Assassins’s Creed 3 / Review

Alle Jahre wieder… erscheint ein neuer Teil der „Assassin’s Creed“-Reihe. So auch in diesem Jahr, doch mit „Assassin’s Creed 3“ möchte Entwickler und Publisher Ubisoft die Serie vorantreiben und einiges besser machen, als im letzten Teil. Ob dies gelingt, oder ob „Assassin’s Creed 3“ nur ein weiterer Teil einer (wenn auch sehr guten) Spieleserie ist? Lest selbst…

 

Nachdem man nach den ersten beiden „Assassin’s Creed“-Teilen mit den beiden Zwischentiteln Brotherhood und Revelations die eigentliche Geschichte um Desmond Miles und den Templerorden nur bedingt vorangetrieben hatte, soll in „Assassin’s Creed 3“ diese Story nun wieder forciert werden. Hierzu hat man sich direkt für einen starken Schnitt entschieden, denn der Held aus den bisherigen Teilen, Ezio Auditore, kommt in „Assassin’s Creed 3“ nicht mehr zum Zug.
Somit erwartet den Spieler aber auch gleich ein neues Setting, denn im neuesten Teil der Serie bewegt man sich nicht mehr im nahen Osten und im alten Italien, sondern ist auf amerikanischem Boden zu Zeiten des Unabhängigkeitskrieges unterwegs.

 

Der Spieleinstieg ist bei „Assassin’s Creed 3“ etwas imposanter ausgefallen, als man dies von anderen Spielen gewohnt ist. Gut 7-10 Stunden wird es dauern, bis man in die Rolle des Hauptprotagonisten Connor schlüpft, der zur Hälfte Indianer, zur anderen Hälfte Engländer ist. Bis es soweit ist, ist man als Desmond Miles, als Vater von Connor und als „Klein-Connor“ dabei, die Geschichte wichtiger Charaktere zu erleben.
„Assassin’s Creed 3“ beginnt wie fast alle Teile mit einem Tutorial, in dem der Spieler schnell mit den wichtigsten Funktionen der Steuerung vertraut gemacht wird. Leider ist das Tutorial in „Assassin’s Creed 3“ sehr lieblos gestaltet, besonders dann, wenn man das recht pompöse Tutorial aus dem Vorgänger dagegen stellt. Sobald man diese ersten Minuten des Spiels jedoch überstanden hat, wird der Titel interessant.

Nun schlüpft man in die Rolle von Connors Vater und erledigt in dieser diverse Missionen. Schon in der ersten Mission, in der eine Person während einer Theateraufführung ausgeschaltet werden soll, fallen jedoch leider einige Unschönheiten auf, die es trotz Day-One-Patches nicht ganz aus dem Spiel geschafft haben. So wird man hier und da unschönes Bildschirmflackern bemerken, ab und an schweben Gegenstände in der Luft oder Passanten und Gegner stecken zur Hälfte im Boden. Dies kommt zwar nicht oft vor, sollte aber eben gar nicht auftreten.
Auch wenn man einen Aussichtspunkt erklommen hat, schwebt der Charakter ab und zu leicht über der Fläche, auf der er stehen sollte.
Auf der anderen Seite bekommt man jedoch gerade optisch einiges geboten. Wunderbare Sonnenauf- und -untergänge, Wettereffekte, die sich zudem direkt auf das Spiel auswirken und schöne Animationen erfreuen das Auge.

 

Sobald man in die Haut des Hauptcharakters Connor geschlüpft ist, bekommt man eine Story vom Feinsten spendiert, die zudem auf geschichtlich relevanten Tatsachen beruht. Von der eigentlichen Geschichte werde ich hier jedoch nichts verraten, diese soll man schließlich im Spiel erleben.
Neben den beiden großen Hauptstädten Boston und New York zu Zeiten des Unabhängigkeitskrieges bereist man zum einen im wilden Grenzland aber auch die hohe See. Letztere natürlich an Bord eines großen Segelschiffes, welches man selbst steuern darf. Hier segelt man jedoch nicht einfach von Punkt A nach Punkt B, sondern muss durch Riffe steuern und sich in einigen Seeschlachten beweisen. Die Steuerung ist hierbei recht simpel, jedoch braucht man gutes Timing, um die Kanonen des eigenen Schiffs zum richtigen Zeitpunkt abzufeuern.
Diese Seeschlachten bringen neben dem Spielspaß auch angenehme Abwechslung in den Assassinen-Alltag.

