Happy Birthday, Resident Evil!

Am 22. März 1996 erschien in Japan ein Spiel namens BioHazard, in dem die Mitglieder einer Spezialeinheit in die Nähe einer entlegenen Stadt namens Raccoon City entsandt werden, um die mysteriösen Todesfälle, die sich dort häufen, zu untersuchen. Schnell bricht die Hölle los und einige wenige Mitglieder der S.T.A.R.S.-Einheit können sich aus dem Wald in ein Herrenhaus retten. Wer hätte ahnen können, dass dort der Horror erst beginnt?

Das in etwa ist der Anfang eines der legendärsten Horror-Spiele, die jemals veröffentlicht (und wieder und wiederveröffentlicht) wurden. Bei uns und in Amerika hieß das ganze natürlich nicht Biohazard, sondern Resident Evil, was so ziemlich jedem Zocker ein Begriff sein sollte. Die wenig subtile Namensänderung hatte den Grund, dass man bei Capcom befürchtete in Rechtstreitigkeiten mit einer Band mit dem gleichen Namen zu geraten, die zur damaligen Zeit durchaus populär war, auch wenn sich heute kaum noch jemand daran erinnert.

Wenn ich an Resident Evil zurückdenke, dann fallen mir einige Dinge sofort ein, ohne dass ich ein genaueres Bild vor Augen hätte:

  • Kräuter, die gemischt werden müssen.
  • Begrenztes Inventar.
  • Lustige Texte (Das „Jill Sandwich“ war schon damals sau komisch und hat mir in jungen Jahren etwas die Angst Anspannung genommen)
  • Langsame Zombies, viel zu schnelle Hunter.
  • Raktenwerfer-Action.
  • Türanimationen™.

Mensch, was waren das Zeiten! Und so ungern ich mit Nostalgie-Brille durch die Gegend renne: Als ich Resident Evil das erste mal durchspielte (noch viele weitere Durchgänge sollten folgen, ehe ich mich in den Nachfolger verliebte), es war für mich das perfekte Spiel. Ich hatte vorher niemals einen Computer besessen und stieg erst sehr spät vom Super Nintendo zur Playstation um, was mich zu der Annahme verführte, dass bessere Grafiken als das nicht möglich wären. Eine bessere situative Spannung, so tolle Hintergründe und realistischere Atmosphäre würde es wohl niemals geben, dessen war ich mir vollkommen sicher.

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Ihr jungen Hüpfer da draußen mögt jetzt lachen und ich gebe ja zu, dass das heutzutage schwer vorzustellen sein mag, wo das Call of Duty vom letzten Jahr schon beinahe antiquiert aussieht, aber ich glaube jeder Zocker, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, wird bestätigen können, dass es mindestens ein Spiel in seiner/ihren langen Vita gibt, bei dem ähnliche Gedankengänge durch den Kopf schwurbelten.

Und irgendwie hat diese unhaltbare Vermutung ja auch was positives. Ich dachte es geht nicht besser und wurde immer wieder überrascht. Heute schaue ich mir Spiele an und denke „Tja, da geht aber noch was“. So ändern sich die Zeiten eben.

Und Resident Evil mit ihnen.

Die ersten drei Teile und der zahlenlose Ableger Code Veronica folgten zwar einem immer ähnlichen Schema, inspirierten aber aufgrund des immensen Erfolges unzählige Genrevertreter zur Nachahmung.

Bevor Resident Evil 4 im Jahr 2004 neues Land betrat und so den Weg weisen sollte, veröffentlichte Capcom allerdings für Nintendos Zauberwürfel, den Gamecube, ein von Grund auf neu erschaffenes Remake des ersten Teils. Grafisch imposanter denn je und mit erweiterten Gebieten und neuen Rätseln gespickt, schlug es erneut ein wie eine Bombe voller T-Viren und wurde auch von den Kritikern gefeiert.

Grafisch hat sich das Spiel so gut gehalten, dass eine kürzlich veröffentlichte HD-Portierung des Teils für aktuelle Konsolen noch immer unter dem Gütesiegel „Hübsch anzusehen“ läuft.

Doch auch so läuft Resident Evil von Zeit zu Zeit noch auf meiner PS Vita und auch wenn ich das Spiel auswendig kenne, ist es immer wieder einen Ausflug wert. Bei mir persönlich steht das originale Resident Evil auf einer Stufe mit Metal Gear Solid. Es sind diese Spiele, die mich in meiner Jugend geprägt haben und mit denen ich ganz besondere Erfahrungen verbinde. Es mag da noch ein paar mehr geben (Silent Hill, Tekken 3, Final Fantasy VII, u.a.), aber gerade der Horrorklassiker ist mit einem so schaurig-schönen Gefühl verknüpft, das selbst die neuen Teil mir nicht zu nehmen vermögen.

Ich sage „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Resident Evil“.

Und auch wenn deine Texturen sind mehr so frisch und deine Animationen nicht mehr ganz rund sind, die Spielerfahrung, die du bietest und geboten hast, wird für viele immer eine der ganz großen sein. Daran ändert auch das Alter nichts.

Ich glaube ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir sehr gespannt sind, was in deinem Namen noch alles auf uns zukommen wird. Auf die nächsten 20!

Resident Evil Remaster und Resident Evil 0 Remaster sind kürzlich in einer Collectors Edition erschienen. Ende März wird eine überarbeitete Fassung des sechsten Teils erscheinen und darauf folgend alle anderen Teile in chronologisch vekehrter Reihenfolge. Hoffen wir mal, dass das im angedeuteten Resident Evil 2 Remaster kulminiert, dessen originale Fassung in zwei Jahren ebenfalls seinen 20. Geburtstag feiern darf.

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Was sind eure Erfahrungen mit der Reihe, beziehungsweise mit dem ersten Teil im besonderen?

Lasst es uns wissen!

 

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