Nioh

  • Reviews

Bisher ist die Nische vom „Dark Souls Genre“ unerreicht, erfreut sich aber immer mehr an Beliebtheit. Zwar gibt es vereinzelt Spiele wie Lords of the Fallen, die die Richtung ungefähr treffen, aber so wirklich erreicht wurde die Reihe von From Software nicht wirklich. Mit Nioh soll sich das aber nun ändern! Wir haben das Spiel bereits schon seit wenigen Wochen von Sony erhalten und konnten uns bereits vor Release ausgiebig mit dem Game beschäftigen. Inwiefern Nioh tatsächlich gelungen ist, werdet ihr in diesem Test lesen.

Alles nur geklaut?

Mit Nioh wagt sich Team Ninja in das frühe 17. Jahrhundert der Japaner. Schon während der ersten Minuten wird eigentlich klar, wie dreist man sich der Dark Souls Serie bedient hat. Auf dem ersten Blick – bis auf das Setting – könnte man echt meinen From Software hat heimlich an einen neuen Ableger gebastelt. In diesem Zusammenhang muss sich der Titel von Team Ninja aber auch die Vergleiche gefallen lassen, die im Test wiederholt auftreten werden. Doch Vorsicht: Eine reine Kopie ist Nioh natürlich nicht, schließlich gibt es hier einige interessante Features, die das Spiel extrem positiv aufwerten!

Doch gehen wir zunächst einmal auf die Geschichte ein. Ihr spielt William Adams, der der erste nicht japanische Samurai Kämpfer wurde. Dabei bedient man sich in diesem Fall sogar einer wahren Geschichte, die tatsächlich mal passiert ist. Ihr sitzt zunächst im Tower of London ein, als ihr von einem Schutzgeist Unterstützung zur Flucht bekommt. Nachdem euch die Flucht gelungen ist, reist ihr mit einem Schiff nach Japan und das Spiel und vor allem die Story beginnt seinen Lauf. Dabei werdet ihr immer wieder mit der japanischen Kultur und vor allem mit deren Mythen konfrontiert. Das sorgt auch wirklich für einen frischen Wind und ist darüber hinaus auch sehr spannend. Schon ziemlich Bald werdet ihr auch zahlreiche Gegner und vor allem knallharte Bosskämpfe erleben dürfen, die von euch alles abverlangen werden!

Gameplay

Ähnlich wie in Dark Souls sammelt ihr in den Kämpfen etwas wie Seelen, was aber in Nioh als Amrita betitelt wird. Habt ihr viele Gegner erlegt, habt ihr auch entsprechend viel Amrita gesammelt und könnt so im Level aufsteigen. Auch hier ähnelt sich das System wieder sehr stark: Ihr geht zu einem Schrein und könnt dank der Amrita aufsteigen und entscheiden, wo ihr die Attribute verteilen wollt. Solltet ihr allerdings im Kampf fallen, dann wird auch die Anzeige der Amrita wieder auf null gesetzt. Ihr könnt diese aber wiedererlangen, wenn ihr zu dem Punkt lauft, wo ihr das zeitliche gesegnet habt. Soweit so Souls, oder? Team Ninja hat sich aber durchaus gedanken gemacht, wie man das Spiel aufwerten und vor allem eine eigene Note geben kann. So ist der Kampfstil schon mal sehr unterschiedlich. Ihr müsst bzw. solltet permanent eure Kampfhaltung den Gegnern anpassen. Zum Beispiel gibt es Fieslinge, die mehr oder weniger Kriechen und mit Seitenhiebe natürlich nicht getroffen werden können. Deshalb müsst ihr eure Haltung senken, um die Gegner angreifen zu können. Größere Gegner könnt ihr dann beispielsweise mit einer mittleren oder erhöhten Haltung angreifen. Und ihr könnt uns glauben, jede einzelne Körperhaltung hat verschiedene Attacken und fühlt sich auch dementsprechend anders an. Dies ist gerade im Hinblick auf die Gegnervielfalt sehr nützlich und gibt den Spieler entsprechend mehr Strategie Möglichkeit und Freiheit! Doch das ist noch lange nicht alles. Während man mit bestimmten Waffen kämpft (Axt, Schwert etc.) trainiert man auch entsprechend mit dieser. Das heißt wenn ihr öfter mit der Axt um euch schlägt und Gegner erledigt, bekommt ihr auch dafür Skillpunkte, die ihr wiederrum in neue Talente für diese Waffenkategorie setzen könnt. Spielt ihr mehr mit Schwert oder Magie, dann könnt ihr auch diese Talente mehr fördern. Das macht Sinn und passt auch wunderbar ins Game! Abseits der Kämpfe könnt ihr am Schrein nicht nur eure Level pushen, sondern auch diverse Götter als „Begleiter“ auswählen (dazu gleich mehr), Spieler als Helfer rufen (ähnlich wie in Dark Souls) und Beispiel auch Gegenstände opfern um an zusätzliches Amrita zu kommen. Je nachdem welchen Geist ihr genommen habt, könnt ihr den später auch als super Fähigkeit einsetzen. Habt ihr durch erledigte Gegner einen Balken gefüllt, könnt ihr diesen einsetzen und habt für kurze Zeit sehr viel Macht! Dies ist gerade am Anfang sehr nützlich, da man häufig mit einer Vielzahl von Gegnern auskommen muss und diese sind bekanntlich nicht sehr einfach.

Abseits der Spezialitäten habt ihr auch Fernkampfwaffen die sich prima steuern lassen und natürlich auch Items die euch unterstützen. Auch hier haben sich die Entwickler am Konzept von Dark Souls bedient und es gibt ein ähnliches System wie mit den Estus Flakon. Sind diese aufgebraucht (werden zum Heilen benutzt), dann bekommt ihr einfach neue in dem ihr zu einem Schrein zurückkehrt. Doch Achtung: Geht man zum Schrein (ähnlich wie das Lagerfeuer bei DS), dann spawnen auch wieder alle Gegner…

Technik

Der Schwierigkeitsgrad ist wirklich sehr knackig und dürfte vor allem für erfahrene Spieler ein Leckerbissen sein. Hier kann man eben auch parallelen zu Dark Souls erkennen. Wer hier nicht mit Vorsicht vorgeht und entsprechend geübt ist, wird in diesem Spiel nicht weit kommen. Doch das ist eben der Reiz. Gegner kennenlernen, Fähigkeiten zu optimieren und anschließend dann der Erfolg, den man bekommt! Von der Grafik sind wir ein wenig enttäuscht. Das Spiel flimmert recht stark und kann auch nicht mit der Dark Souls Reihe mithalten. Dafür haben die Entwickler einen sehr guten Sound eingebaut, der wirklich sehr gut in das Setting passt und auch sehr mysteriös klingt. Der Umfang ist insgesamt ordentlich geworden und bietet durch die zusätzlichen Features die wir genannt haben einiges mehr als man denkt!

Fazit

Zunächst war ich erschrocken, wie dreist die Entwickler von Dark Souls geklaut haben. Wirklich extrem vieles erinnert an die Reihe von From Software. Allerdings bekommt man relativ schnell ständig neue Features zu Gesicht, die Nioh nicht nur eine Daseinsberechtigung gibt, sondern in manchen Punkten auch interessante Dinge bietet als Dark Souls! Das japanische Setting ist sehr erfrischend wenn auch tödlich, die zusätzlichen Möglichkeiten der Kampfhaltungen und der Skillpunkte machen aus Nioh dann ein ganz eigenes Spiel, welches man gerade als Souls Fan unbedingt zocken sollte! Gute Arbeit!

Schreibe einen Kommentar