Halo 4 / Review

Was ist grün und schläft in Kryokammern? Richtig, der Master Chief. Nachdem er jedoch die letzten Teile (Halo 3 ODT und Halo Reach) komplett verpennt hatte, wird er nun von seiner KI-Partnerin Cortana aus den süßen Träumen in seiner schnuckeligen Kältekammer gerissen. Ob das eine gute Idee war?

 

Die Allianz-Aliens breiten sich auf dem Kreuzer „Forward Unto Dawn“ aus. Dieser trieb nun vier Jahre durchs All, mit an Bord der schlafende Master Chief. Der jedoch ist noch der Meinung, dass zwischen den Menschen und den Aliens eine Waffenruhe besteht. Da sich jedoch einiges ändern kann, wenn man sich für vier Jahre aufs Ohr legt, ist dem wohl nicht mehr so.
So macht sich der Master Chief auf, zuerst einmal den eigenen Kreuzer von den Aliens zu befreien.
Dieses Szenario erlebt ihr, wenn ihr die Kampagne von „Halo 4“ startet. Natürlich ist dies nicht die einzige Option die ihr habt, auf die anderen Spielmodi komme ich jedoch später zu sprechen.

 

Wer bereits die Vorgänger aus der Serie gespielt hat, wird sich gleich wieder heimisch fühlen. Alle anderen, die zumindest schon Shooter-Erfahrung besitzen, werden ebenfalls keinerlei Probleme mit dem Spieleinstieg haben. Und für absolute Neulinge gibt es zu Beginn ein kleines Tutorial, in dem die Tastenbelegungen des Controllers erläutert werden.
Schon nach kurzer Zeit trifft man auf erste Feinde, schickt diese in die ewigen Jagdgründe und sammelt Munition und eventuelle Waffen ein.
Permanent bekommt ihr kleine Aufgaben, die ihr lösen sollt. Diese sind jedoch allesamt recht simpel, was aber für Shooter normal ist. Mal sollt ihr bestimmte Zonen von Aliens freihalten, ein anderes Mal müsst ihr Zonen säubern oder aber einfach einen Schalter drücken, den ihr natürlich erst einmal erreichen sollt.

Die Kampagne plätschert zu Beginn ein wenig vor sich hin, nimmt im weiteren Verlauf jedoch ordentlich Fahrt auf. Leider ist die Gesamtspielzeit mit knapp fünf Stunden recht kurz geraten, auch wenn es mehrere Schwierigkeitsgrade gibt, auf denen ihr euch an die Missionen wagen könnt. Die Kampagne wird zudem wunderbar von vielen Zwischensequenzen vorangetrieben. Neben vielen unterschiedlichen Waffen dürft ihr auch in „Halo 4“ diverse Fahrzeuge benutzen. Diese stehen immer wieder zur Verfügung und lockern somit die Kampagne immer dann auf, wenn diese eintönig zu werden scheint. Hierbei kommen altbekannte Fahrzeuge wie der Warthog genau so zum Einsatz, wie beispielsweise eine neue Mecheinheit. Mit dieser dürft ihr dann durch Alienmassen stapfen und diese mit euren Kanonen ausräuchern.

 

Weiterhin hat der frische Halo-Entwickler „343 Industries“ immer wieder einmal Quick-Time-Events eingebaut, die für spannende Momente sorgen. So müsst ihr recht früh durch einen Aufzugschacht klettern. Von oben fallen Trümmer herunter und diesen müsst ihr rechtzeitig ausweichen. In welche Richtung ihr ausweichen sollt, zeigt euch der Master Chief, indem er kurz mit dem Kopf in diese deutet. Drückt ihr nun den Stick schnell in diese Richtung, weicht ihr den Trümmern aus und arbeitet euch somit nach und nach ans Ende des Schachtes, an dem…. na, das findet ihr besser selbst heraus.
Die KI der Gegner kann sich in der Kampagne sehen lassen. Diese handeln schon in geringen Schwierigkeitsstufen recht intelligent und versuchen, ihre Alienkumpel zu unterstützen. Das bringt eine gewisse taktische Note ins Spiel, denn ab und an solltet ihr erst eine bestimmte Gegnerart ausschalten, bevor ihr euch mit anderen beschäftigt, die euch ebenfalls angreifen. Es bringt nichts, auf einen kleinen Granaten-werfenden-Alien zu schießen, wenn sein Kumpel eure Angriffe mit einem Schild abblockt. Daher erst den Schildträger ausschalten und dann den Werfer.

