HITMAN – Beta – Noch einmal mit Garotte

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Im Laufe des letzten Wochenendes haben wir uns für euch in die PS4-Beta des Reboots der Hitman-Reihe, namentlich clever Hitman getauft, gestürzt und unsere versteckte Meuchelmörder-Seite nach außen gekehrt, um die vorgegebenen Ziele auf möglichst mannigfaltige Art ins Jenseits zu schicken.
Dass uns das gefallen hat, ist ein gutes Indiz dafür, dass uns mit Hitman ein sehr guter Stealth-Shooter (mit Betonung auf Stealth) erwartet, der leider noch mit einigen Problemen zu kämpfen hat.
Doch zurück zum Anfang, denn dort beginnt ja auch das Spiel.
Als Agent 47, Protagonist und ikonischer Glatzenträger, starten wir in einer versteckten Trainingsanlage der International Contract Agency (ICA) unsere Laufbahn zum Auftragskiller, treffen das erste mal unsere späterhin langjährige Brokerin Diana Burnwood und beweisen, dass wir der Stoff sind, aus dem die Alpträume unserer Ziele gewebt sind.
Denn die Beta besteht nur aus jenen zwei Prolog-Missionen, die in der ersten im März erscheinenden Episode das Tutorial des Spiels darstellen werden.
Und gleich die erste dieser Missionen versprüht aus allen Poren jenes Hitman-typische Pheromon, das mich schon immer hat schwach werden lassen. Wir starten vor einer Yacht, auf der eine ordentliche Party steigt, müssen uns ans Bord schleichen und unser Ziel erst ausfindig machen und dann ins Jenseits schicken.
Da wir nicht auf der Gästeliste stehen, müssen wir einen Umweg wählen und erst einen ahnungslosen Techniker ausschalten, bevor wir uns unbemerkt Zutritt zur Yacht verschaffen.

HITMAN 1
An dieser Stelle fällt direkt positiv auf, dass nicht jeder der auf oder um die Yacht beschäftigten Mitarbeiter die Verkleidung sofort durchschaut. Stattdessen werden Wachen zum Beispiel den Techniker passieren lassen ohne sein Auftreten zu hinterfragen und umgekehrt werden Techniker einen Wachmann seine Runden drehen lassen. Das ist stimmig und realistisch, zumal Entwickler Io-Interactive noch eine Schippe drauf legt: Nicht jeder Techniker erkennt seinen verkleideten Kollegen als Betrüger, sondern nur jene, die einen höheren Rang haben als die anderen und dementsprechend ihre Angestellten kennen – Gleiches gilt für Wachpersonal und andere potentielle Verkleidungsträger, die man ausschalten kann oder muss.
Einmal an Bord der Yacht angekommen aktivieren wir unsere Hexer- Hitman-Sinne und erkennen anhand der Umrisse aller NPCs und unseres Ziels, wo sich diese befinden, ob sie alleine oder in Gruppen stehen oder auch ob sie sich bewegen. So fällt es leicht sich eine Taktik zurecht zu legen und die Laufwege von Wachen oder dem Ziel zu studieren.
Hat man sich einmal mit der Situation vertraut gemacht, öffnet sich das Spiel trotz des beengten Raumes der Mission. Denn die Möglichkeiten ein Ziel zu beseitigen sind bereits im Tutorial abwechslungsreich und vielfältig.
Man könnte dem Ziel an einem stillen Ort auflauern und per Kopfschuss exekutieren, es per Explosion ins Jenseits schicken oder aber verkleidet als Service-Mitarbeiter den Barkeeper mimend Gift in das Lieblingsgetränk des Gegners mischen.
Noch interessanter wird es in der zweiten verfügbaren Mission. Nicht nur, dass diese ohnehin ein besseres Gefühl von Bedrohung vermittelt, nein, auch die Exekutionsmöglichkeiten sind raffinierter. Auch wird dort eine neue Mechanik eingeführt, die „Opportunities“. Entweder durch das Aufspüren bestimmter Gegenstände oder weil man das Gespräch zweier Personen belauscht, wirft einem das Spiel kleine Nebenhandlungen zu, die man verfolgen kann um am Ende neue Möglichkeiten zu entdecken zum Ziel zu gelangen, beziehungsweise dieses in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
Die Möglichkeiten sind – zumindest in der Beta und somit im Prolog – nicht ganz so unbegrenzt wie in Metal Gear Solid V – The Phantom Pain aber abwechslungsreich genug um zum Erneut-Spielen zu motivieren. Zumal es mehrere optionale Ziele gibt, die bei Erfüllung mehr Punkte verleihen, die man dann wiederum in neue Waffen und Gadgets investieren kann.

HITMAN 2

Auf der Gameplay-Seite überzeugt uns Hitman bisher also schon einmal.
Etwas problematischer wird es da auf der rein technischen Seite.
Ja, das Spiel sieht sehr gut aus und bietet mitunter jede Menge NPCs, die sich gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln.
Aber das hat auch seinen Preis.
Die Framerate fällt häufiger in den gefühlt einstelligen Bereich und dass die Playstation 4 richtig zu arbeiten hat, merkt man am Lüfter, der hochdreht als wolle er dem Motor eines Formel 1-Bolliden Konkurrenz machen. Dazu sind die Animationen der NPCs nicht auf der Höhe der Zeit und die Kollisionsabfrage mit diesen sollte auch überarbeitet werden.
Nein, ich erwarte keine Assassin’s Creed-Anrempel-Animationen, aber durch die Schulterblätter armer Partygäste laufen zu können ist der Immersion nur bedingt förderlich.
Ganz im Gegensatz dazu steht die eigentliche Interaktion mit den Nicht-Spieler-Charakteren: Besucht eine besetzte Toilette und ihr werdet aufgefordert diese zu verlassen, lauft als Seemann verkleidet an einer Wache vorbei und ihr werdet als solcher begrüßt. Die Figuren haben generell ein menschlicheres Verhalten anstatt einfache Roboter zu sein, die im Weg stehen um den Anschein zu wahren dies sei ein bevölkerter Ort.

Im traurigen Kontrast dazu stehen dann allerdings wieder bestimmte Schlüsselfiguren, beispielsweise der Koch innerhalb der ersten Trainingsmission, dem man bei Bedarf auch mehrere Stunden dabei zuschauen kann wie er eine Suppe zubereitet oder einem Techniker, der im Minutentakt zwischen zwei naheliegenden Objekten hin und her läuft ohne irgendwas anderes zu machen.

Doch das sind eigentlich nur Kleinigkeiten, die das sonst sehr gute Gesamtbild nicht weiter stören können, zumal eine Beseitigung innerhalb des kommenden Monats durchaus wahrscheinlich ist.
Nur nach der Beta zu urteilen fällt allerdings auch schwer, da das erste Level nach dem Prolog wesentlich umfangreicher sein soll. Bietet dieses dann all die positiven Dinge des Tutorials und stimmt der Feinschliff, erwartet uns ein sehr guter Stealth-Shooter.

Wir freuen uns auf die erste Episode des Spiels, die am 11. März erscheinen wird und legen allen Interessierten nahe das Spiel auf dem Schirm zu behalten.

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