 

In diesem klettert man in gewohnter Manier über Häuser, erklimmt höchste Aussichtspunkte, auf denen man dann einen Teil der Karten aufdecken lassen kann und meuchelt so manchen Gegner. Die Kämpfe sind hierbei leider auch noch immer etwas fehlerhaft, da man einige Angriffe einfach nicht kontern kann, auch wenn das entsprechende Symbol über dem jeweiligen Gegner aufleuchtet. Das hängt zwar ab und zu damit zusammen, dass man nur kontern darf, wenn man nicht gleichzeitig blockt, hin und wieder erkennt das Spiel jedoch nicht, dass man die Taste zum Blocken schon längst losgelassen hat. Somit wird man hin und wieder Treffer einstecken müssen, die man eigentlich erfolgreich geblockt hat.

 

Dieses Manko wird man übrigens gerade im wilden Umland feststellen. Diese Gegenden bestehen aus kleinen Siedlungen und dichten Wäldern, bieten zudem reichlich Platz, um auf die Jagd nach Tieren zu gehen. Zu diesen zählen auch Wölfe, welche die wohl derzeit stärksten Gegner im Spiel sind. Trifft man auf einen einzelnen Wolf, hat man noch eine geringe Chance, diesen auszuschalten. Trifft man jedoch auf ein kleines Rudel, darf man sicher sein, dass man kurz vor der Desynchronisation steht, da Connor garantiert sein Leben verlieren wird. Selbst wenn man die Tasten blitzschnell drückt, die man während eines Angriffs eines Wolfes drücken soll (es wird hierbei auf dem Bildschirm angezeigt, was zu drücken ist), wird man zu Boden gerissen und in wenigen Sekunden zerfleischt.
Hier hoffe ich, dass man dieses Problem noch in den Griff bekommt.

Im Umland und in den Städten gibt es auch diesmal einiges an sammelbaren Items. Diese sind zwar nicht zwingend spielrelevant, erleichtern aber das Leben in „Assassin’s Creed 3“.
In Städten soll man beispielsweise Almanach-Seiten einsammeln. Hierbei handelt es sich um einzelne Seiten, die z.B. auf Dächer geweht wurden. Nähert man sich diesen, kommt garantiert ein Windhauch, der die Seite weiter wegweht. Dann heißt es schnell sein und hinterherjagen, um sie doch noch einzusammeln. Die Richtung, in die eine Seite geweht wird, ist zudem rein zufällig, man kann sich also bei einem Fehlversuch nicht einfach in die Richtung stellen, in die die Seite beim Versuch vorher geflattert ist.
Im Umland kann man, wie geschrieben, Tiere jagen. Diese darf man dann häuten und auch ihr Fleisch wird mitgenommen. Dieses Jagdgut kann nun bei Händlern zu Geld gemacht werden.

 

Einiges davon benötigt man aber auch, wenn man Baupläne in einer der vielen Kisten gefunden hat, die in der Spielwelt versteckt sind. Da man die eigene Siedlung nach und nach ausbauen wird, schließen sich immer mehr NPCs an, die nützliche Dinge herstellen können, die dann im weiteren Spielverlauf von Nutzen sein werden. Waffen, Rüstungsteile und mehr werden auf diese Weise produziert, immer vorausgesetzt, man hat die entsprechenden Bewohner für die Siedlung freigespielt und besitzt zudem die Rohstoffe und hat die jeweiligen Pläne gefunden. Das Sammeln dieser lohnt sich daher wirklich.
Weiterhin gibt es auch in „Assassin’s Creed 3“ wieder Federn, die eingesammelt werden möchten. Auch Hinkebein wird man nach einiger Spielzeit treffen. Dieser möchte Klunker, die in der Spielwelt zu finden sind. Zum Dank bekommt der Spieler dafür… na, das verrate ich dann doch nicht.

