7 Days to Die – Review

Survival. Zombies. Early Access. Zutaten, aus denen aktuell gefühlte 99 % aller Independent-Titel bestehen und welche wiederum die weltweite Gaming-Community in zwei grobe Hälften teilen. Die einen 50 % können gar nicht genug von den Alpha-Zombie-Survivlern bekommen, die anderen 50 % zucken nur noch gelangweilt mit den Schultern und gehen lieber ins Kino, um sich eine äußerst innovative Comic-Verfilmung anzuschauen.

Ein Spiel – 1000 Genres

Das grundsätzliche Publikum für „7 Days to Die“ ist demnach bereits auf den ersten Metern abgesteckt. Dennoch bewegt sich „The Fun Pimps‘“ Open-World-Survivler nicht auf gänzlich ausgetretenen Pfaden. Im Vergleich mit Genre-Kollegen wie etwa DayZ oder The Forrest verspricht das Spiel ein wesentlich komplexeres Gameplay und sieht sich selbst als Mischung aus Ego-Shooter, Survivler, RPG und Tower-Defense-Spiel – eine gehörige Portion Minecraft ebenfalls inklusive.

Zunächst einmal steht es dem Spieler frei, sich in gewohnter apokalyptischer Umgebung ein wenig in der Spielwelt umzusehen. Er kann dabei durch staubige Wüsten, verstrahlte Ödlandschaften und ganze Kleinstädte streifen. Dabei bleibt er allerdings nicht lange allein. Denn egal, wo der Erkundungsdrang den Spieler auch hinführt – Zombies verschiedenster Fasson sind schon da und wollen ihm ans virtuelle Leder. Da bleihaltige Medizin aus der eigenen Schrotflinte immer noch die beste Möglichkeit ist, um sich der Angriffe zu erwehren, wird die entsprechende Ausrüstung notwendig.

Minecraft für Erwachsene

In verlassenen Häusern und Fahrzeugen können zum Glück allerhand Gegenstände eingesammelt werden, die sich zu Waffen, Munition und sonstigen Gebrauchsgegenständen zusammenfügen lassen – das passende Craftingrezept vorausgesetzt. Mit den richtigen Materialen und dem in bester RPG-Manier ergatterten Knowhow lässt sich auf diese Weise zudem eine eigene Hütte zimmern, die in den nächtlichen Attacken vor den Zombiehorden verteidigt werden muss. Entsprechende Zombiefallen können in der Nacht ausgelegt, notwendige Reparaturen am Tage ausgeführt werden.

Der eigentliche Clou von „7 Days to Die“ ist allerdings die an Minecraft erinnernde Engine. Der Spieler kann nämlich wie im Klötzchen-Vorbild Materialien abbauen bis der Genre-Arzt kommt und die Umgebungswelt nach seinen Wünschen gestalten. Das Anbauen von Lebensmitteln und die Wildtier-Jagd gehören hierbei zum täglichen Überlebenskampf genauso dazu.

Multiplayer: Hui – Grafik: Naja

Selbstredend ist der ganze Spaß im Einzelspieler- als auch im Mehrspieler-Modus verfügbar. Genretypisch entfaltet „7 Days to Die“ vor allem im Multiplayer sein gesamtes Potenzial und hält mal mehr, mal weniger episch anmutende Survival-Schlachten für das gemeinsame Zocken mit Freunden bereit.

Grafisch bewegt sich das Spiel leider selbst für einen Independent-Titel leider nur auf durchschnittlichem Niveau. Die Animationen wirken klobig, die Umgebungswelt ein wenig lieblos und die Zombies kommen in einem grafischen Gewand daher, das bereits vor zehn Jahren kaum jemanden mehr aus dem Gamingsessel befördert hätte.

7 Days to Die – Fazit

„7 Days to Die“ befindet sich seit 2013 in der Early-Access-Phase und hat über die Jahre nicht zuletzt aufgrund des vielseitigen Gameplays so manchen Angriff der Genre-Konkurrenz abwehren können. Vor vier Jahren wäre das Spiel in fertigem Zustand demnach ein echter Must-have-Titel für alle Fans des Open-World-Survivelns gewesen. 2017 gelangt „7 Days to Die“ allerdings vor allem grafisch an Grenzen und sollte vor dem Kauf zunächst einmal eingehend unter die Lupe genommen werden.

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