Crash Bandicoot N. Sane Trilogy – Review

Crash Bandicoot N. Sane Trilogy
Die Crash Bandicoot N. Sane Trilogy umfasst die ersten drei Crash-Spiele, die zwischen 1996 und 1998 auf der PlayStation 1 (PSX) erschienen waren. Ursprünglich entwickelt von Naughty Dog – in den letzten Jahren mit der Uncharted-Reihe erneut zu Ruhm gelangt – hat Activision das durchaus renommierte Studio Vicarious Visions mit der Neuauflage dieser Klassiker beauftragt. Seit seiner Veröffentlichung am 30. Juni konnte die N. Sane Trilogy vor allem in Großbritannien mehrere Verkaufsrekorde aufstellen und übertrumpfte damit unter anderem den bisherigen Jahresspitzenreiter Horizon: Zero Dawn. Ist das bloße Nostalgie oder sind die ersten drei spiele der Crash-Reihe auch heute noch das Erleben wert? Die Antwort verrät das folgende Review.

Remaster oder Remake auf der Playstation?

Ist die Crash Bandicoot N. Sane Trilogy ein Remaster oder ein Remake? Letzteres wohl kaum. Das Spiel bleibt dem Original in allen Punkten treu, die nicht direkt mit der überlegenen grafischen Leistungsfähigkeit der PlayStation 4 zu tun haben. Angefangen bei Steuerung und Levelaufbau, bis hin zur Musik ist die N. Sane Trilogy eine akkurate Nachbildung der Klassiker. Auf der anderen Seite ist das Spiel zumindest grafisch weitaus mehr als ein simples Remaster und stellt nicht einfach die Grafiken des Originals in höherer Auflösung dar, sondern entwirft sie von Grund auf neu, auf einem dem Jahr 2017 durchaus angemessenen Niveau.

Ein Kind seiner Zeit

Die Originaltreue bringt leider auch mit sich, dass Spielaufbau und Spielmechanik der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy auf dem Stand der 1990er verblieben sind. Schon damals war Crash Bandicoot im Vergleich zu seinen Nintendo-Konkurrenten wie Super Mario 64 und Banjo-Kazooie ein eher althergebrachtes und oftmals sprödes Spiel, das im Rahmen seiner Möglichkeiten zwar tadellos funktionierte, aber nicht die Innovationen und Freiheiten der genannten Zeitgenossen bot. Das erste Spiel der Crash-Reihe erschien immerhin schon 1996 – und somit vor Super Mario 64 und seiner Revolution Jump & Run-Genres. Die Teile 2 und 3 – Cortex Strikes Back und Warped – erschienen in Abständen von jeweils einem Jahr später. Allerdings besaßen auch diese Spiele keine frei begehbaren 3D-Welten, sondern hielten an den stark schlauchartigen Arealen fest, in denen die Perspektive nicht vollkommen frei und die Aufgaben eher rudimentär sind: Gegner müssen besiegt, Kisten aufgebrochen, Kristalle eingesammelt werden, und hin und wieder wartet ein Endgegner.

Gnadenlos schwer – und manchmal unfair

Damit erscheint Crash Bandicoot gerade heute vergleichsweise limitiert und ist oftmals frustrierend. Spaß dürfte es vor allem denen machen, die die Reihe aus ihrer Kindheit kennen. Aber auch die dürften erstaunt sein, welche Frusttoleranz Crash dem Spieler abverlangt, und zwar ganz besonders im ersten der drei Teile. Zwar haben die Entwickler der Neuauflage ein automatisches Speichersystem spendiert, doch kann auch das die Kameraprobleme und gelegentlichen Designfehler der alten Spiele nur bedingt kaschieren. Manch einer mag sagen, dass die Crash Bandicoot N. Sane Trilogy den Originalen auf diese Weise treu bleibt, und in der Tat dürfte gerade das für viele Spieler der Reiz an dieser Neuauflage sein – noch einmal einzutauchen in das unverzeihliche Spielgefühl der PSX-Ära, ohne dabei auf zeitgemäße HD-Grafiken verzichten zu müssen.

Übrigens: Während die Grafiken für das Remaster umfassend überarbeitet wurden und sich hinter aktuellen 3D-Platformern kaum verstecken müssen, sind die Entwickler beim Sound den Originalen treu geblieben. Das ist nicht weiter schlimm, schließlich machten schon die Gebrauch von den damals fortschrittlichen CD-Fähigkeiten der ersten PlayStation. Musik wie Soundeffekte wirken daher heute noch genauso einprägsam und passend wie damals und verleihen dem Spiel das nostalgische Retro-Gefühl, das die überarbeitete Grafik nicht vermitteln kann.

Crash Bandicoot N. Sane Trilogy – mein Fazit

Die Crash Bandicoot N. Sane Trilogy ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite wird es Spieler geben, die ganz entschieden danach dürsten, die Klassiker ihrer Kindheit oder Jugend fast unverändert noch einmal zu erleben – und die den gnadenlosen Schwierigkeitsgrad als Teil der Retro-Nostalgie betrachten. Das kann allerdings nicht verdecken, dass die Crash-Klassiker aus heutiger Sicht mit erheblichen Problem zu kämpfen haben. Klar, ein gutes Spiel ist zeitlos gut, und Spiele, die vor 20 Jahren gut waren, sind heute nicht objektiv schlechter. Allerdings hat seit damals nicht nur die grafische Darstellung von Videospielen riesige Fortschritte gemacht – auch das Game Design hat sich weiterbewegt. Crash kann da schlichtweg nicht mithalten. Dessen zumindest sollte sich jeder bewusst sein, der seiner PS4 diese nach wie vor charmanten und humorigen Klassiker spendieren möchte.

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