LEGO Der Herr der Ringe / Review

LEGO-Spiele gibt es nun schon eine ganze Menge. Ob nun Pirates of the Carribean, Harry Potter, Star Wars, Indiana Jones oder Ausflüge ins Batman-Universum, die Jungs und Mädels von Traveller’s Tales haben sich schon viele Vorlagen vorgenommen. Nun wagt man sich an die Herr der Ringe-Trilogie, die in Film- und/oder Buchform den meisten bekannt sein dürfte. Ob dies gelungen ist?

 

Mit „LEGO Der Herr der Ringe“ wagten sich die Entwickler an einen ordentlichen Brocken. Nicht nur, dass diese Vorlage thematisch ernster ist, als z.B. Pirates of the Carribean, auch die Welt von Mittelerde ist ungleich größer, als die Ortschaften rund um Hogwarts (LEGO Harry Potter).
Hier kommt jedoch schon die erste große Veränderung im Vergleich zu den anderen LEGO-Spielen zum Vorschein. „LEGO Der Herr der Ringe“ bietet nämlich eine Open World. Diese ist zwar nicht ganz frei begehbar und auch nicht so umfangreich, wie man es aus anderen Open-World-Spielen kennt, ausreichend ist sie aber allemal.
Dass diese offene Welt durch die Geschichtslevel nicht wirklich genutzt werden könnte, dürfte klar sein. Daher gibt es nun auch Nebenquests und Minispielchen, an die man sich zu quasi jeder Zeit wagen darf.

Vorausgesetzt natürlich, man hat die entsprechende Nebenaufgabe oder das Minispiel bereits entdeckt. Da man erst durch das Spielen der Story das „Freie Spiel“ freischaltet, ergibt sich das Auffinden der genannten Dinge jedoch fast von selbst. Hin und wieder stößt man zwischen den Story-Abschnitten auf Karten-Statuen, die in der Landschaft herumstehen. Aktiviert man diese, werden umgehend alle in der Nähe befindlichen Quests und Mithril-Steine angezeigt. Die Steine bekommt man, indem man beispielsweise ein Schweinerennen gewinnt, oder Maulwürfe daran hindert, eine Wiese mit ihren Hügeln zu verschandeln.

 

Die Mithril-Steine sammelt man jedoch nicht einfach nur, sondern kann sie sinnvoll einsetzen. Bringt man diese zum Schmied nach Bree, wird der nützliche Gegenstände herstellen. Allerdings setzt das voraus, dass man die entsprechenden Baupläne ebenfalls gefunden oder erhalten hat. Einige findet man in den Story-Abschnitten, andere bekommt man zur Belohnung, wenn eine Aufgabe gelöst wurde und wiederum andere findet man in Abschnitten der Welt.
Die Items, die aus den Mithril-Steinen hergestellt wurden, sind danach für alle Charaktere einsetzbar. Sie werden in der Abenteuer-Schatzkiste verstaut und dürfen dann eingesetzt werden. Kann sonst nur Sam Feuer machen, ist dies mit dem Mithril-Zündelkästchen auch anderen Charakteren möglich. Das erleichtert gerade dann die Sache, wenn man sich an die Nebenaufgaben wagt.

 

Das komplette Spiel kann entweder alleine durchgespielt werden oder aber im Koop mit einem Partner. Leider nur lokal an einer Konsole, via Internet darf auch in „LEGO Der Herr der Ringe“ nicht gespielt werden. Dies ist übrigens auch der größte Nachteil, denn gerade als Koop-Spiel hat man eben nicht immer einen Spielpartner zur Hand, was durch die Internetmöglichkeit gegeben wäre.
In den bisherigen Lego-Spielen verhielt es sich so, dass die beiden Spieler im selben Spielabschnitt unterwegs waren. In „LEGO Der Herr der Ringe“ ist das nicht mehr der Fall, ganz im Gegenteil. Oft kommt es vor, dass ein Spieler mit einer Charaktergruppe eine Aufgabe lösen muss, während der andere Spieler an anderer Stelle unterwegs ist. So soll der eine die Minen von Moria verlassen, während der andere mit Gandalf gegen den Balrog antreten muss.

