Little Big Planet Karting / Review

Sackboy goes Kartracing. So könnte man in wenigen Worten das beschreiben, was euch in „Little Big Planet Karting“ erwartet. Dass sich ein neuer Funracer immer und immer wieder an Mario Kart messen muss, lässt sich dabei leider nicht vermeiden. Ob der kleine Sackjunge den Klempner nun Auspuffgase schnuppern lässt, oder ob er eins mit des Klempners Rohrzange übergebraten bekommt, das lest ihr am besten selbst…

 

„Little Big Planet Karting“ ist so aufgebaut, wie man es schon von den Little Big Planet-Titeln her kannte. Sackboy steht in seiner Zentrale, über diese steuert ihr diverse Planeten an und wählt entsprechende Level auf diesen aus. Wer LBP gespielt hat, wird sich daher in „Little Big Planet Karting“ sofort zurecht finden. Alle anderen werden sich ein wenig schwer tun, denn im Vergleich zu anderen Funracern ist diese Menüstruktur doch ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Hat man sich jedoch damit angefreundet, wird man recht schnell die Level des Story-Modus finden, die auch erste Anlaufstelle für „Little Big Planet Karting“-Spieler sein sollten.

 

Auch hier ist es nämlich genau wie in Little Big Planet, dass auf den Story-Strecken reichlich Sammelbares versteckt ist, womit man hinterher Sackboy und das Kart anpassen und verzieren darf. Auf den ersten Story-Strecken lernt man zudem, wie man das Kart steuert, wie gedriftet wird, wie Items eingesammelt und eingesetzt werden usw..
Aber der Story-Modus wäre kein Story-Modus, wenn er nicht auch eine Geschichte erzählen würde. Und dies passiert auch im Story-Modus von „Little Big Planet Karting“. Die bösen Horter haben jede Menge Gegenstände gemopst, die Sackboy nun wiederholen soll. Zudem soll er die Horter gleich einmal in die Schranken verweisen und sie in Kartrennen besiegen.

Kurz erzählt, aber trotzdem weiß die Story, durch unterhaltsame Zwischensequenzen und teilweise recht abgedrehten Charakteren zu unterhalten. Ziel der einzelnen Story-Level ist es, unter den ersten drei die diversen Kartrennen zu beenden. Dies ist nicht immer ganz einfach, denn natürlich sammeln auch die Horter reichlich Waffen auf den Strecken ein, die sie oftmals gegen Sackboy einsetzen.
Schön ist, dass man die Story-Level nicht alleine absolvieren muss, sondern sie zumeist mit bis zu vier Spielern spielen darf. Hier ist es egal, ob an einer Konsole und dann im Splitscreen, oder via Internet mit und gegen andere Spieler.

 

Die Strecken sind hierbei sehr unterschiedlich und werden im weiteren Spielverlauf immer fordernder. Rast man zu Beginn noch über recht simple Rundkurse, so muss man später mit Sprungschanzen über Abgründe hüpfen oder diversen Gegenständen ausweichen, die Sackboy sonst von der Strecke fegen. Dabei hat man immer die Horter mit auf der Strecke, die den Spieler mit Waffen beharken. Klar, auch der Spieler kann diese einsammeln und einsetzen, aber oft hat man trotzdem den Eindruck, dass die Horter besser zielen können.
Viele der Strecken bieten dabei nicht nur den „normalen“ Weg. Passt man gut auf, wird man viele Abkürzungen und Abzweigungen finden. Auf diesen sind dann auch meist viele sammelbare „Blasen“ versteckt, die Items beinhalten.

 

Das ist jedoch nicht alles, denn nur Rundkurse wären doch für einen Funracer ein wenig langweilig, oder? Daher gibt es beispielsweise Arenakämpfe, in denen man seinen Gegner ausschalten soll. Oder aber Wegpunktrennen, in denen man rechtzeitig an Checkpoints vorbeirasen muss, soll einem nicht die Zeit ausgehen. Und selbst Bosskämpfe sind vorhanden. In diesen heißt es dann, große Bossgegner mit ausreichend Feuerkraft auszuschalten, bevor diese Sackboy ins Nirvana verfrachten.

 

Ein Little Big Planet-Titel wäre jedoch kein Little Big Planet-Titel, wenn man nicht der eigenen Kreativität nachgehen dürfte. So sammelt man in den Blasen, die auf den Story-Strecken versteckt sind, jede Menge Dinge ein, die man danach zum Basteln von Karts, Sackboys und Strecken verwenden kann. Der Editor ist hierbei genau so simpel zu bedienen, wie man dies bereits aus den LBP-Teilen kannte. Per Drag&Drop zieht man die Teile an die gewünschte Position, vergrößert oder verkleinert sie, dreht sie oder ändert deren Farbe. Danach platziert man die Objekte und darf hierbei auch gerne mehrere Ebenen anlegen, der eigenen Kreativität sind hierbei kaum Grenzen gesetzt.

 

Hat man dann einen Sackboy, ein Kart oder eine Strecke kreiert, mit der man so richtig zufrieden ist, darf man sie natürlich auch mit anderen Spielern teilen. Auch in „Little Big Planet Karting“ gilt das aus LBP bekannte Create&Share-Prinzip, welches diese Spiele ausmacht.
Aber nicht nur die eigenen Kreationen darf man anbieten, sondern natürlich auch die der anderen Spieler herunterladen und deren Strecken befahren. Somit ist der Nachschub an neuen Strecken quasi endlos, da die LBP-Community für ihre Kreativität schon sehr bekannt ist.

Leider hat auch „Little Big Planet Karting“ nicht nur positive Eigenschaften. Die eigentliche Spielgrafik ist sehr schön anzuschauen, zumal Sackboy nun erstmals in echtem 3D über den Bildschirm flitzt, während die LBP-Teile ja doch eher 2,5D auf den Bildschirm brachten. Die Hintergründe verschwimmen jedoch gelegentlich recht unschön.
Auch die Soundeffekte sind doch eher spärlich gesät, die Hintergrundmusik geht jedoch in Ordnung.
Die Steuerung ist recht simpel ausgefallen und der Controller sehr übersichtlich belegt. Zudem darf man die Belegung noch eigenen Wünschen anpassen.

Fazit:
„Little Big Planet Karting“ macht viel Spaß, gerade mit mehreren Spielern. Bis zu vier an einer Konsole, oder acht Spieler in Onlinerennen dürfen hierbei mit- und gegeneinander antreten. Die Items auf den Strecken sind gut verteilt, so dass es oft zu richtigen Feuergefechten kommen kann.
Herzstück ist auch in diesem Sackboy-Titel wieder der umfangreiche Editor, der quasi keine Schwächen kennt. Neue Strecken erstellt man genauso problemlos wie neue Karts oder Sackboy-Outfits. Hierzu sollte man jedoch im Story-Modus erst einmal sammeln.
Ob „Little Big Planet Karting“ nun besser ist als Mario Kart, mag ich persönlich nicht entscheiden. Viele werden den Klempner bevorzugen, andere lieben Sackboy – und genau so wird dann auch deren Entscheidung ausfallen.
Auf jeden Fall bringt „Little Big Planet Karting“ viel Spaß auf die Konsole und durch den nicht endenden Streckennachschub wird man immer wieder eine oder mehrere Runden in den Karts drehen. Anschauen lohnt auf jeden Fall!

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