Dishonored 2

Knapp vier Jahre nach dem Debüt des ersten „Dishonored“-Teils lieferte uns der französische Entwickler Arcane Studios am 11. November 2016 den Nachfolgetitel „Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske“. In unserem Test klären wir, ob das Game an den grandiosen ersten Teil anknüpfen kann.

dishonored_2_4

Schleichen oder Frontal…

Wie bereits im Vorgänger liegt auch bei „Dishonored 2“ der Fokus auf Schleichen. Der Spieler kann sich lautlos an Gegner anpirschen und diese dann entweder bis zur Bewusstlosigkeit würgen (nicht tödlich) oder hinterrücks erdolchen (tödlich). Natürlich können Feinde auch auf größere Distanz mit Armbrust oder Pistole ausgeschaltet werden, wobei letzteres definitiv nicht in die Kategorie „Lautlos“ fällt. Geduldigere Spieler können Gegner umgehen, indem sie sich die Patrouillenwege der Wachen abschätzen (merken funktioniert nicht immer, da sich die Patrouillenwege durchaus ändern können) und diesen ausweichen, bzw. diese mit Lärmquellen (Wecker, Gegenstände, die man werfen kann, usw.) ablenken. Bei „Dishonored 2“ sind dem Spieler in seiner Spielweise keine Grenzen gesetzt. Wie bereits im Vorgänger ist es sogar möglich das gesamte Spiel ohne einen Mord zu beenden. Hierbei bewegst du dich lautlos von Schatten zu Schatten, umgehst deine Gegner oder knockst sie blitzschnell aus, falls sie dich doch mal erwischen. Sollte man sich für diese Methode entscheiden, dann sollte das regelmäßige Speichern des Spielstandes nicht vergessen werden. Optional kann natürlich auf alles geschossen bzw. gestochen werden, was sich bewegt. Letztere Option reizt vor allem, da die Vielzahl der magischen Fähigkeiten und natürlich auch des Arsenals zum Experimentieren verführt. Letztendlich bleibt es dem Spieler überlassen ob er sich mittels seiner magischen Fähigkeiten gottgleich durch Horden seiner Widersacher metzelt oder ob er sich klammheimlich durch die dunklen Gassen stiehlt und das Spiel als „Ghost“ vollendet.

Handlung

Die Kampagne führt uns zunächst wieder nach Dunwall und knüpft ca. 15 Jahre nach Ereignissen von „Dishonored“ an. Am 15ten Todestag der Kaiserin Jessamine Kaldwin geraten Corvo Attano (Protagonist aus dem ersten Teil) und dessen Tochter, die derzeitige Kaiserin Emily Kaldwin in ein Komplott aus Verschwörung und Verrat. In dessen Zuge kann der Spieler auswählen ob er die Kampagne als Corvo oder Emily meistern will. Fällt die Wahl auf einen Charakter, kann dieser zunächst fliehen, greift sich dabei die Maske und versucht sodann den Drahtziehern das Handwerk zu legen. Wie auch im ersten Teil gilt es looten was das Zeug hält um Münzen zum Verbessern der Ausrüstung zu finden. Im Laufe des Spiels besteht die Option, dass man vom sogenannten „Outsider“ magische Fähigkeiten (oben bereits erwähnt) erhält, die man durch das Aufspüren von Runen und Knochenartefakten ebenfalls verbessern kann. Diese sind in der Spielwelt verteilt und fordern zum Teil einiges an Einfallsreichtum und Geschick (und Zeit) um vervollständigt werden zu können.

Grafik, Technik und Sound

Grafisch weiterentwickelt hat sich „Dishonored 2“ im Vergleich zu Teil 1 nur wenig. Mit Spielen wie „Battlefield 1“ und „Deux Ex: Mankind Divided“ kann zumindest an den Konsolen grafisch nicht mitgehalten werden. Trotz kleiner grafischer Schwächen ist „Dishonored 2“ ein stimmiges Spiel. Die Umgebungen wurden mit viel Liebe zum Detail designt. Durch die teils verwaschenen Texturen und den düsteren Sound wird die Atmosphäre des Vorgängers bewahrt. Beim Testen auf der Xbox One gab es ab und zu kleine Grafikfehler, jedoch ansonsten keine größeren Macken. Die Ladezeit zwischen den Leveln liegt mit ca. 15 Sekunden im grünen Bereich. Die Synchronisation der Stimmen ist leider nicht immer 100 prozentig stimmig, jedoch alles in allem sehr gut gelungen.

dishonored_2_12jpg

Fazit

Als bekennender „Deus Ex“-Fan liegt mein Spiele-Fokus mehr in der Gegenwart und der Zukunft, doch die fesselnden Story, das abwechslungsreiche und liebevoll detaillierte Leveldesign sowie die schier unzähligen Ansätze das Game durchzuspielen haben mich von „Dishonored 2“ überzeugt. Auch die Spielzeit von ca. 20 Stunden (Abhängig von der Spielweise kann diese geringfügig varieren) kann sich durchaus sehen lassen. Als einziges Manko fasse ich die grafische Darstellung ins Auge. Hier hätten sich Arcane Studios etwas mehr ins Zeug legen können. Ich hoffe durch zukünftige Patches kann die Grafik an manchen Stellen noch etwas aufpoliert werden. Meine persönliche Prognose: Alle Fans vom ersten Teil und/oder Stealth-Action-Games werden dieses Spiel lieben. Sollte man sich (bisher) nicht zu der vorgenannten Gruppe zählen, so sei gesagt, dass man „Dishonored 2“ zumindest eine Chance geben sollte, denn dieses Spiel hat sehr viel Potential.

Geschrieben von hudl92

Schreibe einen Kommentar