For Honor

Etwas gemischte Gefühle habe ich nach wie vor noch, wenn ich über For Honor sprechen muss. Zum einen weil mir das Setting und die Idee des Spiels wirklich sehr gut gefällt, zum anderen weiß ich nicht so recht wie lange es bei Laune halten wird. Die Kampagne haben wir bis zum Ende kooperativ durchgezogen und den Online Modus – wohl das Herz des Spiels – habe ich mir dann alleine reingepfiffen. Inwiefern For Honor begeistern konnte, werdet ihr in diesem Test erfahren.

Die Kampagne

Fangen wir zunächst einmal mit der Kampagne an. Egal wie man es dreht, ihr müsst mit eurer Konsole Online sein, denn einen klassischen Single Player Modus könnt ihr hier nicht bestreiten. Aus meiner Sicht ist das ein NoGo, denn selbst in heutiger Zeit hat noch nicht jede die Möglichkeit ein gutes bzw. generell ein Internet zu nutzen. Wer also keine entsprechende „Infrastruktur“ sein eigen nennen kann, der wird bei For Honor ohnehin ins leere glotzen.

Wie ich bereits am Anfang schon erwähnt habe, habe ich die Kampagne komplett Koop gezockt. Ihr könnt insgesamt mit bis zu vier Spielern auf eure Gegner eindreschen. Ja es hat zu zweit deutlich mehr Spaß gemacht, als alleine aber es kam trotzdem relativ schnell eine gewisse Routine auf. Es fehlte einfach der „Man ist das Geil, lass uns mal weiterzocken“ – Effekt. Insgesamt darf man sich auf 18 Story Missionen freuen, die mit den verschiedenen Fraktionen gespielt werden können (Ritter oder Wikinger zum Beispiel). Wenn man es sehr genau nimmt, sind die einzelnen Missionen ein perfektes Tutorial, um Online auch Fuß fassen zu können. Zwar ist selbst auf höherem Schwierigkeitsgrad das Spiel viel zu einfach, aber ab und an macht das sinnlose Schlachten einfach Spaß. Über die Story kann ich leider nicht viel erzählen, da diese mir zum Teil unlogisch erzählt wurde und ehrlich gesagt auch alles andere als fesselnd oder spannend war. Hier merkt man ganz deutlich: Mittel zum Zweck! Damit aber jetzt nicht komplett alles so negativ rüberkommt, muss ich natürlich das ein oder andere positive ansprechen. Warum haben mein Kumpel und ich die Kampagne dennoch durchgespielt? Zum einen weil das Setting wirklich unglaublich gut geworden ist. Ihr besucht die verschiedensten Areale, von Wald bis zu einer Burg, bis hin zu einer Stadt der Samurai. Wirklich jede Karte versprüht sehr viel Atmosphäre und hat mich wirklich zu dieser Zeit und dem Geschehen richtig hingerissen. Ubisoft hat die Kulissen wirklich sehr gut eingefangen! Damit die Motivation auch stets oben bleibt, kann man sich dementsprechend Leveln und neue Fähigkeiten freischalten. Problem an der Geschichte ist aber wieder, dass man eigentlich nur die Heilung aktiv brauchen kann und der Rest fast schon überflüssig und aufgesetzt wirkt.

Multiplayer und Gameplay an sich

Bevor ich auf die Steuerung eingehe, sollte ich noch ein paar Worte zum Multiplayer verlieren. Der ist ja eigentlich das Herz des Spiels. Ihr sucht euch zunächst eine Partei aus, dann könnt ihr selbst entscheiden welchen der fünf Spielmodi ihr bestreiten wollt. Im Grunde sind die ganzen Spieltypen wie bei jedem anderen Shooter angesiedelt. Von Team Deathmatch bis hin zur Eroberung ist das klassische Sortiment geboten. Nur eben dass ihr euch nicht mit Gewehre und MGs Löcher in den Schädel schießt, sondern dass ihr durch Nahkampf und Reaktion punktet. Ich persönlich finde das Konzept trotz der negativen Punkte sehr lobenswert, denn die Kämpfe haben aus meiner Sicht durchaus eine gewisse Tiefe. Ihr müsst stets beobachten, wie euer Feind das Schwert hält und entsprechend reagieren. Hält er es eher links, eher rechts oder schlägt er gar von oben zu, dann müsst ihr zum Blocken ebenso reagieren. Dies geht mit dem rechten Stick eigentlich auch ganz gut von Statten. Etwas doof wird es nur, wenn man wirklich von drei bis vier Gegnern überrollt wird, denn dann hilft auch alles Taktische nichts mehr und ihr werdet verkloppt.

Neben euren Waffen und verschiedenen Typen von Kämpfern könnt ihr auf den Karten auch Pfeile, Gift oder andere nette Items benutzen, die euch den Kampf erleichtern können. Dies rundet die Matches ein wenig auf und sorgt für etwas mehr Spaß.

Technik Hui – Server Pfui

Technisch gesehen finde ich For Honor sehr gelungen. Wie schon erwähnt ist die Atmosphäre super geworden. Die Burgen und Wälder sehen einfach hervorragend gut aus und laden wirklich zum Schlachten ein. Auch die Grafik kann sich durchaus sehen lassen. Untermalt wird das Ganze mit einem sehr guten Sound! Die Server sind allerdings auch nach dem Launch sehr instabil gewesen. Nicht selten kommt es vor, dass man aus seinem Spiel fliegt. Auch während der Koop Session eines Kumpels bin ich plötzlich aus dem Game geflogen und konnte nicht mehr joinen. Gerade wenn man ein „Dauer-Online“ Konzept rausbringt, dann muss das laufen!

Und was ist denn nun mit dem Spiel?

For Honor hat es nicht leicht. Trotz der guten Idee und der wahnsinnig guten Atmosphäre konnte es mich letzten Endes nicht überzeugen und fällt unter der Rubrik „solides Spiel“. Das liegt daran, weil die Kampagne und deren Story viel zu langweilig ist und man hier die Beachtung sehr schnell verliert. Andererseits fehlt mir die Motivation, es gibt keine Höhepunkte und die Kämpfe wirken immer gleich. Mehr Abwechslung hätte an dieser Stelle nicht geschadet. Für mich geht das Game definitiv in die Low Budget Region unter – soll heißen – wenn ihr das Game wollt, dann wartet bis es billiger wird. Es bietet aus meiner Sicht viel zu wenig, als dass man 60-70 Euro investieren muss!

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