Dark Souls 2 – Masochismus pur im Test

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Dark Souls ist zurück! Und wieder nimmt es die Gamer-Community mit dem Schicksal des Verfluchten auf… Zumindest jenes des verfluchten Zockers, der sich wieder auf hohe Zahlen am Death-Counter einlassen will. Gerade jenes Spielprinzip, dass den Spieler vollends an den letzten Startpunkt zurücksetzt hatte beim ersten Teil der Serie von From Software derart für hohe Wogen gesorgt, dass Teil 1 außergewöhnlich hohe Bewertungen bekommen hat. Auch die Trailer zum zweiten Teil der Dark Souls Saga ließen Fans aus aller Welt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die Vorzeichen wurden also gestellt für ein episches Sequel. Allerdings… Reserven wären schon noch vorhanden gewesen. Aber alles der Reihe nach.

 

Wahnsinn von Anfang an

Zu Beginn von Dark Souls II wartet From Software mit einem Wahnsinns-Trailer auf. Und sobald der Spieler den Charakter steuern kann, baut sich sofort eine Wahnsinns-Atmosphäre auf. Die Charaktererstellung steht diesmal nicht sofort am Beginn, sondern wird im Stile von Skyrim in die Anfangshandlung eingebaut. Die bekannten Charakterklassen und auch Gegenstände, die dem Spieler von Anfang an mitgegeben werden, können ausgewählt werden, stellen aber hier schon das erste Dilemma dar – jede Entscheidung birgt von Anfang an Vor- und Nachteile und treibt den Spieler in der ersten halben Stunde schon in den Wahnsinn. Die Items wirken vollkommen unnütz, aber noch ist nicht klar, dass diese sich im Verlauf des Spiels als notwendig herausstellen werden. Und spätestens hier wird klar, dass Dark Souls II seinem Grundsatz treu bleibt: Seine Community zur Verzweiflung zu bringen.

 

Grafik pfui

In einem Teil gelingt From Software das aber ziemlich unfreiwillig. So stimmig die Atmosphäre in Sound (Großer Bonus: Keine deutsche Synchro, sondern nur Untertitel!) und Story beschworen wird, das weinende Auge stellt ganz klar die Grafik dar. Schon während den ersten Schritten wird klar: Das ist nicht die Grafik aus der PC-Beta. Warum? Die Entwickler selbst mussten die Framerate-Probleme der Konsolen mit Downgrades lösen, zeitweise sehen Umgebung und Aktionen sehr verwaschen oder ganz gegensätzlich sehr körnig und schlecht skaliertaus. Die Hoffnung für die PC-Spieler bleibt, dass die PC-Fassung allerdings ohne die Portierungslösungen in der Originalgrafik erscheint und spätestens dort die dennoch toll designte Spielewelt von Dark Souls II in vollem Glanz erstrahlt.

 

Welcome to Dark Souls II

Trotz der Grafikeinbußen an der Konsole fühlt man sich aber beim ersten Oger, der einem den Kopf abbeißt, wieder ganz wie zu Hause. Ganz süffisant erscheint rechts oben “Willkommen bei Dark Souls 2!“. Und das beweist, dass die langwierige Story sich ziemlich mühsam über viele, viele Spielstunden erstrecken wird und man nur noch auf den Punkt wartet, sein Gamepad in die Ecke zu schmeißen. Einige Neuerungen führen dazu, dass der Vollzug harter Situationen noch härter wird, als es der Schwierigkeitsgrad macht. Beispielweise wird die maximale Lebensenergie des Charakters bei jedem Tod verringert, bis nur noch 50 Prozent der Gesundheitspunkt übrig sind. Auch die Mimics sind wieder dabei, die sich als Kisten tarnen, und gierige Spieler auch des Öfteren zur Verzweiflung bringen können, indem sie sie mit Haut und Haar verschlingen. Die wichtigen Gegenstände, wie Menschenbilder, die euch bei der Regeneration helfen, oder die Edelsteinechsen, die beim Anblick des Verfluchten schnell das Weite suchen, sind rar gesät und machen jeden Fund zu einem tollen Moment. Doch nach dem Zuckerbrot lässt die Peitsche sicherlich nicht lang auf sich warten.

 

Story-Pacing

Eine Handlung bietet das Spiel übrigens auch, wenn sie sich auch nur schleppend erschließt. In der Rolle des Verfluchten, der in die Welt von Drangleic gesogen wurde, muss ein Gegenmittel für den Fluch gefunden werden, als Untoter umher zu wandeln. Nach und nach trifft man auf Gleichgesinnte, auch auf den zentralen Support dieses Spiels: Eine Priesterin, die die Lösung kennt: die 4 Grand Souls zu sammeln, um den Spieler gemeinsam mit den “handelsüblichen” Seelen für die Heilung seiner Verdammnis zu rüsten.

 

Hart, aber fair

Bis auf die Grafikreduktion hat From Software wieder alles richtig gemacht: Dark Souls hat seine Stärken behalten, und sorgt in jedem Moment für Adrenalin, denn der Tod wartet an jeder Ecke, was aber aufgrund von möglichen zweiten Chancen (der Fortschritt kann wieder eingesammelt werden, sobald man die Stelle seines Todes ohne zu Sterben erreicht) sehr fair anmutet. Mit kleinen Neuerungen wie Tool-Tipps zu Steuerung und intuitivem Levelsystem ist Dark Souls II auch für Anfänger und all jene interessant, die sich mit dem Hardcore-Einstieg im ersten Teil nicht so anfreunden konnten. Und spätestens wenn wieder “Ihr seid gestorben” auf dem Screen erscheint, wird man sich klar, dass Dark Souls II für die vergangene Konsolengeneration ein großartiges Requiem darstellt!

 

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