Digimon World: Next Order

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Digimon gehört vor allem im fernen Osten zur einer sehr beliebten Anime Serie, die durchaus auch als Konkurrenz zu Pokémon gesehen wird. Natürlich gab es auch schon zahlreiche Ableger für diverse Konsolen zu spielen, wobei man nicht mit allen Titeln unbedingt große Erfolge feiern konnte. Mit Digimon World: Next Order schlägt nun ein neues Kapitel für die PlayStation 4 auf, das auf der bewährten Erfolgsformel aufbaut und sicherlich den ein oder anderen Fan umhauen könnte. Die Resonanz auf diversen Shops ist nämlich extrem gut. Auch wir haben das neue Abenteuer gründlich getestet und möchten euch davon berichten.

Grundsätzliches

Wie schon angeschnitten, kann man Digimon durchaus mit Pokémon vergleichen. Auch in dieser Welt müsst ihr Monster trainieren, sie verpflegen und sie können sich sogar entwickeln. Wer also – und ich glaube das sind sicherlich extrem viele – schon Pokémon kennt, der wird sich mit dem Prinzip der Digimon sicherlich schnell zurechtfinden. Aber lasst uns mal vom aktuellen Spiel reden. Im Grunde handelt es sich hier um ein Open-World Rollenspiel, bei dem nicht nur das Trainieren und Kämpfen der Digimon eine Rolle spielt, sondern auch das Erkunden der Welt. Ihr könnt zu Beginn selbst entscheiden, ob ihr lieber mit Takuto oder Shiki – sprich Weiblein oder Männlein spielen wollt. Auf das Spielgeschehen selbst hat dies natürlich keine Auswirkung. Ihr landet in eine digitale Welt, die von bösartigen Machinedrämons bedroht wird. Natürlich ist alles dem Untergang geweiht, sollte man nicht einschreiten und helfen. Alles eigentlich relativ unspannend, aber das ist die Hauptstory!

Im Grunde kann Digimon World: Next Order auch gar nicht mit der Story punkten. Denn wirklich Spannend wird es auch später im Spielverlauf nicht mehr. Allerdings sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass selbst die Stories zu Pokémon immer die gleichen sind und auch nicht wirklich umhauen. Die Geschichte in diesem Spiel ist in meinen Augen eben Mittel zum Zweck und knallharte Fans dürfte das auch nicht stören.

Das Training

Wo die Story eben schwächelt, konzentriert sich das Spiel auf den wahren Kern: Das Training. Hier sieht es nämlich schon deutlich besser aus. Eine wichtige Neuerung ist auf jeden Fall schon mal, dass ihr statt einer jetzt zwei Kreaturen gleichzeitig haben könnt. Bevor ihr allerdings mit euren Digimon kämpfen könnt, müssen diese wachsen und Erfahrung sammeln. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen in diesem Genre geschieht das aber glücklicherweise nicht durch doofes Grinding, sondern ihr müsst aktiv Zeit im Trainingsbereich investieren. Dadurch könnt ihr auch gezielt bestimmte Werte der kleinen Monster verbessern. Zwar ist auch dieser Prozess auf Dauer etwas eintönig, allerdings hat man so mehr Möglichkeiten die Attribute direkt zu verbessern als nur bei zufällig generierten Zufallskämpfen. Die Interaktion mit den Digimon ist in diesem Ableger ebenfalls besser gelungen als noch im Vorgänger. Das fördert auch die Beziehung zwischen „Trainer und Digimon“. Auch die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sind sehr gelungen, auch wenn sie nicht wirklich berechenbar ist.

Eine Sache gibt es allerdings, die stört mich persönlich wahnsinnig. Eure Digimon werden nach einer gewissen Zeit dahinscheiden und man muss diese dann wieder neu aufziehen. Zwar verlieren sie nicht komplett alle Werte, aber trotzdem besitzen sie dann nur noch einen Bruchteil der Stärke. Das heißt man muss wieder viel Zeit im Trainingsbereich „opfern“, damit diese wieder stark werden. Zu viel Zeit sollte man dann auch wieder nicht in diesem Bereich investieren, weil jede Zeit und jeder Tag wieder näher an das Ende der Digimon rückt und man somit in einen Teufelskreis rutscht.

Kämpfe und KI

Grundsätzlich führen die Digimon ihre Attacken von selbst aus und ihr müsst euch lediglich um die Taktik der Monster kümmern. Zusätzlich könnt ihr Komboattacken ausführen, wenn ihr ein entsprechendes Training dafür investiert habt. Im Grunde funktioniert das System sehr gut, macht auch Spaß, allerdings habe ich schon diverse KI Aussetzer erlebt. Dies hat mir sogar unter Umständen den Sieg gekostet. Beispiel gefällig? Ein Gegner ist schon fast platt und bräuchte nur noch einen Gnadenstoß. Was machen dann die Digimon? Sie lassen diesen fast kaputten Gegner links liegen und greifen lieber einen frischen an. Dies ist natürlich alles andere als Sinnvoll.

Technik

Grundsätzlich sei mal erwähnt, dass das Spiel nur eine japanische und eine englische Sprachausgabe unterstützt. Die Untertitel können allerdings in Deutsch genutzt werden! Die Welt von Digimon World: Next Order ist wirklich sehr schön geworden und gefällt mir persönlich auch viel besser als die vom Vorgänger. Ihr könnt auf eigenen Füßen viel Erkunden, neue NPCs kennenlernen und natürlich diverse Nebenquests erledigen. Zwar fehlen mir persönlich ein paar mehr Anreize mehr aus dieser Welt rauszuholen, aber die Entwickler haben sich zum größten Teil auf die Story konzentriert. Deswegen wirkt das Game auch trotz der großen Freiheit sehr linear. Die Grafik und der Soundtrack sind sehr gut geworden und untermalern das Digimon Feeling perfekt!

Fazit

Digimon World: Next Order ist sicherlich kein Rollenspiel für jedermann, allerdings bin ich mir sicher, dass zahlreiche Fans sehr viel Spaß damit haben werden. Ich bin nicht unbedingt Digimon Fan, allerdings hat mir das Trainieren der Biester, die schöne Welt und das Grundkonzept einfach überzeugen können. Zudem gefällt mir dieser Teil wesentlich besser als der Vorgänger. Von daher kann ich getrost sagen, dass Digimon Fans auf ihre Kosten kommen werden und auch Fans von Rollenspielen sicherlich mal ein Blick darauf werfen können.

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