Review Killzone 2

Vorleser

Die Einleitung als Monolog ist hervorragend gewählt und temporeich erzählt.

Man folgt seinem Alter Ego + Clananhang auf Helghan, wo Diktator Scolar Visari die Macht innehat und der eigene Trupp auf Feindkontakt in ungeahnt pandemischer Fülle stößt. Um jedoch kosmischen Frieden zu erreichen, werden die Schergen der Helghast auf Ihrem Heimatplaneten bekämpft. So bleibt der ISA (Interplanetarische Strategische Allianz) nur die komplette Domestizierung der Helghast oder deren Auslöschung.

Sehstärke

Zeitreise – E3 2005

Das Guerrilla Team zeigt Ausschnitte von Killzone 2. Presse und Konsumenten feiern die detailreiche Grafik und debattieren erhitzt über Echtzeitgrafik oder nicht. Die Kür ist erledigt. Die Pflicht folgt 2009 und die Fangemeinschaft ist gespannt, ob die versprochene Grafik der Realität stand hält.

Guerrilla hat seine Hausaufgaben erledigt und präsentiert eine in melancholisches GrauGrün mit Erdfarbentupfern getauchte Bombastoptik. Lichreflektionen erhellen das düstere Szenario auf Helghan und bringen Licht ins Dunkel.

Unterm Rastermikroskop muss sich jedoch die ansonst tadellos funktionierende -Deferred Rendering Engine- geschlagen geben und wirkt verwaschen und weichgespült und so realistisch die Farbpalette auch wirkt, in einigen Kapiteln hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht, die die suizidale Tristess mit bunten Tupfern bereichert.

Die Helghast und der eigene Clan wurden sehr gut animiert, bewegen sich clever und sind die vorzeigbaren KI-Protagonisten, die man sich in einer epischen Schlacht wünscht.

Toningenieur

Welches Feuerwerk hier Guerrilla Games abliefert, hat die Welt noch nicht erlebt.

Differenziert und mit unglaublich transparenten Klängen wird eine Atmosphäre geschaffen, die das Helghastuniversum förmlich selber ins eigene Wohnzimmer trägt.

Jede 7.1 Anlage hofiert Killzone 2 und würde sich in Zukunft ein ähnliches Soundgewitter wünschen. Die Lokalisation ist gut gelungen und unterstützt das temporeiche Gameplay.

Zu kritisieren gibt’s nur die Centeransteuerung, die mir persönlich klanglich zu überrepräsentiert ist. Dies stellt jedoch die Nadel im Heuhaufen da und schmälert die Liebe zum Detail nicht. Referenz im Ego-Shooter Bereich und ein gefährlicher Gast, der es sich gerne mit seiner Nachbarschaft vergrätzt, falls man ihn hochtourig fahren lässt.

Fazitat

“Nach dem Spiel ist vor dem Spiel „oder -Tatort Zwangserzählung- Im Dialog mit dem vorhandenen Szenario wäre eine symbiotische Bezeichnung wie Einöde treffend. Jedoch wird die Handlung nur dem Wort Öde gerecht.

Wieso nach einer epischen Entwicklungszeit, niemand über sympathische Hommies oder Helghast-Verybadguys nachdachte, blieb ungeklärt.

Ich schlug mich demzufolge geistig auf die Seite des Feindes und fand deren Persönlichkeitsstruktur um einiges charmanter und differenzierter. Meine Kumpanen standen mir mehr als einmal im Weg, penetrierten mich mit immer gleichem Textparser, so daß deren fremdbestimmter „Freitod“ entweder vom Feind oder von mir ausgeübt wurde.

Die völlig debil reagierende Feindbestäubung durch meinen -best Buddie- brachte mich ein ums andere Mal in heikle Situationen, da er nur tausend Tode starb, anstatt die Helghast mit Kugeln zu befeuern.

Die wiederum zwar aus wunderbar animierten Waffen stammen, mit denen sich jedoch widerspenstig zielen lässt und es kaum nachvollziehbar ist, weshalb man als -Jack the Ripper Imitat- nur mit Kampfmesser die Gegner wie Butter zerteilt, jedoch auf Distanz die Helghast Blei wie kein Zweiter schlucken. So mutiert der Nahkampf zum Spaziergang und der Titel verkommt an manchen Stellen zum Speed Run.

Die einzelnen Kapitel wirken in sich abgeschlossen und nicht als Popcorn-Blockbuster mit Überlänge. Deshalb folgte ich den Kapiteln wie die Maus dem Käse, ohne mich auf die „Rahmenhandlung“ einzulassen. Auf der Habenseite steht jedoch ein in weiten Teilen stimmiges Grafik- und Soundsetting, welches als Adrenalinkick jederzeit Jack Bauer gerecht würde.

Auch der Multiplayermodus ist sehr gut gelungen. Das Ranglistensystem clever, die einzelnen Spielmodi stimmig und die Karriere des eigenen Spielers motiviert, da man nach Onlinegefechten andere Klassen und militärische Abzeichen freischaltet. Erfahrungspunkte sorgen für langfristige Motivation und binden den eigenen Helden ans Helghastuniversum.

Summa Summarum schrammt Killzone 2 knapp im U-Turn an den „Blendercurbs“ vorbei und bekommt mit reichlich Hans im Glück fürs Gesamtpaket eine…

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