Batman: The Telltale Series – Episode 3 “Neue Weltordnung”

Die ersten zwei Episoden von Batman: The Telltale Series waren bereits sehr gut. So gut, dass ich fest damit gerechnet habe, dass die dritte Folge, mit der nun auch die erste Hälfte der Staffel geschafft wäre, nur hinter den Erwartungen zurückbleiben könne. Doch wie so oft lag ich falsch. Warum die dritte Episode mit dem Namen “Neue Weltordnung” für mich das beste ist, was Telltale Games seit langer Zeit veröffentlicht haben, soll der folgende Test klären.

Neue Weltordnung

Nachdem die Geschichte in Episode 2 “Kinder von Arkham” bereits ordentlich an Fahrt aufgenommen hatte, setzt Telltale in der dritten Folge noch einen drauf. Sowohl Bruce Wayne als auch Batman müssen immer mehr Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen nicht direkt abzusehen sind, aber einen mitunter schon bei der Wahl mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurücklassen. Natürlich möchte ich an dieser Stelle auf eventuelle Spoiler verzichten und sage nur so viel zur Handlung: Es geht voran, es entwickelt sich und zieht dem Spieler auch gerne mal den Boden unter den Füßen weg.

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Was Telltale hier abliefert ist die konsequenteste und spannendste Weiterführung einer etablierten Storyline, die ich bisher von dem Entwicklerstudio erfahren durfte. Die Charakterentwicklung kommt genausowenig zu kurz wie die Action und es gibt da eine ganz bestimmte Szene, die sich Batman/Bruce Wayne und Catwoman/Selina Kyle teilen und während derer ich für einen kurzen Moment dachte ich wäre nicht mehr in einem Telltale-Adventure, sondern in einem, das von Quantic Dream (Heavy Rain, Beyond: Two Souls) designt wurde. Und das ist an dieser Stelle durch und durch als Kompliment gemeint!

Genauso großartig wie ärgerlich ist allerdings der fiese Cliffhanger, der mich noch während ich diese Zeilen schreibe wieder auf den Kalender schauen lässt, um nachzuprüfen wie lange es wohl noch dauert, bis es endlich weiter geht.

Spielerisch wie eh und je

Dass uns vom Gameplay keine Überraschungen oder große Enttäuschungen drohen würden, war von vorneherein klar. Es bleibt wie eh und je: In Action-Sequenzen und Dialogen müssen einzelne Knöpfe oder Kombinationen mehrerer Knöpfe zur rechten Zeit gedrückt werden, während es in den noch immer aufgesetzt wirkenden “Adventure”-Abschnitten lediglich davon geht gemächlich von Punkt a) nach b) zu laufen und Punkte von Interesse zu untersuchen. Wie in den anderen Episoden müssen auch diesmal Hinweise miteinander verknüpft werden, um in der Story voranzukommen. Leider ist diese eine (!) Passage nicht besonders anspruchsvoll und ich war tatsächlich froh, als sie vorbei war und ich mich wieder der packenden Handlung und den daraus resultierenden Kämpfen widmen durfte. Da könnte Telltale durchaus noch einmal in sich gehen und packendere oder zumindest forderndere Rätsel einbauen. Ich würde es begrüßen.

Neben der spielerischen Routine hat sich auch bei der Spielzeit mittlerweile eine ziemlich fixe Zahl ins Bewusstsein gebrannt. Etwas mehr als neunzig Minuten war ich mit der Handlung beschäftigt – und ich schwöre euch bei allem was mir heilig ist: Ich wollte mehr!

Technik & Sound

Auch hier bleibt alles beim Alten: Das Artdesign passt zu Batman wie Lachgas zum Joker, die Animationen sind bei weitem nicht perfekt, aber ordentlich im Rahmen dessen, was Telltale uns seit The Walking Dead vorsetzt und die Synchronsprecher bleiben auf ihrem hohen Niveau.  Packende Unterhaltung ist damit auch weiterhin garantiert.

Der Soundtrack ist stimmig und ergänzt die bisher bekannten Melodien um ein paar neue, die mir im ersten Moment etwas fehl am Platz vorkamen, aber sich schnell in meinem Gehörgang eingespielt haben. Schade sind die technischen Fehler. Neben den fast schon obligatorischen Untertitel-Verwechslungen (mal deutsch, mal englisch / oder es steht etwas anderes da, als gesagt wurde) stören die enormen Framerate-Einbrüche.

Da muss Telltale nachbessern, denn die aktuelle Folge ist in dieser Hinsicht auch die schwächste. Ein paar mal hat das Geschehen innerhalb einer Videosequenz so sehr geruckelt, dass ich Angst hatte das Spiel würde sich aufhängen. Hat es sich letzten Endes dann auch, aber während einer völlig anderen Sequenz, die bis zu dem Zeitpunkt eigentlich problemfrei durchlief. Ein Neustart des Spiels konnte das Problem allerdings beheben und danach gab es keine Abstürze mehr.

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FAZIT

Sollte die vierte Episode von Batman: The Telltale Series unter ähnlichen technischen Problemen leiden, wie die dritte, werde entsprechende Punkte von der Gesamtwertung abziehen müssen. Aber eigentlich möchte ich das gar nicht, denn trotz der störenden Ruckler und Framerate-Einbrüche, war “Neue Weltordnung” eine der besten Episoden, die Telltale in den letzten Jahren abgeliefert hat. Spannend, voller Wendungen, aber auch mit unerwarteten Ansätzen, die zeigen welches Potential in dem Entwicklerstudio tatsächlich noch schlummert. Mehr davon!

Ich war und bin begeistert von den Geschehnissen und verfluche den Cliffhanger am Ende mindestens genauso wie ich es kaum noch erwarten kann, bis Episode 4 Ende November endlich veröffentlicht wird.

Getestet wurde Batman: The Telltale Series – Episode 3 “Neue Weltordnung” auf der PlayStation 4 dank eines von Telltale bereit gestellten Codes.

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