Review Darksiders

KriegsBlick

Krieg. Der pathetische Antikörper eines Helden, ein Heros widerwillen.

Das Antonym vom Frieden und ein blutriefendes Bilderbuch der Gewaltobsession und damit ein Link aus bekannten unbekannten Straßenzügen, dem ich -nicht- den Totschlag-Dogma-Stempel verpasse.

Ich werde nicht von Ballermann 6 Wortschöpfungen assimiliert, wo jeder Halbsatz mit „wie in Zelda“ beginnt.

Ob dies ein Ritterschlag oder eine Demütigung sei, wurde mir nicht klar. Jedoch könnt man x-beliebige Titel mit 100 anderen x-beliebigen Titeln vergleichen und x-mal Ähnlichkeiten finden.

Das Rad wird dementsprechend auch 2010 nicht neu erfunden oder runder. Es bleibt ein Rad, jedoch mit griffigem Profil und geringen Abnutzungserscheinungen.

KriegsKlang

Der Kolumnist mag kein Superlativ und schon gar nicht das -superlativ von Superlativen.

Geiz ist auch weder Geil noch am Geilsten. Geiz ist scheiße und dadurch das perfekte Antonym  des  orchestralen Klangs. Darksiders spielt ein Freude schöner Götterfunken mit 40köpfigem Orchester. Jede Nuance, jedes noch so unbedarft unwichtige Geräusch wird zu einer „Im Himmel hängen Geigen“ Overtüre in DTS.

Abgerundet wird die exzellente Qualität von professionellen deutschen Synchronsprechern, die düster und akzentuiert Ihre Stimmvolumen auf einem Bärenfell servieren.

KriegsAustrahlung

Darksiders serviert Schokoladen-Parfait ohne Schokolade, von außen betrachtet.

Innerhalb seines Wendekreises, stehen die Gestirne auf Vollmast und der Gesamteindruck wird auf den Punkt gegaart.

Wer zum Mikrokosmos-Textur-Fanboy mutiert, wird enttäuscht und auch Mr. Hiccup ist unverzeihlich. An völlig unnötigen Stellen teart und ruckelt Darksiders und trübt damit die flüssige Spielbarkeit.

Die Charaktermodelle sind filigran und detailliert ausgearbeitet, viele Applikationen zieren die Protagonisten und geben der Welt eine fantasiereiche Kulisse. Die leider durch belanglose Innen und Außenarchitekten abfällt. Hier hätte ich mehr dystopischen Prunk erwartet, auch wenn es nur zerrissene Maserungen an Pepitatapeten wären.

KriegsAusbruch

Krieg wird seinem Namen gerecht mit wenig Fehl und Tadel, bleibt aber leider zu stereotyp und erreicht damit keinen Sollleistung. Seine Bewegungen und die Animationen sind dafür hervorragend. Er tätigt was er soll und mutiert so zu meiner perfekten Augsburgerpuppenkisten-Marionette.

Storytelling gehört ins Reich von 1000 und einer Nacht. Zu wirr und belanglos ist das Spannungsdessert und es bleibt ein schlechter Beigeschmack der Süße.

Jedoch die Kombination aller Aspekte, führt zu einem wirklich gelungenen Spieltitel, der auch mal Genretechnisch fremd geht und überall stiehlt, dies widerum auf hohem Niveau.

Gerade die Schatzkiste an Upgrades motiviert zur freudigen Schnetzelei. Hier verweilt man gerne an Orten die eine Fülle an Gegnerhorden bieten.

Langsam schleicht sich Krieg an und karikiert das Muster von steter Langeweile nach x-Stunden. Der Titel steigert sich und jeder Quicky Liebhaber sollte einen längeren Seitenblick wagen.

Ein schönes wärmendes Feuer für kalte Winterabende und das verspätete Weihnachtsgeschenk an Freunde des Potpourris.

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