Dark and Light – Review

Dark and Light MMORPG
Um Verwechselungen vorzubeugen: Bereits 2006 erschien ein MMORPG mit Namen Dark and Light, das seit 2002 bei NPCube entwickelt und von Farlan Entertainment auf den Markt gebracht wurde. Sorgten einige vielversprechenden Features und die enormen Ausmaße der Spielwelt während der Beta-Phase für einen gewissen Hype, erhielt die Verkaufsversion teils vernichtete Kritiken und floppte grandios: Gerade einmal zwei Jahre vergingen, bis die Server abgeschaltet wurden.

Umso erstaunlicher, dass das chinesische Unternehmen Snail Games Interesse zeigte, den Vertrieb des Spiels in China übernahm und ebenfalls noch 2008 die Rechte an der Marke Dark and Light erwarb.

Geschlagene zehn Jahre später ist die Neuauflage des MMORPGs als Early-Access-Version auf Steam erhältlich. Ob es sich jetzt schon lohnt, dafür Geld auszugeben, oder ob man mindestens bis zur Vollversion warten sollte, klärt das folgende Review.

Eher Namensvetter als Blutsverwandter

Mit dem ursprünglichen Dark and Light hat die Neuauflage neben dem Namen nur wenig gemein. Viel mehr ähnelt das Spiel auf fast schon frappierende Weise dem ziemlich erfolgreichen Überlebens-Abenteuer Ark: Survival Evolved vom Studio Wildcard, oder auch Conan Exiles. Dark and Light ist also kein klassisches MMORPG mit Fokus auf Quests, sondern ein Survival-Rollenspiel mit Sandbox-Elementen.Der Schauplatz von Dark and Light ist ein Planet mit Namen Alpha, der aus 25 Zonen besteht und wie kein anderer von Magie durchströmt wird. Um in dieser Welt gegen die NPCs als auch gegen die menschlichen Kontrahenten bestehen zu können, verlangt Dark and Light vom Spieler nicht nur, dass er seinen Charakter trainiert und Basen und Siedlungen aufbaut, sondern auch, dass er mächtige Fabelwesen und andere Kreaturen zähmt: Vom Drachen bis zum Einhorn können die als Fortbewegungsmittel dienen oder dem Spieler im Kampf zur Seite stehen.

Besonders mächtige Kreaturen können allerdings nur gemeinsam gezähmt werden. Dieses Feature hat entscheidenden Anteil daran, dass Dark and Light kein simples Jeder-gegen-jeden ist, sondern der Anschluss an einen Clan für den Spielfortschritt sehr hilfreich sein kann – und das, obwohl in Dark and Light gerade einmal 100 Spieler pro Server unterwegs sind. Das soll die Survival-Elemente des Spiels besser zur Geltung bringen und jedes Aufeinandertreffen mit einem menschlichen Mitspieler zu etwas Besonderem machen.

In der Praxis hapert es hier aber noch am Balancing und allzu unvorhersehbare Kills durch überstarke Mitspieler – die zum Verlust aller Items im Inventar führen können – stehen dem Erkunden der eigentlich sehr schönen Fantasywelt immer wieder im Weg.

Holprige Grafik, viele Bugs – und trotzdem Potential

Doch auch in vielen anderen Punkten wirkt Dark and Light in seiner gegenwärtigen Form noch sehr unfertig und unausgegoren. Obwohl Snail Games keinen Hehl daraus machen und die Spieler explizit dazu auffordert, sich an der Jagd nach Bugs und der weiteren Verbesserung des Spiels zu beteiligen, liegt die Vermutung nahe, dass dem Entwickler vor allem daran gelegen war, vor dem Konkurrenten auf den Markt zu kommen: Citadel: Forged with Fire, das wie das augenscheinliche Vorbild Ark von Studio Wildcard entwickelt wird, soll nämlich ebenfalls noch diesen Sommer als Early Access Version starten.

Mit der Grafik verhält es sich ähnlich: Zwar kommt bei Dark and Light die leistungsfähige Unreal Engine 4 zum Einsatz, doch so außerordentlich schön wie Screenshots und Trailer das versprochen hatten, sieht das Spiel noch nicht aus. Dazu kommt, dass viele Spieler Probleme haben dürften, Dark and Light überhaupt auf den höchsten Grafikeinstellungen zu spielen. Selbst auf überdurchschnittlich leistungsfähigen PCs läuft die aktuelle Early-Access-Fassung ausgesprochen holprig. Bugs, bis hin zu Spielabstürzen, kommen hinzu; außerdem sind die Ladezeiten teils unerklärlich lang.

Dark and Light – Fazit

Eine uneingeschränkte Empfehlung kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgesprochen werden. Dark and Light hat allerhand Potential, bringt aber eine zu lange Liste von Problemen mit sich, als dass es anderen als den abenteuerlustigsten und engagiertesten MMORPG Experten empfohlen werden könnte. Es dürfte sich allerdings lohnen, das Spiel im Auge zu behalten und entweder auf die Vollversion zu warten, oder in einigen Wochen noch einmal zu schauen, wenn die Kinderkrankheiten – hoffentlich – behoben sind.

Optimistisch macht, dass Snail Games gerade erst einen sehr umfangreichen Patch veröffentlicht haben, der einige besonders dringliche Probleme löst und zeigt, dass man der Kritik der Spieler tatsächlich Gehör schenkt. In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass die Neuauflage von Dark and Light – anders als das Original – nicht vorschnell auf den Markt gebracht wird.

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