Fortnite – Review PC und PS4

Fortnite

In der Hochphase der letzten Konsolen-Generation schien es für eine Zeit so, als ob nichts und niemand den Erfolg von Epic Games aufhalten können würde. Mit der „Gears of War“-Reihe dominierten die Shooter-Spezialisten aus North Carolina die zu der Zeit erfolgreichste Spiele-Plattform, die Xbox 360, und setzten dabei mit der Cover-Mechanik einen von vielen Entwicklern aufgegriffenen Trend.

In diesem Kontext begann die lange Entwicklung von Epics nächstem großen Titel, „Fortnite“, der allerdings von Beginn an unter einer Identitätskrise zu leiden schien. Mit den Spiel-Elementen: Ressourcen-Abbau, Crafting und Survival wirkte das Projekt auf viele wie ein seelenloses Frankenstein-Geschöpf, das sich zu sehr an dem vom Megahit „Minecraft“ populär gemachten Gameplay orientierte. Auch der von „The Walking Dead“ initiierte Zombie-Hype war zu dem Zeitpunkt der Early Access-Veröffentlichung deutlich abgeschwächt.

Wenngleich „Fortnite“ bei seinem Release kostenlos spielbar sein wird, kann sich jeder seit dem Sommer 2017 den Early Access-Zugang über die sog. Gründerpakete kaufen. Auch bei näherer Betrachtung des primären Spielmodus, der Kampagne „Rette die Welt“, lässt sich der Eindruck eines aus allen möglichen populären Mechaniken zusammengewürfelten Spiels nicht abschütteln: Wie bei Minecraft lässt sich die cartoonhaft inszenierte Spielwelt – im wahrsten Sinne – zu Kleinholz verarbeiten, um damit Material für das Craften von Strukturen zu gewinnen, mit denen man sich gegen die auf einen losgelassenen Zombie-Horden verteidigen kann, die an Valves „Left 4 Dead“-Spiele erinnern. Zudem orientiert sich „Fortnite“ mit seinen verschiedenen Spieler-Klassen, der Rollenspiel-Progression und dem Fokus auf Loot an dem Koop-Hit „Borderlands“. Genau wie diese Spiele lässt sich dieser Modus von „Fortnite“ alleine spielen, ist aber eigentlich für das koordinierte Zusammenspiel einer Gruppe ausgelegt.

 

Fortnite

 

Battle Royale

Dass der PvE-Modus von „Fortnite“ ständig weiterentwickelt wird, ist aber nicht der einzige Grund, weshalb die Story von „Fortnite“ damit noch längst nicht zu Ende erzählt ist, denn genau genommen hat der jüngste Erfolg „Fortnites“ samt der Vermeldung von Rekord-Spielerzahlen nichts mit der PvE-Kampagne zu tun, sondern mit dem nachträglich hinzugefügten bzw. als kostenloses Standalone-Produkt herunterladbaren Battle Royale-Modus. Dieser greift zwar auf dieselben Spielmechaniken zurück – also das Sammeln von Ressourcen, den unkomplizierten Aufbau von Strukturen und 3rd Person Gefechte, aber lässt die Zombie-Horden völlig außen vor. Stattdessen muss man sich als Einzelkämpfer gegen 99 andere Spieler durchsetzen. Sind die 100 für eine Runde benötigten Spieler zusammen, wird man mit einem fliegenden Bus in das Spiel-Areal gebracht. Per Knopfdruck kann man den Bus verlassen und schwebt wie ein Fallschirmjäger zu Boden. Unten angekommen gilt es, sich so schnell wie möglich eine – oder mehrere – der in der Spielwelt verteilten Waffen zu besorgen, um sich gegen die anderen Spieler durchsetzen zu können.

Das virtuelle Ableben bedeutet dabei das Ende der Runde – wie im Kinohit „Die Tribute von Panem“ ist der letzte Überlebende der Gewinner. Damit die überall in dem Areal verstreuten Spieler sich nicht stundenlang an günstigen Positionen verschanzen können, verkleinert ein tödlicher Sturm die Spielfläche in regelmäßigen Abständen, sodass jede Partie auf ein spektakuläres Endgefecht zwischen den letzten Überlebenden hinausläuft.

 

Fortnite – Fazit

“Minecraft”-Klon, Koop-Action, Battle Royale-Shooter. Ganz nach dem Motto: „Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht“ bieten Epics Designer mit „Fortnite“ ein in charmante Horror-Cartoon-Optik gepacktes „Best of“ aller in den letzten Jahren relevanten Gameplay-Innovationen. Während der PvE-Modus trotz der motivierenden Loot-Ausschüttung und zig verschiedenen Progressions-Mechaniken allerdings schnell an Reiz verliert, ist Epic mit dem Standalone-Ableger „Fortnite Battle Royale“ gelungen, den aktuellen Battle Royale-Trend aufzugreifen und mit der verspielten „Alles geht“-Mentalität dieses Genre-Mischmasch tatsächlich aufzuwerten. Mit seiner bunten Kreativität hebt sich „Fortnite Battle Royale“ angenehm von dem bisherigen Genre-Beststeller „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ („PUBG“) ab und stellt dadurch, dass „PUBG“ momentan exklusiv an Microsofts Xbox One gebunden ist, die einzige Alternative für Battle Royale-Fans auf der Playstation 4 dar.

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