Mehr möchte ich an dieser Stelle von der Kampagne nicht verraten, findet selbst raus, welche neuen Aliens auf euch warten und ob der Master Chief eine neue Kryokammer findet, in der er sich wieder zur Ruhe legen kann.
Habt ihr die Kampagne durchgespielt oder steht ihr eh mehr auf Multiplayergemetzel, dürft ihr euch in den Mehrspielermodus begeben. Zum einen gibt es hier den „Spartan-Ops“-Modus. In diesem könnt ihr zwar auch alleine antreten, jedoch kommt erst mit bis zu vier Spielern richtig Spaß auf. Dieser Modus bietet eine eigene Geschichte, deren Missionen ihr – wie erwähnt – mit vier Leuten angehen könnt. Die einzelnen Episoden dauern hierbei etwa 25-30 Minuten, lassen sich also auch „zwischendurch“ mal eben spielen. Neben den Missionen, die im Grundspiel enthalten sind, wird es nach Release wöchentlichen Nachschub geben. Und dieser ist – ganz im Gegensatz zu vielen anderen DLCs – kostenlos. Somit werdet ihr jede Woche mit frischen Inhalten versorgt, die diesen Spielmodus zu einem ordentlichen Umfang bringen.

 

Damit aber noch lange nicht genug, denn auch „normale“ Mehrspielergefechte sind möglich. Ob nun im Deathmatch, beim King-of-the-Hill oder im Capture-the-Flag-Modus – es wurde an alles gedacht, was Mehrspielerfans mögen. Auch neue Spielmodi, wie beispielsweise der „Königsmord“ gibt es. Hierbei dürft ihr Jagd auf einen Spieler machen, der bei seinem Ableben besonders viele Punkte hinterlässt. Aber aufgepasst, seid ihr dieser Spieler, solltet ihr die Beine in die Hand nehmen!
13 Maps stehen insgesamt zur Wahl, was für reichlich Abwechslung sorgt. Und wem diese nicht reichen, der sollte einmal in der „Schmiede“ vorbeischauen. In dieser dürft ihr nämlich dank eines Editors eigene Karten kreieren. Klar, ihr könnt natürlich auch Maps herunterladen, die andere Spieler erstellt haben. Oder ihr stellt diesen eure eigenen Karten zur Verfügung.

 

Auch wenn 343 Industries in Sachen Halo ein Neuling ist, hat dieser Entwickler seine Sache sehr gut gemacht. Die Optik wirkt ein bisschen weniger bunt als in den Vorgängern, dies schadet dem Spiel jedoch in keinster Weise. Die Missionen und Maps sind allesamt recht abwechslungsreich und stimmig. Zwar wirken einige Gebäude von innen ein wenig trist, aber wer weiss schon, wie Aliens wohnen?
Das Spiel läuft zu jedem Zeitpunkt flüssig, es kommt nie zu Rucklern.
Auch der Sound ist mehr als gelungen. Der Soundtrack an sich ist schon ein kleines Highlight, wird aber durch die sehr guten Waffengeräusche und anderes mehr als abgerundet. Habt ihr das passende Equipment für die Soundwiedergabe, werden nicht nur den Aliens eure Kugeln um die Ohren fliegen, sondern vermutlich auch euren Nachbarn!
Selbst die deutsche Sprachausgabe kann sich in „Halo 4“ hören lassen. Die Sprecher machen ihren Job sehr gut und bringen somit noch einen Tick zusätzliche Atmosphäre ins Spiel.

 

Fazit:

„Halo 4“ ist nicht nur für alte Halo-Hasen ein Pflichttitel. Auch alle anderen, die ein wenig mit Shootern anfangen können, sollten sich diesen Titel nicht entgehen lassen. Zwar ist die Kampagne recht kurz, dafür sorgen aber die anderen Spielmodi dafür, dass ihr sehr lange Spaß mit dem Titel haben werdet. Ob nun der Spartan-Ops-Modus mit seinem kostenlosen Missionsnachschub oder die „normalen“ Mehrspielervarianten, es wird für jeden einiges geboten. Der Editor rundet die Sache hierbei willkommen ab, denn somit wird euch kaum der Nachschub an neuen Maps ausgehen.
Daher gilt: Halo 4 – kaufen!

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