Browsergame im Test: Elvenar

Elvenar Test
Browser-Aufbau-Strategiespiele gehören in der weltweiten Spielelandschaft längst zu den etablierten Genres und haben im Grunde nur einen großen Feind: das Genre selbst. Sich von den unzähligen Konkurrenz-Produkten abzuheben, ist schließlich gar nicht so einfach und stellt die Entwickler zunehmend vor größere Probleme.

Hübsches Spiel = gutes Spiel?

Browserspiel-Experte „InnoGames“ setzt mit Elvenar unverkennbar auf die grafische Komponente. Das Fantasyspiel überzeugt bereits auf den ersten Blick mit einer detailreichen Engine und gehört mit seiner farbenfrohen Spielewelt zu den atmosphärischsten Vertretern seiner Zunft. Die erste (vermeintlich) weitreichende Spielentscheidung steht für den Spieler bereits in den ersten Minuten auf dem Plan. Es muss nämlich entschieden werden, ob das eigene Reich technikaffine Menschen oder magiebegabte Elfen beherbergen soll. Abgesehen von der grafischen Darstellung und weniger Unterschiede im Kampfsystem spielen sich beide Seiten allerdings gänzlich gleich.

Ob Elfenreich oder Menschenimperium: Endlich können die ersten Häuser platziert, die ersten Güter produziert und die ersten Produkte auf dem Markt verkauft werden. Das obligatorische Tutorial hilft dem Spieler griffsicher durch die ersten Aufgaben und verschafft selbst Genre-Einsteigern einen schnellen Überblick. Sobald das zu bewirtschaftende Dörfchen dann eine gewisse Größe erreicht hat, treten militärische Einheiten auf dem Plan, die in bekannter Hex-Rundenstrategie gegen die KI in die Schlacht geführt werden müssen, um die von Spielbeginn an gehegten eigenen Expansionspläne in die Tat umsetzen zu können.

Parallel ins Nirgendwo

Und dann? Und dann ist leider nicht mehr so viel. Denn obwohl Elvenar im Gewand eines Multiplayerspiels daherkommt, steht der Singleplayer klar im Vordergrund. Zwar können Gilden gegründet und über ein rudimentäres Kommunikationssystem Nachrichten ausgetauscht werden. Ein „Zusammenspielen“ ermöglicht das Browsergame jedoch kaum. Vielmehr existieren die Städte nebenher und beeinflussen sich in ihrer Ausdehnung eher nicht.

Negativ fallen zudem die langen Wartezeiten auf, um etwa neue Gebäude fertigzustellen oder Güter zu produzieren. Jene Zeiten können genretypisch ausschließlich mit dem munteren Einsatz von Echtgeld verkürzt werden und machen aus dem Free2Play-Titel schnell ein Pay2Play-Game.

Elvenar Fazit

Ist die Freude über die Grafikpracht erst einmal verarbeitet, offenbart Elvenar nach nur wenigen Stunden Spielzeit sein wahres Gesicht. Übertriebene Wartezeiten, fehlende Multiplayer-Interaktion und eine zweifelhafte Langzeitmotivation sorgen leider dafür, dass sich das Spiel in die beinahe unzählige Reihe mittelmäßiger Browser-Aufbau-Strategiespiele einfügt und vor allem Genre-Kenner kaum länger als für das Tutorial bei Laune halten dürfte. Wir sagen daher: Für Einsteiger ist Elvenar fraglos einen Blick wert. Für erfahrene Gamer fehlt jedoch eindeutig Content und Spieltiefe.

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