auf einem PC. Da aber Grafikpuristen ohnehin zu einem High-End-PC greifen werden, darf man dennoch sagen, dass die Grafik für die PS4 dann doch auf einem brauchbaren Niveau liegt. Schürft man bei der Grafik tiefer, fällt auf, dass nur selten schwache Texturen oder scharfe Kanten das Gesamtbild trüben. Ansonsten wirkt die Grafik sehr ausgeklügelt.

Für Soundfanatiker eine Empfehlung: Spielen Sie das Spiel in Englisch. Denn die deutsche Synchronisation hat der Publisher Square Enix echt verschlampt. Asynchron, teilweise komplett sinnlos und schlecht designt machen den Einsatz von Untertiteln unabdinglich – diese wiederum spoilern die folgenden Szenen bis zu einigen Sekunden im Vorhinein. Nicht das einzige Dilemma – auch die Soundeffekte lassen zu wünschen übrig, zum Beispiel was die Geräusche beim Laufen oder Springen betrifft. Schade, dass hier nicht mehr Wert darauf gelegt wurde.

[box type=”tick” size=”large” style=”rounded”]Das war es dann aber schon mit Kritikpunkten – In Summe hat Thief einiges im Bereich Stealth, Action und Story zu bieten. Das Spiel bewegt sich auf dem Level von Dishonored, leider kommt es nicht an das Niveau eines Top-Spiels wie Deus Ex heran. Trotzdem bietet das Spiel einiges an Spaß und ist – vielleicht noch nicht sofort, aber in einigen Wochen, wenn sich die Edition nicht mehr um den Einstiegspreis bewegt – eine Überlegung für Action-Adventure-Fans wert.[/box]

Achtung – in unserer neuen Rubrik “Community” kannst du ab sofort anderen Spielern mit Spieletipps und anderen Fragen/Antworten helfen.

VN:F [1.9.22_1171]
Deine Bewertung
Rating: 3.5/10 (2 votes cast)

One thought on “Thief – Test PS4

  1. MaveRICK

    Schade da hätte man mehr draus machen könen. Hatte mich zu sehr darauf gefreut. Nun denn, das Jahr ist noch jung ;-)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


+ 5 = 7