Drehbuch
Sega schenkt uns pünktlich zur Winterolympiade das offizielle Videospiel für Vancouver. 14 Disziplinen werden dem Wintersport-Couchpotatoe kredenzt, wobei einige Strecken nur mit Varianten aufwarten und sich dadurch die Vielfalt, in engmaschigen Grenzen hält.
Inhaltlich folgen diverse Modi und auch endlich wieder eine Multiplayer Session, wo bis zu 4 Spieler an einer Konsole konkurrieren können.
Hier werden Erinnerungen an alte C64er Zeiten wach, als man sich noch gemeinsam zum Teamerlebnis versammelte und Emotionen nur einen Fußtritt entfernt waren.
Perspektive
Vancouver 2010 ist eine grafische Lawine, die jedoch teilweise unter schlechtem Motion Capturing leidet.
Die Physiognomie und Gesichtsanimationen sind unglaublich realistisch und gerade die Nutzung der evolutionären Sport-Ego-Perspektive erzeugt ein fast perfektes Schneetreiben im Herzen.
Leider werden in der Außenperspektive und besonders in den Wiederholungen deutliche Schwächen offensichtlich. Der Protagonist wird mit abgehackten Bewegungsabläufen verunstaltet und das realistische Erleben verkommt zu einem „Schön wärs gewesen“ Déjà-vu.
Die Umgebung (Schnee, Berge, Zuschauer, Strecke) liegen wieder ganz klar auf hohem Next Generation Niveau. Hier versenkt Sega die Konkurrenz und verweist sie auf Ehrenplätze.
0-Ton
Die Winterspiele 2010 werden von rockigen Klängen begleitet, dem pfeifen des Windes und dem knirschen des Schnees der auf High Tech Equipment trifft. Das Gesamtkonzept ist gut gelungen und unterstreicht die hohen Ambitionen Segas.
Leider haperts am direktionalen Klang und der luftigen Akustik. Hier hätte sich eine Raumklangoffenbarung, gerade aufgrund der Ich-Ansicht, angeboten.
So bleibt ein angenehmes weißes Rauschen, welches aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Schnitt
Hätte Sega doch nur nicht den Schlendrian in Kurve fitfty-fifty zugelassen, ich würde jetzt durchaus ein -sehr gut- zücken.
Vancouver 2010 wirkt in einzelnen Passagen dahingeschludert, nur um pünktlich zu liefern. Den Disziplinen fehlt eindeutig die Abwechslung und ohne Biathlon haben Winterspiele nur Halbwertzeit.
Es existiert kein echter Olympiamodus, sondern nur eine Aneinanderreihung von Disziplinen, außerordentlich schade. Auch ist unerklärlich, wieso bei einem offiziellen Titel kein einziger Original-Name vorhanden ist und die Computer Mitstreiter noch nicht mal einen fikitiven Namen erhielten.
Die Steuerung ist hervorragend, die eigenen Fähigkeiten werden mit laufender Spieldauer besser, und die Präsentation ist wirklich gut gelungen.
Der Onlinemodus ist klasse und durch fehlendes Optionsgewitter in seiner Schmissigkeit durchaus mit Battlefield 1943 zu vergleichen. Er ist kurzweilig und perfekt als Snack für zwischendurch.
Langfristig wird wenig bleiben, da die angebotenen Herausforderungen schnell durchgespielt sind und der Olympiamodus soviel mit Olympia gemein hat, wie eine Demoversion mit einem Vollpreistitel.
Nichtsdestotrotz ist Vancouver für mich die beste Wintersport-Umsetzung der letzten Jahre und erhält verdient diese tolle Wertung.


