Ghost Recon: Wildlands – Unsere Eindrücke aus der Closed Beta

Am 7. März möchte Ubisoft uns alle in den Wildlands Willkommen heißen, wenn Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands offiziell in den Handel kommt. Passend hierzu fand am letzten Wochenende ein Closed Beta-Test statt. Wir haben (fast) unsere komplette Freizeit geopfert und sind für euch und unserem Spielspaß zuliebe in den Kampf gegen das Drogenkartell gezogen und möchten euch folgend unsere Eindrücke schildern.

Bei Ghost Recon: Wildlands handelt es sich nicht nur um den ersten Ghost Recon-Ableger seit Future Soldier, sondern auch um eine der gefühlt größten Weltkarten, die wir in der letzten zeit zu Gesicht bekommen haben. Im Rahmen der Beta konnten wir zwar nur einen kleinen Teil der Karte besichtigen, aber bereits dieser war riesig und konnte uns in den immerhin knapp zehn Stunden, die wir dort verbracht haben, sehr gut unterhalten. Die Region war komplex und abwechslungsreich, bot genügend Schleichwege und eine tolle Flora und Fauna. Wenn man berücksichtig, dass es insgesamt 21 Regionen im fertigen Spiel geben wird, dann ist das auf jeden Fall eine starke Leistung.

Die Karte bot dabei nicht nur einige Missionsziele (Hauptmissionen der Story und Nebenaufgaben) sondern auch genügend Points of Interest -also Punkte, an denen es Fähigkeitspunkte, Waffenupgrades auch auch einfach nur taktisch interessante Positionen zu entdecken gab. Dazu gesellen sich noch spontane und zeitlich begrenzte Events, wie gefangene Rebellen, die es zu befreien, oder Konvois, die es aufzuhalten gilt, was auch den kürzesten Ausflug in die Spielwelt zu einem Abtauchen in der Spielwiese werden lässt. Zahlreiche NPCs, also meist Zivilisten, laufen oder fahren durch diese und erwecken so den Eindruck, dass man in einer durchaus lebendigen offene Welt unterwegs ist.

Das Waffenhandling, denn das ist immens wichtig bei einem solchen Titel, ist hervorragend gelungen. Vorbei sind die Zeiten, in denen MMO-Elemente das sonst so immersive Spiel gestört haben. Habt ihr eine starke Waffe und eine ruhige Hand, dann reicht ein gezielter Schuss in den Kopf, um den Gegner auszuschalten. Ja, in Ghost Recon: Wildlands geht es um Taktik und nicht um Bullet Sponges, die es zu erledigen gilt. Selbst in der Beta gab es genügend unterschiedliche Waffen zu finden, die allesamt Vor- und Nachteile hatten – je nachdem, wie man das Spiel spielt. Da sich jede Waffe auch noch anpassen lässt und so beispielsweise Schaft, Magazin oder Visier geändert werden können – auch während einer laufenden Mission – sollte für jeden Taktiker und Spielstil etwas dabei sein.

Die Fahrzeuge, von denen es bereits in der Closed Beta einige gab, steuerten sich zwar nicht perfekt, aber da es sich auch nicht um eine Simulation handelt, ist das zu verkraften. Zumal die schiere Menge schon beeindruckend. Neben Motorrädern, konnte man natürlich in eine Vielzahl von Autos einsteigen, verschiedene Helikopter und Flugzeuge fliegen und auch Boote gab es zu entdecken. Dabei steuert sich jedes Vehikel anders und auch wenn nicht immer phyikalisch zu 100 % korrekt, ist es wohl auch ein Teil des Charmes in der offenen Spielwelt Blödsinn treiben zu können.

Das macht im Coop natürlich umso mehr Spaß. Dementsprechend begüßenswert finde ich, dass man die komplette Kampagne mit bis zu drei weiteren Spielern durchspielen kann. Problemlos waren die Freunde am letzten Wochenende eingeladen und das Spiel lief. Dass dieses Feature angeboten wird und so reibungslos funktioniert, ist dabei beeindruckend genug und für mich tatsächlich der Hauptkaufgrund.

Denn Solo macht das Spiel zwar ebenfalls Spaß, aber die taktische Komponente kommt etwas kürzer. In einem Squad, das aus Freunden, Bekannten oder auch Fremden besteht, kann man sich wesentlich besser absprechen und sein Vorgehen planen. Während der eine sich durch die Gebüsche kämpft, um sich näher an ein Lager zu schleichen, während der zweite aus der anderen Richtung kommt, der dritte sich als Scharfschütze positioniert und der vierte erst einmal mit der Drohne die Gegner markiert, bevor er zum ersten Spieler aufschließt, dann ist das situativ sehr spannend und das Taktieren an sich macht schon sehr viel Spaß.

Dem entgegen wirkte in der Closed Beta leider noch der etwas geringe Schwierigkeitsgrad. Selbst wenn man diesen manuell erhöhte, wurde das taktische Vorgehen nicht unbedingt nötig. In vielen Situationen reichte es demnach leider mit gezogenen Waffen ein Gebiet zu stürmen und den Gegnern die Kugeln um die Ohren zu feuern. Das ist schade, da es sich allerdings um eine Beta handelte (also eine nicht finale Version), die von vielen Spielern gespielt werden soll, könnte der allgemeine Schwierigkeitsgrad auch etwas herabgesetzt worden sein. Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass das erste Gebiet selbstverständlich auch das einfachste ist. So werden erfahrene Spieler ohnehin nur selten im Startgebiet gefordert. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass der Schwierigkeitsgrad späterhin so hoch sein wird, dass es zwar nicht frustrierend wird, aber taktisches Vorgehen und Planung belohnt werden.

Grafisch sah das Ganze schon jetzt auf der PlayStation 4 sehr, sehr gut aus. Die Charktermodelle und Texturen sind detailliert und die Animationen sehr gelungen. Die Weitsicht war hervorragend und der Soundtrack und das Sounddesign sind hervorragend. Lob auch an die deutsche Synchro, die auf den ersten Blick sehr gelungen zu sein scheint.

Zur Handlung werden wir auch weiterhin keine Worte verlieren, nur so viel: Es ist typisch Tom Clancy-Spiele. Sie ist da, sie scheint auch nuanciert genug zu sein, um fesseln zu können, wird allerdings (bisher) beinahe ausschließlich nebenbei erzählt. Allzu viele fesselnde Zwischnsequenzen brauchen wir dementsprechend wohl nicht zu erwarten.

Einschätzung

Ich bin sehr gespannt auf den Release von Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands. Gerade im Coop-Modus scheint es ein kleines Spiele-Highlight zu werden. Bleibt zu hoffen, dass der Schwierigkeitsgrad und das Fahrverhalten der Fahrzeuge noch etwas angepasst, sowie einzelne Bugs ausgemerzt werden. Wenn dann unterm Strich die Missionsvielfalt noch stimmt – etwas was sich auf Grundlage einer beschnittenen Beta natürlich nicht einschätzen lässt – dann erwartet uns ein richtig cooler Taktik-Shooter in einer offenen und abwechslungsreichen Welt.

Einschätzung: Sehr gut!

 

 

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