 

Auch während man zwischen den Story-Abschnitten in der offenen Welt unterwegs ist, ist man nicht gezwungenermaßen am selben Ort wie der Koop-Partner. Karten-Statuen dienen auch als Schnellreisefunktion in bestimmte Gebiete. So kann der eine Spieler z.B. in Bree und der Umgebung Aufgaben lösen, der andere ist parallel dann beispielsweise in den Todessümpfen auf Streifzug. Dies gibt viele neue Freiheiten, die der Lego-Serie recht gut tun.

 

Auch wenn Der Herr der Ringe eine eher ernste thematische Vorlage ist, gelang es den Entwicklern, viel Lego-Witz ins Spiel einfließen zu lassen. Zwar ging man hiermit recht dezent um, dafür kommen die kleinen Witze und Einlagen umso mehr zum Tragen und sorgen für so manchen Lacher. Auch aufs Spielgeschehen wirkt sich dies aus, denn wenn einmal eine Position nicht erreicht werden kann, hilft es vielleicht, den Zwerg Gimli einfach dorthin zu werfen. Dass dieser nicht sehr glücklich darüber ist, dürfte klar sein…

 

Wie schon in „LEGO Batman 2: DC Super Heroes“ können die Legofiguren auch in „LEGO Der Herr der Ringe“ sprechen. Leider hat man hier nicht die Originalsprecher aus den Filmen verpflichtet, was jedoch – z.B. bei Gandalf – nicht möglich gewesen wäre. Man gewöhnt sich jedoch recht schnell an die neuen Sprecher, zumal diese ihren Job sehr gut erledigen. Dadurch, dass die Figuren auch diesmal wieder reden können, wird die Geschichte sehr schön in Zwischensequenzen vorangetrieben. Es wurde kaum etwas wichtiges ausgelassen, auch Nichtkenner können also etwas mit dem Titel anfangen.

Optisch präsentiert sich „LEGO Der Herr der Ringe“ wesentlich erwachsener, denn die Hintergründe und auch die Spielabschnitte bestehen nicht mehr nur aus Legosteinen. Im Gegenteil, die gezeichneten Ortschaften sind sehr detailreich und liebevoll gestaltet. Hierdurch wirken jedoch die zerstörbaren Lego-Objekte teils deplatziert, aber auch daran gewöhnt man sich recht schnell. Zerstört man Objekte, sprudeln wieder viele Studs aus diesen, die man unbedingt einsammeln sollte. Studs sind die Währung in den Lego-Spielen und beispielsweise wichtig, um weitere Charaktere zu kaufen. Zwar spielt man die wichtigsten Charaktere im Verlauf der Story frei, viele andere kann man jedoch nur käuflich für Studs erwerben, wenn man in der Welt auf diese trifft. 80 Charaktere warten übrigens darauf, aktiviert zu werden.

 

Ansonsten bietet „LEGO Der Herr der Ringe“ gewohnte Lego-Kost. Abwechslungsreiche Level, eine gut 15 Stunden dauernde Geschichte und zudem sehr viele Nebenaufgaben, die auch noch gut 30 Stunden Spielspaß bringen. Wer „LEGO Der Herr der Ringe“ also komplett lösen möchte, hat einiges zu tun.
Optisch kann sich der Titel sehen lassen, der Soundtrack ist der, den man schon aus den Filmen kennt. Natürlich ist dies alles andere als ein Kritikpunkt, atmosphärisch wird hier einiges geboten!
Die Steuerung ist denkbar einfach, schon nach wenigen Minuten hat man sich mit der Controllerbelegung vertraut gemacht.

[box type=”note” size=”large” style=”rounded” border=”full”]Fazit: „LEGO Der Herr der Ringe“ ist der ideale Titel für jung und alt. Die Herr der Ringe-Geschichte wird sehr schön erzählt und hat an keiner Stelle unter der Portierung in die Lego-Welt gelitten. Die umfangreiche Story, die vielen Nebenaufgaben und reichlich freischaltbares runden „LEGO Der Herr der Ringe“ willkommen ab. Auch wenn es hier und da zu kleinen Grafikfehlern bei der Darstellung von Schatten kommt, kann sich das Spiel absolut sehen lassen. Alleine macht der Titel schon Spaß, im Koop kann er vollkommen überzeugen. Leider auch diesmal nicht übers Internet, sondern nur lokal an einer Konsole. Trotzdem kann man bei „LEGO Der Herr der Ringe“ blind zugreifen, von mir bekommt der Titel eine uneingeschränkte Kaufempfehlung![/box]

 

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