Y – Der Fall John Yesterday – Review

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Die spanischen Pendulo Studios schlagen wieder zu. Nach der recht witzigen Runaway-Reihe und dem etwas ernsteren „The Next Big Thing“ gibt es in „Y – Der Fall John Yesterday“ nichts mehr zu lachen. Ganz im Gegenteil, denn diesmal wagt man sich an ein düsteres und spannendes Setting…

 

Eine schreckliche Verbrechensserie erschüttert New York City. Eine okkulte Vereinigung verbrennt Bettler bei lebendigem Leib. Eine mysteriöse Narbe in Form eines Ypsilons erscheint in den Handflächen einiger Menschen, die in keinem erkennbaren Zusammenhang zueinander stehen. Unerwartet findet sich Amnesie-Patient John Yesterday wider seines Willens im Mittelpunkt einer weltweiten Verschwörung: ohne Erinnerung an seine Vergangenheit ist gerade er es, von der die Zukunft der gesamten Menschheit abhängen könnte…
Was hat es mit dem geheimnisvollen Ypsilon auf sich? In welchem Zusammenhang steht es mit der brutalen Mordserie? Welches grauenvolle Erlebnis hat die Erinnerung von John Yesterday ausgelöscht? Ist der Schlüssel zu diesem Mysterium in seiner Vergangenheit zu finden oder ist es genau diese Vergangenheit, die John Yesterdays Schicksal besiegeln wird?

Das ist die Story, die in „Der Fall John Yesterday“ auf den Spieler wartet. Zu Beginn schlüpft man jedoch nicht in die Haut von John Yesterday, sondern ist als Henry White unterwegs und zwar in dessen jungen Jahren als Student. Dieser ist Teil eines Hilfsprojekts für Obdachlose. Da diese immer häufiger spurlos verschwinden, machen er und sein Freund Cooper sich auf die Suche nach den Vermissten. Hierbei kommt Henry der oben erwähnten okkulten Vereinigung auf die Schliche, gerät dabei jedoch selbst in deren Fänge. In diesem Moment übernimmt man die Rolle von Cooper, um Henry zu befreien.
Erst nach einiger Zeit schlüpft man in die Haut von John Yesterday. Einige Jahre sind seit dem Spieleinstieg vergangen, zudem leidet John unter Amnesie.

 

Was es nun mit den verschwundenen Bettlern auf sich hat, welche Rolle Henry White in dem ganzen Abenteuer spielt, ob John seine Erinnerung wiedererlangt und vieles mehr, wird man im Laufe des Spiels erfahren. Leider sehr linear, was ein wenig negativ wirkte. Dafür ist die Geschichte, die man in „Der Fall John Yesterday“ erlebt, recht spannend und gut erzählt. Im Spiel wartet typische Adventurekost auf den Spieler. Gegenstände müssen untersucht und eingesammelt werden. Im Inventar darf man diese dann, wenn dies möglich ist, mit anderen Dingen kombinieren, um im Spiel voranzukommen.

 

Natürlich darf man eine HotSpot-Funktion zu Hilfe nehmen, falls man einmal wissen will, welche Objekte und Orte in der aktuellen Szene anklickbar sind. Manchmal kommt man ohne die Hotspot-Funktion auch kaum weiter, da man Kleinigkeiten gerne einmal übersieht. Wer trotzdem nicht weiterkommt, der darf ab und zu eine Hilfefunktion anwenden. Diese fungiert quasi als inGame-Lösungshilfe, weswegen man auf diese Funktion doch lieber verzichten sollte, wenn man das Spiel alleine lösen mag. Zwar dauert es nach Verwendung der Funktion, bis diese wieder genutzt werden kann, trotzdem wird das Spiel hierdurch manchmal zu einfach.

Neben der Kombination von Objekten warten noch einige Rätsel auf den Spieler. Diese sind teilweise recht knackig, jedoch immer sehr logisch aufgebaut. So hilft es einmal, wenn man sich mit Schachregeln auskennt. Ein anderes Mal müssen Zeichen richtig kombiniert werden. Schaut man sich jedoch vorher ausreichend um, wird man hierfür Hilfsmaterial finden, mit dem das Deuten der Zeichen erleichtert wird. Auch hat es keine großen Auswirkungen, wenn man sich einmal für eine falsche Lösung entscheidet. Ist dies der Fall, versucht man es einfach so lange weiter, bis man die richtige Lösung rausgefunden hat, ein „Game Over“ wird man zu keiner Zeit zu Gesicht bekommen.

 

Optisch präsentiert sich „Der Fall John Yesterday“ im Comiclook, wie man es von den Pendulo Studios bereits aus den anfangs genannten Titeln gewohnt ist. Oft bekommt man in „Der Fall John Yesterday“ wichtige Dinge mit einer „Bild im Bild“-Darstellung präsentiert. Wer die Serie 24 mag, wird sich in diesem Spiel fast wie zu Hause fühlen. Die Szenen sind recht liebevoll gestaltet, manchmal muss man jedoch sehr genau mit der Maus suchen, wenn man wichtige Objekte nicht übersehen will. Will man Objekte aus dem Inventar mit der Umgebung kombinieren, reicht es, den gewünschten Gegenstand im Inventar anzuklicken und in der Szene auf den Ort zu ziehen, an dem man ihn platzieren möchte.

 

Die Sprecher sind sehr gut und sorgen dafür, dass das Spiel die nötige, düstere Atmosphäre bekommt, die es benötigt. Auch gibt es einen Sprecher, der oft etwas zu bestimmten Objekten zu sagen hat, welche vom Spieler untersucht werden. Die Hintergrundmusik ist ebenfalls passend und geht zu keiner Zeit auf die Nerven. Auch die sonstigen Spielgeräusche passen immer zu dem, was gerade auf dem Bildschirm zu sehen ist.

 

Gesteuert wird, wie sollte es anders sein, mit der Maus. Das Inventar ist recht übersichtlich, auch wenn sich ab und an Gegenstände finden lassen, die man nicht zwingend zur Lösung des Spiels benötigt. Trotzdem bleibt das Inventar sehr aufgeräumt. Hotspot- und Hilfefunktion können ebenfalls per Maus aktiviert werden.

Fazit:
„Y – Der Fall John Yesterday“ ist ein düsteres Adventure. Wer denkt, er bekommt hier alle paar Minuten etwas zu Lachen, der wird enttäuscht sein, denn diese „Schmunzelaction“ gibt es in diesem Titel nicht. Ganz im Gegenteil, denn die Story ist düster und spannend erzählt. Leider sind die Aufgaben teilweise zu einfach, so dass man den Titel doch recht schnell lösen wird.
Da der Titel zudem sehr linear ist, wird man ihn kaum ein zweites Mal durchspielen, was ein wenig schade ist.

Technisch gibt es an „Der Fall John Yesterday“ nichts auszusetzen. Sowohl die Steuerung ist denkbar simpel, aber auch die Optik und die musikalische Untermalung sowie die Sprachausgabe können sich sehen und hören lassen.
Daher bleibt abschließend nur zu sagen, dass „Der Fall John Yesterday“ zwar ein gutes, dafür aber auch recht kurzes Spielvergnügen bietet. Adventurefans sollten sich den Titel aber trotzdem nicht entgehen lassen und können bedenkenlos zugreifen!

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