JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heaven

CyberConnect 2 und Bandai Namco bringen nach Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 den nächsten auf einem Anime basierenden Titel auf die PlayStation 4, der mit detailgetreuen Charakteren, Grafiken, schneller Action und jeder Menge Inhalt überzeugen möchte. Die Rede ist von JoJo’s Bizarre Adventure: Eyes of Heaven (das ich folgend nur noch mit “Eyes of Heaven” oder “Jojo’s Bizarre Adventure” abkürzen werde), das auf der gleichnamigen Manga-Serie basiert, die bereits im Jahr 1986 startete und sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Ob sich der Kauf des storylastigen Arena-Brawlers nur für Kenner lohnt oder ob für jeden etwas dabei ist, klärt unser Test.

Von der Geschichte…

In Jojo’s Bizarre Adventure geht es im weitesten Sinne um die Abenteuer der Großfamilie Joestar, die sich im Kampf gegen übernatürliche Wesen und Bedrohungen befindet. So, das war auch alles, was ich wusste, als ich das Spiel startete. Und ganz ehrlich, das Spiel leistet keinen guten Job darin Spieler in die Geschichte einzuführen. Ein kurzer Vorspann und schon befindet man sich in einer Art Endkampf gegen den übermächtigen und nahezu unsterblichen Dio, der besiegt werden muss, weil… Na ja, er ist halt böse. In der Rolle des schweigsamen und immer lässigen Jotaro Joestar (JoJo) bezwingt man diesen nun und freut sich über den Sieg. Als sich danach alle Verbündeten voneinander trennen wollen, werden sie von verstorbenen und nun wiederbelebten Charakteren der Manga-Reihe angegriffen. Kurz darauf taucht eine jüngere Version von Robert E.O. Speedwagon auf, einem populären Charakter aus dem Manga, der mit Hilfe eines Teiles des sogenannten Holy Corpse durch Zeit, Raum und unterschiedliche Dimensionen reisen kann. Er berichtet davon, dass eine alternative Version Dios auf der Jagd nach eben jenen Teilen ist, um sich der Familie Joestar für immer entledigen zu können.

Die Geschichte ist konfus und wild erzählt und gerade Neueinsteiger – wie ich einer bin – werden sich häufiger an den Kopf fassen, sich versuchen die Namen zu merken und ab und an ein Bier trinken, um irgendwie klar zu kommen. Gut, dass mag übertrieben sein, denn tatsächlich findet man sich spätestens nach zwei Kapiteln mit der Story ab – die durchaus an Fahrt aufnimmt und auch so ihre spannenden Momente hat – und konzentriert sich auf das Wesentliche: Nämlich die ansehnlichen und Action geladenenen Kämpfe.

jojosbizarreadventure1

… über die Kämpfe …

Die Kämpfe sind tatsächlich auch das Kernelement des Spiels und bieten, auch ohne jegliches Vorwissen, viel Spaß. In kleinen Arenen prügelt man sich mit Feinden, wobei man immer von einem Tag Team-Partner begleitet wird. Und obwohl es nur leichte und schwere Angriffe gibt, lassen sich spektakuläre Kombos aneinandereihen, Sprungattacken ausführen oder mit dem Partner brachiale Doppel-Angriffe ausführen. Diese zählen auch inszenatorisch zu den Höhepunkten des Spiels. Ist die entsprechende Anzeige aufgefüllt – was durch erfolgreiche Angriffe geschieht – schnappt man sich den Verbündeten und fokussiert den Gegner, um diesem einen ordentlichen Teil der Lebensenergie zu rauben. Zwar ist das Anvisieren etwas fummelig und nicht optimal gelöst, erfüllt aber meistens seinen Zweck. Zusätzlich lassen sich in den Levels Gegenstände aufheben, die man auf seine Wiedersacher werfen kann, oder Boni einsammeln, die einen kurzzeitig verstärken.

Beendet man eine Keilerei erfolgreich, darf man sich über Erfahrungspunkte freuen, die über kurz oder lang neue Skillpunkte freischalten. Da jeder der zahlreichen Charaktere dabei über einen eigenen Fähigkeitenbaum verfügt, kann man viel Zeit in das Aufleveln und Anpassen investieren.

… hin zu dem, was es sonst noch so gibt.

Ab und an wird der ständige Wechsel zwischen Handlung und Kampf auch durch kurze “Erkundungssequenzen” unterbrochen, die der Rede nicht wert sind. Man läuft durch Arenen, in denen sonst gekämpft wird und kann sich mit anderen Charakteren unterhalten, ehe man zum Zielpunkt läuft und die nächste Storysequenz triggert. Interessanter sind da schon die zahlreichen Mini-Games, die vom Fangen wuselnder Wesen, Kämpfe gegen zahlreiche Untote bis hin zu einem ungewöhnlichen Pokerspiel reichen. Diese sorgen für Abwechslung und womöglich auch den ein oder anderen Lacher.

Wer genug von der Story hat, kann sich mit anderen Spielern in den Multiplayer-Versus-Kämpfen messen. Die Server laufen dabei stabil und Gegner waren zumindest zum Zeitpunkt des Tests schnell gefunden. Da man aus über 50 Charakteren wählen kann und diese in einem eigenen Menü auch noch nach Belieben anpassen kann, bietet Eyes auf Heaven eine der umfangreichsten Riegen, die wir dieses oder letztes Jahr in einem Beat ’em Up bewundern durften. Dazu laufen die Kämpfe immer flüssig ab und beeindrucken durch eine überraschend hohe Vielfalt an möglichen Moves. Da hat Cyberconnect 2 ganze Arbeit geleistet, keine Frage!

Technik & Sound

Gut, Technik mag nicht alles sein, aber in diesem Fall muss ich noch einmal ein großes Lob an den Entwickler aussprechen. Die Präsentation – egal ob grafisch oder technisch – ist trotz des mitunter  gewöhnungsbedürftigen Cel Shading-Stils schlichtweg überragend. Klar mögen die Umgebungen nicht den größten Detailreichtum bieten, aber man fühlt sich nichtsdestotrotz wie in einem spielbaren Anime oder Manga. Dazu tragen auch die kleinen Gimmicks wie eingeblendete japanische Schriftzeichen oder aus Mangas bekannte Bewegungslinien bei. Toll!

Die japanische Sprachausgabe ist gelungen, aber leider nur selten lippensynchron. Der Soundtrack bewegt sich zwischen nervigem Gedudel und halbwegs stimmungsvollen Stücken und ist bestenfalls Durchschnitt. Schade ist, dass es nur englische Texte gibt, was viele abschrecken könnte.

jojosbizarreadventure2

FAZIT

JoJos Bizarre Adventure: Eyes of Heaven ist ein gelungenes Beat `em Up, dem die eigene kompliziert erzählte Geschichte und kleinere Patzer im Detail im Weg stehen. Wer sich in dem Manga-Universum auskennt wird womöglich uneingeschränkte Freude mit dem Titel haben und darf auf die finale Wertung noch mal 10 Punkte drauf schlagen. Alle anderen sollten erst die Demo, die es kostenfrei im Store gibt, antesten.

Nichtdestotrotz hatte ich viel Spaß mit dem Spiel und auch wenn ich mir an manchen Stellen noch immer nicht ganz sicher bin, wie die einzelnen Handlungsstücke in Zusammenhang stehen, hat mir das abgedrehte japanische Design und die dazu passende Story gut gefallen.

Schreibe einen Kommentar