 

Wer keine Lust hat, durch das wilde Umland zu laufen, der kann die Schnellreisefunktion nutzen, um sich zu bestimmten Kartenabschnitten zu bewegen. Innerhalb der beiden großen Städte gibt es diese Funktion auch, man muss die entsprechenden Stationen jedoch erst entdecken und durch das Erkunden eines Tunnelsystems freispielen. Setzt man diese Funktion jedoch zu oft ein, wird einiges an Atmosphäre flöten gehen, da man einfach nur noch von Station zu Station springt.
Während man die meiste Zeit als Connor unterwegs ist, gibt es zwischendurch aber immer wieder Passagen, in denen man direkt die Rolle von Desmond übernimmt. Dieser muss dann beispielsweise auf Hochhäuser kraxeln, um von dort einen Fallschirmsprung auszuführen, oder aber in der Aspergo-Zentrale Unruhe stiften.

 

Hat man einmal keine Lust, die Geschichte weiterzuspielen, oder hat man diese bereits zu 100% absolviert, darf man sich in den Multiplayermodus von „Assassin’s Creed 3“ stürzen. Dieser bietet zum einen bekannte Spielmodi aus den Vorgängern, aber auch einige Neuerungen. Um den Multiplayermodus nutzen zu können, muss übrigens ein Code eingegeben werden, der der Box beiliegt. Gebrauchtkäufer müssen diesen dann – sollte der Code benutzt worden sein – im entsprechenden Store ihrer Plattform erwerben.
Zu den neuen Spielmodi zählt z.B. der Dominanzmodus, in dem bestimmte Gebiete gegen Angreifer verteidigt werden müssen. Natürlich sind auch Deathmatch und andere Modi wieder mit von der Partie, immerhin konnten diese ja bereits in den Vorgängern überzeugen. Die Multiplayerkarten dürfen übrigens mit unterschiedlichen Wetterbedingungen gespielt werden. Hier ist es dann wie im Singleplayermodus so, dass z.B. starker Regen die Sichtweite verringert, was gerade gegen menschliche Gegner für reichlich Spannung sorgt.

Die Steuerung von „Assassin’s Creed 3“ ist denkbar simpel. Blocken, Angreifen, Rennen, Klettern, Springen etc. – diese Funktionen sind allesamt gut auf das Pad verteilt und nach wenigen Minuten kommen auch AC-Neulinge damit klar. Leider klappt das Kontern noch nicht so, wie es klappen sollte, was hoffentlich durch einen Patch bereinigt wird.
Der Sound bietet neben dem sehr guten Soundtrack eine sehr gute deutsche Synchronisation, wobei man jedoch nicht auf Lippensynchronität hoffen sollte. Die Sprecher machen ihre Arbeit aber allesamt sehr gut und bringen so noch einen Tick mehr Atmosphäre ins Spiel.
Optisch kann sich „Assassin’s Creed 3“ bis auf die angesprochenen Mängel sehen lassen. Zwar findet man immer wieder Abschnitte, bei denen man den Eindruck bekommt, die Grafiker hätten hier gerade mal keine Lust gehabt, aber der Großteil des Spiels ist eine Augenweide. Besonders die Sequenzen auf hoher See und das Umland können sich hierbei sehen lassen.

 

[box type=”info” size=”large” style=”rounded” border=”full”]Fazit: „Assassin’s Creed 3“ ist nicht frei von Bugs, macht aber trotzdem Spaß. Es dauert recht lange, bis man in die Rolle der eigentlichen Hauptfigur schlüpfen wird, jedoch erfährt man so einiges über wichtige Charaktere und kann sich besser mit diesen identifizieren. Das Tutorial werte ich jedoch einfach mal als „lieblos und nur dafür gedacht, den Spieler an die Steuerung heranzuführen“. Die Geschichte beruht teilweise auf wahren Begebenheiten und es macht Spaß, diese zu spielen. Spieler, die die bisherigen AC-Teile gespielt haben, greifen bei „Assassin’s Creed 3“ sowieso zu, allen anderen kann ich den Titel auch ans Herz legen. „Assassin’s Creed 3“ ist ganz klar eines der derzeit besten Action-Adventures, die für aktuelle Spieleplattformen in den Regalen der Händler stehen. Schafft Ubisoft es nun noch, die teilweise unschönen Bugs wegzupatchen, hat man mit „Assassin’s Creed 3“ ein kleines Meisterwerk der Computerspielgeschichte im Regal stehen![/box]

 

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