Guardians of the Galaxy – Episode 1

Die Guardians of the Galaxy sind zurück. Nicht nur im Kino, wo die Truppe rund um Star-Lord, Drax, Groot, Rocket und Gamora in ihrem zweiten Film ihre Qualitäten beweisen darf, sondern auch in Form einer neuer Adventure-Serie aus dem Hause Telltale. Ob Handlung, Witz und Action auch im Episodenformat funktionieren, soll unser folgender Test zur ersten Episode “Tangled Up in Blue” klären.

Kurz zur Handlung

Allzu viel möchte ich – wie bei jedem Telltale-Spieletest – nicht zur Geschichte verraten, aber so viel muss erlaubt sein: Die Guardians könnten eigentlich einen schönen Tag verbringen und sich in ihrem Raumschiff, der Milano, durchs Weltall treiben lassen, käme da nicht ein Funkspruch der intergalaktischen Raumpolizei Nova Corps rein. Niemand geringeres als Thanos selbst, Mörder von Drax Familie und selbsternannte Geißel des Universums, hat sich blicken lassen und dezimiert die Einheiten der “Space Cops”.  Sein Ziel, ein verlassener Planet. Seine Beweggründe, unbekannt. Nachdem das Honorar besprochen ist, macht sich die Truppe auf den Weg. Ihnen steht nicht nur ein Kampf bevor, der ihnen alles abverlangen wird, sondern auch Entscheidungen voller (mutmaßlich) weitreichender Konsequenzen und eine äußerst emotionale und persönliche Entwicklung für mehrere Mitglieder.

Tatsächlich ist die erste Episode für einen Opener äußerst gut gelungen. Es bleibt unentwegt interessant und vorallem spannend. Die ein oder andere Wendung der Ereignisse und eine erste große Entscheidung haben mich zudem dazu bewogen, vor der Veröffentlichung der zweiten Episode einen weiteren Durchgang zu starten. Zwar war ich aufgrund der relativ geringen Gagdichte etwas enttäuscht, aber lustig sind die Sprüche und Situationen allemal. Und wenn man sich beispielsweise seine eigene Reaktion zum “langsamsten Aufzug aller Zeiten” aussuchen kann, dann muss man dabei schmunzeln, ob man das möchte, oder nicht.

Zum Gameplay

Hier warten keine Überraschungen auf die Spieler. Auch Guardians of the Galaxy: The Telltale Series spielt sich wie alle anderen Telltale-Spiele. Man reagiert in den zahlreichen Gesprächen per Knopfdruck, wobei jeder Knopf eine andere Reaktion darstellt, oder auch gar nicht, indem man die Finger vom Controller lässt und muss sich ansonsten in Quick Time Events beweisen. Da diese nicht besonders anspruchsvoll sind, sollte sich hier auch niemand überfordert fühlen.

In den wenigen freieren Passagen, in denen man eine Figur selbst steuern darf, kann man sich in klassischer Adventure-Manier Objekte und Personen ansehen und mit diesen interagieren. Was uns hier besonders gut gefallen hat, ist die Implementierung von Star-Lords Raketenstiefeln, dank derer er auch vom Boden abheben und höhere Bereiche erkunden kann. So kommt etwas mehr Dynamik ins sont doch recht statische Geschehen.

Ebenfalls schön ist, dass man in diesen Abschnitten jederzeit Funkkontakt mit seinen Kameraden halten kann. Und so kann man sich Hintergrundinformationen von Rocket, Drax oder Gamora einholen oder einfach nur plaudern. Das ist spaßig und passt zur lockeren Atmosphäre der Vorlage. Sehr schön!

RAD Mix

Grafisch präsentiert sich Guardians of the Galaxy: The Telltale Series in der ersten Episode schon sehr stimmig. Der Comicstil passt perfekt, auch wenn ich mich an den im Vergleich zur Filmvorlage zumindest ungewohnten Look von Drax, Peter Quill und Gamora doch gewöhnen musste. Ansonsten ist alles wunderbar gelungen und passte wunderbar!

Technisch erkennt man zudem eine eindeutige Besserung zu den doch sehr durchwachsenen letzten Episoden von Batman: The Telltale Series. Zwar stören nach wie vor einige Ruckler zwischen den Szenen und zerstören mitunter die Immersion, aber Abstürze oder Bluescreens gab es keine mehr.

Die englischen Synchronsprecher machen einen fantastischen Job und erfüllen die Figuren mit eigenem Leben, während der Sountrack absolut genial ist. Wie im Film auch werden immer wieder Musikstücke via Walkman eingespielt. Zwar heißt das Tape jetzt nicht mehr Awesome Mix, sondern Rad Mix, aber das spielt keine Rolle. Denn die lizensierten Songs passen nicht nur immer verdammt gut, sondern bleiben auch im Ohr.

FAZIT

Die erste Episode der neuen Telltale-Serie macht richtig viel Spaß und auch wenn die deutsche Übersetzung noch immer nicht perfekt gelungen ist, kann man darüber hinwegsehen, denn außer dem Aureißer im Titel, passt das meiste einigermaßen zum englischen O-Ton. Aber wieso man den Songtitel “Tangled Up in Blue”, der hier als Titel für die erste Folge herhalten muss zwanghaft ins Deutsche übersetzen musste, erschließt sich mir nicht. “In Traurigkeit verwickelt” klingt halt irgendwie auch blöd.

Abgesehen davon hatte ich knapp eineinhalb Stunden Spaß mit der illustren Gruppe und freue mich nicht nur aufgrund des fiesen Cliffhangers auf Episode 2. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Handlung weiterentwickelt! Ich bin Groot!

 

 

 

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