Darksiders: Warmastered Edition

Nachdem Darksiders 2 bereits vor einiger Zeit ein Remaster in Form der Deathinitive Edition erhalten hat, zieht nun der erste Teil nach. In der Darksiders: Warmastered Edition zieht der apokalyptische Reiter Krieg in die Schlacht gegen Engel und Dämonen, um einen Verrat zu beweisen, der ihn seine Macht kostete und die Apokalypse über die Erde brachte. Ob sich der Rachefeldzug auch sechs Jahre nach Erstveröffentlichung lohnt, soll der folgende Test klären.

Was ein Tag…

Die Apokalypse bricht über die Erde herein und Engel und Dämonen kämpfen in der letzten und alles entscheidenden Schlacht. Als einer der vier apokalyptischen Reiter folgt auch Krieg dem Ruf und richtet über Gut und Böse. Doch als seine Geschwister Tod, Sieg und Hunger nicht auftauchen, dämmert Krieg, dass er hintergangen wurde. Da man keinen solchen Bruch feststellen kann, wird Krieg vor den hohen Rat berufen und veurteilt. Doch er kann einen Deal aushandeln: Gebunden an einen geisterhaften Beobachter des Rates, wird Krieg entmachtet auf die Erde geschickt, wo er seine Unschuld beweisen soll. So beginnt die Darksiders: Warmastered Edition, die Spieler auf eine lange und spannende Reise mitnimmt, die dank einiger Wendungen und mindestens ebenso skuriler wie abgefahrener Charaktere lange in Erinnerung bleiben wird.

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Die Geschichte wird dabei in ausführlichen und komplett deutsch vertonten Zwischensequenzen erzählt, die – gerade dafür, dass das Spiel bereits 6 Jahre alt ist – nicht nur toll aussehen, sondern die Story auch Stück für Stück vorantreiben. Bis zum Ende hin bleibt sie spannend und Krieg entwickelt sich vom blassen Protagonisten zum interessanten Charakter. Toll gemacht!

God of War trifft Zelda

Darksiders sieht sich selbst als ein Action-Adventure, das Elemente von The Legend of Zelda mit den schnellen Kämpfen eines God of War verbindet. Man kann sich dank der ständig wachsenden Moveliste in den zahlreichen Kämpfen ordentlich austoben und darf dabei auf eine Vielzahl von Waffen zurückgreifen. Anfangs startet man mit einem Schwert, dem sogenannten “Chaosbringer”, der mit jeder erlösten Seele stärker wird, darf aber schon bald auf Schusswaffen oder eine große Sense zurückgreifen, die unterschiedliche Attacken und Kombinationsmöglichkeiten mit sich bringen.

Seelen können zusätzlich auch als Zahlungsmittel beim mysteriösen Händler Vulgrim genutzt werden, um neue Fertigkeiten, Waffen und Items zu kaufen. Zudem hat er es besonders auf bestimmte Siegel abgesehen, die in der Welt versteckt sind. Es lohnt sich also die offenen Areale genau zu erforschen und sie späterhin nochmals zu besuchen. Denn ähnlich wie in Zelda bekommt Krieg mit der Zeit neue Fähigkeiten und Ausrüstung, die Wege zu vorher unpassierbaren Gebieten öffnen. Eines der ersten Beispiele ist die Gleitfähigkeit, die es ermöglicht größere Abgründe zu überwinden. Aber es gesellen sich auch noch Handschuhe dazu, mit denen sich Eisbarrieren pulverisieren lassen, oder man kann schließlich die Zeit verzerren, um bestimmte Rätsel zu lösen.

Ähnlich wie in Nintendos Titel können die neuen Gegenstände in separaten Dungeons erworben werden, die mit allerlei Gegner, Fallen, Items und beeindruckenden Endbossen – vom gigantischen Sandwurm über eine dämonische Fledermauskönigin ist alles dabei, was die Phantasie so hergibt – gespickt sind. Diese Dungeons und die dazugehörigen Bosse sind dabei meist eng an das neue Item gebunden, so dass sich auch ein Großteil der Rätsel damit lösen oder Hindernisse eben überwinden lassen.

An dieser Stelle macht Darksiders alles richtig und beweist, dass man auch ein “erwachsenes Zelda” entwickeln kann und die Gameplay-Mechaniken auch von anderen Entwicklern perfekt umgesetzt werden können. Und unabhängig vom Alter bleibt der Spielspaß hier unverändert groß.

Technik & Sound

Wo das generelle Artdesign und die atmosphärischen Lichtffekte und Umgebungsgrafiken schon vor sechs Jahren überzeugen konnten, wurde auch bei dem Remaster ganze Arbeit geleistet. Die Texturen und Details sind noch einmal feiner und die Effekte sehen einfach nur toll aus. Wenn man es nicht besser wüsste, man würde dem Titel sein Alter nur bedingt ansehen. In dieser vorliegenden Form könnte das Spiel auch vor zwei, drei Jahren noch erschienen sein können. Auch die Performance ist herausragend und das Spiel läuft bei ziemlich stabilen 60fps. Schade allerdings ist, dass sich einige Fehler in die Portierung eingeschlichen haben. Manchmal entwickelten die Zwischensequenzen beispielsweise ein Eigenleben, sprich sie brachen einfach ab, aber die Untertitel liefen allerdings weiter. Und auch Lippensynchronizität sucht man vergeblich, da der Ton nicht immer hunderprozentig zum Videomaterial passt. Interessanterweise gab es diese Probleme bei der PS3-Version noch nicht.

Nach dem ersten Patch lief alles ein gutes Stück runder, aber leider immer noch nicht fehlerfrei. Die deutsche Synchronisation ist dafür hervorragend gelungen und braucht sich vor weitaus größeren Produktionen nicht zu verstecken. Und auch der Soundtrack weiß zu gefallen. Wo es aus technischer Sicht manchmal zu Aussetzern kommt, überzeugt die Akustik also auf ganzer Linie! Top!

FAZIT

Die Darksiders: Warmastered Edition ist für mich die wohl wichtigste aktuelle Wiederbelebung einer völlig zu unrecht vergessenen Action-Adventure-Reihe. Das Spiel ist tatsächlich eine Art The Legend of Zelda für eine ältere Zielgruppe, das interessante und gut durchdachte Dungeons, sowie Bosskämpfe mit einer starken Geschichte und tollem Artdesign verbindet. Für knapp 20 € für die digitale Version sollte jeder zuschlagen, der sich für das Genre interessiert. Ich hatte richtig viel Spaß mit dem Titel, für den ich mir nun – trotz des schwächeren zweiten Teils – auf jeden Fall einen neuen Ableger wünsche. Hoffentlicht kündigt THQ Nordic in Kürze etwas Entsprechendes an.

Die Darksiders: Warmastered Edition wurde dank eines von THQ Nordic bereit gestellten Codes getestet.

 

 

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