Lootboxen: Für Overwatch wohl kein Problem

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Spätestens seit den Schlagzeilen um das mit käuflichen Lootboxen vollgestopfte Bezahl-Videospiel „Star Wars Battlefront 2“ sind besagte Boxen in den Brennpunkt des Interesses gerückt – auch, was die Gesetzesmacher anbelangt.

In Hawaii, sind hierzu zwei Gesetzgebungen verfasst: Verleger müssen für den Käufer sichtbar zeigen, ob das Spiel Lootboxen beinhaltet und wie hoch die Wahrscheinlichkeiten eines Gewinnes von der zugänglichen Belohnungen ist. Der zweite Punkt ist das untersagen des Verkaufs von Spielen mit Lootbox-Funktion für Personen unter 21 Jahren.

Das Schwierige an der Sache ist, die Gamer mit Lootboxen mit auf dem Zufall beruhenden Inhalten erneut an die Kassen zu bitten. Die Grenze zwischen den Boxen und dem für Minderjährigen verbotenem Glücksspiel ist nicht nur für Juristen überschritten. Die Lootboxen fallen in die Kategorie, Bezahlen, um zu gewinnen (Pay to Win), denn ein notwendiger Machtzuwachs muss gekauft werden.

Ein weiteres sehr umstrittenes Thema sind Boxen, welche nachdem der Inhalt blind gekauft wurde, später für echtes Geld weiterverkauft werden kann. Auch hier machen sich Glücksspiel und Spekulationsgedanke schleichend breit.

Zu den Spielen, die nach diesen Gesichtspunkten von der künftigen Entscheidung in Hawaii und ähnlichen Erwägungen in Deutschland, Großbritannien inklusive Isle of Man, Frankreich, Schweden, den Niederlanden, Australien, Neuseeland und Südkorea wohl nicht negativ betroffen sein werden, gehört Blizzards comic-haftes Game „Overwatch“.

Das vor knapp zwei Jahren auf den Markt gebrachte Online-Egoshooterspiel, benutzt zwar auch Lootboxen in seinem kunterbunten Multispieler-Ballerspaß, aber die sind weder an Machtzuwachs gebunden, noch können irgendwelche der in den Boxen gefundenen Objekte anschließend für Bares weiter an den Mann gebracht werden.

Außerdem sind sie nicht ausschließlich an schnöden Mammon gebunden, sondern können im Spiel auch durch erfolgreiche Quests verdient werden. Das so verdiente Geld soll laut Blizzard auch in die Weiterentwicklung von „Overwatch“ gesteckt werden.

Zwar sagen Kritiker, dass auch hier zum Kauf animiert wird, weil zum Beispiel in den Lootboxen nur für begrenzte Zeit verfügbare Skins enthalten sein können, aber bei „Overwatch“ haben die Objekte von vornherein nur kosmetischen Nutzen.

Attraktiv sind sie für eingefleischte Spieler dennoch. Zwar sind die einzelnen Matches, die nur gegen andere Spieler ausgetragen werden, kurz. Eine Runde dauert im Schnitt gerade mal 20 Minuten, aber da nach jedem Ableben nach Belieben ein neuer Avatar gewählt werden kann, kommt keine Langeweile auf. Und die Gegner reihenweise umlegen können die Spieler auch ohne erneut in die Tasche greifen zu müssen. Schließlich ist Lootbox nicht gleich Lootbox, und die Diskussionen der Gesetzesmacher werden fast überall begrüßt.

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