Batman: The Telltale Series – Episode 2 “Kinder von Arkham”

Nachdem uns die erste Episode von Telltale Games neuer Serie rund um den Dunklen Ritter sehr gut unterhalten konnte, waren die Erwartungen besonders hoch, als die zweite Folge mit dem Namen “Kinder von Arkham” im PlayStation Store auftauchte. Ob die Entwickler sich weiter steigern konnten, oder das zweite Kapitel von Batman: The Telltale Series uns enttäuscht hat, soll das folgende Review klären.

Kinder von Arkham

Es ist unwahrscheinlich schwer eine Folge einer Serie zu bewerten, wenn man sich selbst vorgenommen hat alle möglichen Spoiler zu vermeiden, um dem interessierten Spieler nicht den Spaß zu nehmen. Und da gerade Telltales Adventures mehr durch ihre Geschichten und Dialoge brillieren, als durch besonders raffiniertes Gameplay, wird das Unterfangen nicht leichter. Um es aber zumindest einmal anzusprechen und diejenigen zu beruhigen, die bereits “Im Reich der Schatten” gespielt haben, sei folgendes festgehalten:

“Kinder von Arkham” setzt die Geschichte der ersten Episode nicht nur gekonnt fort, sondern überrascht mit einigen unerwarteten Wendungen und Enhüllungen. Auch wenn man nach wie vor den Eindruck hat auf die richtig brillanten Folgen noch etwas warten und sich weiterhin mit dem Grundstein dieser beschäftigen zu müssen, schaffen es die Entwickler die Zeit wie im Flug vergehen zu lassen. Dabei steht weiterhin nicht Bruce Waynes Alter Ego Batman im Vordergrund, sondern der Mann hinter der Maske, der sich mit der Vergangenheit seiner Familie, dem Tod seiner Eltern und deren Verstrickungen in kriminelle Aktivitäten genauso herumschlagen muss, wie mit dem Wahlkampf seines Freundes Hervey Dent und den Problemen, in die seine neue Freundin Selina Kyle hineingeraten ist.

batman-telltale-6

Dennoch sollten Fans des maskierten Meisterdetektivs keine Angst haben. Auch die Fledermaus tritt in Aktion und weiß mit sehr gut inszenierten Action-Sequenzen und spannenden Abschnitten zu gefallen und das Gefühl der Comic-Vorlage sehr gut einzufangen. Schade, dass die Episode mit knapp 90 Minuten aber doch sehr kurz geraten ist.

Telltale bleibt Telltale

Telltale Games: Kennt man eines, kennt man alle. Kann man so schreiben, passt so auch, klingt aber irgendwie härter, als es gemeint ist. Tatsächlich ähnelt sich das Gameplay jeder Episode sehr stark. Es gilt Quick Time Events zu bestehen, Dialogoptionen innerhalb eines Zeitlimits auszuwählen und Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenzen mal mehr, mal weniger Auswirkungen auf die Geschichte haben. Das ist in Batman: The Telltale Series auch nicht anders, als in The Walking Dead, Minecraft: Story Mode oder Tales from the Borderlands. Klar, kann man nun sagen, dass sich der Entwickler weigert sein Gameplay weiter zu entwickeln, man könnte es aber auch mit der Redewendung “Schuster, bleib bei deinen Leisten” beschreiben.

Denn was Telltale da inszeniert ist hervorragend umgesetzt und die Quick Time Events passen meist sehr gut zu den einzelnen Szenen. Entscheidungen, Dialogoptionen und die Gespräche im Allgemeinen sind so gut geschrieben und aufeinander zugeschnitten, dass es trotz einer gewissen spielerischen Stagnation unmöglich scheint zu kritisieren. Soll heißen: Was sie da machen, machen sie eben richtig gut. Und was in “Im Reich der Schatten” funktioniert hat, funktioniert nun auch in “Kinder von Arkham”. Einziger Kritikpunkt hierbei ist, dass es in der zweiten Episode keine Rätsel gibt. Während in der ersten ein Tatort untersucht und der Tathergang rekonstruiert werden musste, sucht man so etwas in der Fortsetzung vergebens. Das ist schade und eine verpasste Chance mehr Abwechslung in die Episode zu bringen.

Technik & Sound

An dieser Stelle könnte ich fast den kompletten Text aus dem letzten Test eins zu eins kopieren und einfügen. Batman: The Telltale Series sieht super aus. Die Animationen sind gelungen, das Artdesign sucht weiterhin seinesgleichen und der Soundtrack ist mindestens genauso gut wie die Synchronsprecher. Toll gemacht, Telltale!

Die deutschen Untertitel sind noch einmal stimmiger als in der ersten Episode, auch wenn das ein oder andere mal die englischen Texte eingeblendet wurden. Auch gibt es mitunter kurze Tonaussetzer und Mikroruckler, die darauf hindeuten, dass die Engine den Entwicklern nach wie vor einige Probleme bereitet. Problematisch ist das alles nicht, dennoch würden wir uns wünschen in Zukunft mehr Feinschliff in den Episoden zu finden.

Überraschend traf uns ein Absturz des Spiels gegen Ende der Folge, woraufhin sich die PlayStation 4 komplett aufgehängt hat. Nach einem Neustart lief die Folge allerdings problemfrei weiter und bei einem zweiten Durchgang trat der Fehler nicht noch einmal auf.

batman-telltale-4

FAZIT

Trotz der erwähnten Probleme und dem Wegfallen der Rätselelemente, hat mir “Kinder von Arkham” noch einmal besser gefallen, als die erste Folge von Batman: The Telltale Series. Ja, sie ist sehr kurz geraten, aber fesselt ungemein und macht Lust auf noch mehr Batman. Die Geschichte kommt in Fahrt, die Charakterzeichnung hinterlässt noch einmal mehr Eindruck und man bleibt am Ende mit der Frage zurück, wann denn endlich Episode 3 kommt. Als Fan des Dunklen Ritters hat mich Telltale mittlerweile fast davon überzeugt, dass ihre neue Serie womöglich auch ihre bis dato beste werden könnte. Müssen nur noch die kleineren Fehler elimniert werden. Also weiter so!

Schreibe einen Kommentar