Dick Wilde

Dick Wilde VR

Eigentlich wollten wir in unserer Hütte nur etwas ausspannen, aber dann hörten wir, dass die umliegenden Sümpfe und die Lagune von garstigen Biestern bevölkert wird, die allen Besuchern das Leben zur Hölle machen. Und da wir es nicht ertragen können, wenn anderen Urlaubern dieser zerstört wird, bewaffnen wir uns und ziehen in den Krieg. Willkommen bei Dick Wilde für PlayStation VR.

Verdammte Gegner

Nachdem man sich in seiner Hütte eine Waffe ausgesucht hat, geht es in Dick Wilde direkt zur Sache. Man wählt ein Level aus, macht es sich in seiner Rolle und auf einem schwimmenden Floß bequem und harrt der Dinge, die da noch kommen. Das bedeutet in dem VR-Shooter so viel wie “Warten auf unzählige Gegner, die es zu erledigen gilt”.

Denn unterm Strich handelt es sich bei dem Titel um einen Wellen-Shooter. Nach Wahl eines Levels, muss man verschiedene Gegnerwellen überstehen, ehe man einem Boss gegen übersteht. Durch den gut gemachten Comiclook wirkt die Bedrohung durch Piranhas, Krokodile, mutierte Insekten, Schwertfische und mit Kacke werfende Möwen zwar erst einmal nicht allzu real, wird aber dennoch sehr schnell sehr schweißtreibend. Denn unzählige Gegner stürmen auf das Floß zu, während man einerseits erst einmal den Überblick darüber behalten muss, welcher einem am nächsten ist und andererseits auf jene aufpassen muss, die einem ihr Gift ins Gesicht spucken, oder auf einen zuspringen.

Denn letztere sorgen gerade in VR für einen mittelschweren Schock. Wenn einem ein Schwertfisch ins Gesicht springt, kann man quasi nichts anderes tun, als zurückzuweichen. Und den Giftstrahlen und Kotbombem sollte man auch zur Seite hin ausweichen, da sonst ein Teil des Sichtfeldes beschmutzt ist und man nichts mehr sehen kann. Dementsprechend empfehlen auch das Spielen in stehender Position. Denn so – und gerade mit dem neuen PS VR-Aim-Controller, den Sony zu Farpoint veröffentlicht hat und der komplett unterstützt wird – ist man eigentlich immer in Bewegung, was die Spielerfahrung nochmals intensiviert.

Die Wahl der Waffe

Was uns neben der Unterstützung des neuen Controllers, sowie der Move-Controller besonders gefällt, ist die Vielzahl an Waffen, die sich je nach Controller auch noch unterscheiden. Wer also mit den Move-Drückern in den Kampf zieht, hat vorher eine andere Auswahl vor sich, als diejenigen, die mit dem Aim-Controller ein paar Haie erledigen wollen. Und so absurd einzelne Waffen – wie die Nagelpistole und Bogen – im Kampf gegen die Tiere auch scheinen mögen, sie alle spielen sich anders und verfügen auch noch über einen sekundären Feuermodus, mit dem während der Kämpfe ein wenig taktieren kann. So soll das sein! So macht das Spaß!

Da stört es auch nicht weiter, dass man während eines Levels die Waffe nicht wechseln kann, sondern immer nur vorm Start. Und auch die Steuerung und Immersion des Titels überzeugen auf ganzer Linie. Ist man erst einmal mit den detailliert dargestellten Waffen im Gefecht, vergisst man seine Umgebung schnell. Das Zielen funktioniert in der Regel sehr gut und genau.

Schwierigkeitsgrad & Langzeitmotivation

Der Schwierigkeitsgrad von Dick Wilde ist nicht unbedingt für Einsteiger geeignet, sondern im Gegenteil sogar enorm hoch. Schon der erste Level ist sehr knackig und bis zum ersten Boss zu gelangen kann schon eine ziemliche Herausforderung  sein. Wer allerdings fleißig übt und eine Waffe gefunden hat, mit der er gut umgehen kann, wird dabei auf jeden Fall seinen Spaß haben.

Schade nur, dass es zwar einige Welten gibt, diese sich aber nur minimal unterscheiden und nicht jedes Gebiet auch eigenständige Gegner vorweisen kann. Darunter leidet dann doch die Abwechslung. Zudem kann man seine erzielten Highscores zwar mit anderen Spielern vergleichen, aber sonstige Online-Modi gibt es leider nicht. Und auch der Koop-Modus macht eigentlich kaum Sinn, da eh immer nur einer spielt und die anderen zusehen, bis der erste Spieler stirbt. Da könnte man auch einfach den Singleplayer-Modus abwechselnd spielen. Aber gut…

Technik & Sound

Aufgrund des Comiclooks gibt es ähnlich wie VR Karts auch hier wenig auszusetzen. Der Stil ist stimmig und sieht gut aus. Das Gameplay läuft wie bei VR eben üblich sehr flüssig und die Immersion ist sehr gut gelungen. Wenn die Gegner auf einen zuspringen und attackieren, duckt man sich automatisch weg. Das Headtracking, sowie die Erfassung der Controller funktioniert dabei hervorragend. So wünschen wir uns das!

Der Soundtrack ist nicht besonders abwechslungsreich und kann mitunter schon mal nerven, aber er gehört auch eher in die Kategorie “Beim Spielen einfach ausblenden”. Die Waffen- und Gegnergeräusche sind dafür sehr gut gelungen.

Dick Wilde Gameplay

FAZIT – Dick Wilde

Wer einen PS VR-Aim-Controller besitzt, sollte auf jeden fall mit dem Kauf liebäugeln. Auch wenn die Abwechslung nicht so groß und der Schwierigkeitsgrad recht hoch ist, macht der Titel viel richtig und auf jeden Fall Spaß. Ich habe außerdem das Gefühl während einer Session die Pfunde purzeln zu spüren, was für Leute, die Lust auf etwas mehr Bewegung haben, von Vorteil ist. Alle anderen spielen es im Sitzen – ist ja auch okay.

Der Preis von 14,99 € ist auf jeden Fall sehr gut und unterstützt an dieser Stelle nur noch mal meine Aufforderung: Wer Lust auf einen knackigen VR-Shooter hat, sollte sich im Store umschauen.

 

 

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