ANNO 2070: Die Tiefsee / Review

Die Menschheit steuert auf eine bessere Zukunft zu. Seit Jahren in den Tiefen des Ozeans verborgen, erforschen die Techs eine alternative Energiequelle, die industrielles und ökologisches Wachstum miteinander verbindet. Enthülle ihre Kraft, um die Wunder der Tiefsee aufzudecken. Welchen Pfad wirst Du einschlagen, um deine Zukunft zu formen? So der Text, den man der Packung des ANNO 2070-AddOn „ANNO 2070: Die Tiefsee“ entnehmen kann. Gut ein Jahr, nachdem das Hauptprogramm erschien, darf also nun mit neuem Tatendrang ans ANNO-Werk gegangen werden. Ob das AddOn nun seinem Namen gerecht wird, weil es genauso tiefgründig ist, wie die Tiefsee, oder ob man es in eben dieser besser versenken sollte, das lest ihr im Folgenden…

 

Die größte Neuerung in „ANNO 2070: Die Tiefsee“ ist, dass die Techfraktion erweitert wurde. Forscher dürfen hier nämlich jetzt in die neue Zivilisationsstufe „Genies“ aufsteigen. Dies bringt jedoch nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch neue Herausforderungen mit sich. Bevor es möglich ist, Forscher zu Genies aufsteigen zu lassen, wollen eben diese Forscher jetzt neue Dinge haben. Neuroimplantate und Immunpräparate dürfen es sein, sonst weigern sich die Forscher beharrlich, noch schlauer zu werden. Das ist jedoch erst der Anfang eines Wirtschaftssystems, welches mit „ANNO 2070: Die Tiefsee“ noch komplexer geworden ist, als es schon im Grundspiel war.

Neue Objekte benötigen natürlich neue Rohstoffe. Diese sind nun u.a. unter Wasser zu finden. Hierzu braucht man dann eine Menge Platz, um die gut 30 neuen Gebäudetypen errichten zu können, die das AddOn mit sich bringt. Daran hat man jedoch gedacht, denn die Unterwasserplateaus, auf denen gebaut werden darf, sind nun eine ganze Ecke größer, als es im Grundspiel der Fall war. Schafft man es nun, die Forscher auf die Stufe „Genie“ aufsteigen zu lassen, hat man aber noch lange keine Ruhe, das Gegenteil ist der Fall. Die Genies möchten natürlich ebenfalls neue Produkte, um bei Laune gehalten zu werden. Schafft man es, ihnen sogar die Bionik-Anzüge zur Verfügung zu stellen, hat man zum einen eine sehr lange Produktionskette auf die Beine gestellt, zum anderen aber auch mehrere Stunden Spielzeit investiert.
An diesem Beispiel sieht man, dass das Wirtschaftssystem – wie gesagt – noch komplexer geworden ist. Dies ist jedoch gut so, denn die ANNO-Reihe war schon immer dafür bekannt, vom Spieler gutes Mikromanagement einzufordern.

 

Um die neuen Feinheiten des AddOns kennenzulernen, darf man sich über eine neue Minikampagne freuen. In dieser gilt es vielfältige Aufgaben zu bewältigen, mit denen man nach und nach an die Neuerungen herangeführt wird. Neben der Kampagne stehen auch neue Missionen zur Auswahl, Naturkatastrophen wollen gemeistert und auch ein Tech-Monument darf nun errichtet werden.
Um die Unterwassergebäude richtig versorgen und nutzen zu können, darf der Spieler neue Unterwasserhandelsrouten einrichten, welche von einem überdimensionalen U-Boot befahren werden.

 

Ebenfalls neu ist der Aktienhandel, der es nun gestattet, Inseln aufzukaufen. Das ermöglicht natürlich, eine „feindliche Übernahme“ eines Konkurrenten zu starten. Passt dieser nicht auf, ist er ganz schnell die Aktienmehrheit los und darf sich neuen Baugrund suchen. Natürlich muss auch der Spieler nun immer ein Auge auf seine Firmenanteile werfen, will er nicht selbst das Opfer des Aktienhandels werden. Die KI-Gegner verhalten sich hierbei jedoch nicht sehr aggressiv, in Multiplayer-Partien sieht das dann aber schon ganz anders aus.

Neben den genannten neuen Gebäuden, Produktionsketten, Missionen und der Kampagne gibt es noch allerhand weiteres zu entdecken, was „ANNO 2070: Die Tiefsee“ mit sich bringt. Zum einen sind hier die gut 150 neuen Quests zu nennen, die wieder viel Arbeit auf den Spieler zukommen lassen. Die Karriereleitern der anderen Fraktionen wurden überarbeitet, ein neues Versorgungsschiff zieht seine Kreise und die Forschung bringt neue Technologien ans Tageslicht. Zudem wurden durch den Patch, den auch Spieler bekommen, die „nur“ das Grundspiel besitzen, weitere kleine Bugs beseitigt und das Spiel läuft nun noch stabil.
Spielt man beispielsweise die Kampagne des Grundspiels, wird man hier keine Neuerungen erwarten dürfen, worauf man aber durch einen Textkasten auch hingewiesen wird. Die klassischen Kampagnen sind demnach so geblieben, wie sie schon im Grundspiel waren, was jedoch nicht weiter schlimm ist.

[box type=”note” size=”large” style=”rounded” border=”full”]Fazit: „ANNO 2070: Die Tiefsee“ bietet frischen Stoff für weitere Wochen und Monate ANNO-Spielspaß. Die neue Zivilisationsstufe der Genies fordert einiges vom Spieler. Sehr komplexe Produktionsketten müssen auf die Beine gestellt werden, wenn man die Genies zufrieden stellen möchte. Neue Gebäude, frische Missionen und der Aktienhandel sind weitere Dinge, die das Hauptspiel sinnvoll erweitern. Somit bekommt man mit „ANNO 2070: Die Tiefsee“ zwar keine komplett neue Fraktion, aber viele kleine Dinge, die das Hauptspiel sinnvoll ergänzen bzw. erweitern. Daher sollten ANNO 2070-Spieler hier nicht lange überlegen, sondern sich das Tiefsee-AddOn definitiv zulegen![/box]

 

 

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