Rocket League Review

In Rocket League streiten sich raketenbetriebene Autos um einen Ball. Was zunächst nach einer Schnapsidee klingt, entpuppt sich dabei in der Praxis als durchaus unterhaltsames Spielkonzept. Vor allem zusammen mit anderen bietet das Spiel enormes Potenzial, trotz oder gerade wegen des einfachen Spielprinzips.

 

Gameplay – Autoball für PS4

Wer Stefan Raabs Autoball aus dem Fernsehen kennt, hat bereits eine ganz gute Vorstellung vom Spielprinzip von Rocket League. Auch hier müssen die Spieler wie beim Fußball einen Ball ins gegnerische Tor bugsieren. Dabei sitzen sie jedoch in Autos, die es in sich haben. Per Knopfdruck können die Gefährte einen Boost ausführen oder hoch in die Luft springen. Mit ein wenig Fantasie und Geschick sind dabei unzählige Manöver möglich. Erfahrene Spieler können deshalb durchaus schon etwas mit Rocket League taktieren. Doch in der Regel kommt es eher zu Chaos. Wenn vier Spieler erstmal gleichzeitig mit Vollgas auf den Ball zurasen, nimmt das einfach in den seltensten Fällen ein gutes Ende. Es ist auch möglich, Gegner bewusst außer Gefecht zu setzen. Doch selbst nach einem Totalschaden kehren diese nach wenigen Sekunden zurück. Das Spiel erhält dadurch auch einen Charakter klassischer Deathmatches wie etwa bei Quake. Alles in Allem weiß das Spielprinzip aber zu unterhalten und ist immer wieder für eine Runde zwischendurch gut. Das Gameplay ist flüssig und einfach zu verstehen und es gibt definitiv immer etwas zu lachen. Der Single Player Modus ist hingegen etwas enttäuschen. Zwar gibt es neben Einzelmatches auch eine ganze Saison zum Spielen, doch die KI verhält sich dabei so gut wie nie nachvollziehbar. Wer lieber alleine spielt, ist hier also nicht an der richtigen Adresse.

Grafik – Quietschbunt und knackscharf

Die Grafik von Rocket League auf der PS4 kann auf ganzer Linie überzeugen. Die Areale sowie die Fahrzeuge sind allesamt sehr detailliert und viele bunten Farben sorgen für ein hübsch anzusehendes Ambiente. Hoch aufgelöste Texturen zeichnen auch bei anspruchsvollen Spielern immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Besonders erfreulich ist dabei, dass das Spiel durchgängig in voller HD-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde läuft. Ruckler kommen also zu keiner Zeit vor, das Geschehen bleibt zu jedem Zeitpunkt butterweich. Das ist übrigens auch beim 4-Spieler-Splitscreen der Fall. Natürlich kann sich Rocket League nicht mit Grafikgranaten wie Infamous: Second Son oder The Order: 1886 messen. Dafür ist allein der verwendete Grafikstil schon zu unterschiedlich. Doch angesichts des geringen Preises können Spieler kaum mehr erwarten. Für das zugrundeliegende Spiel ist die Grafik optimal.

Fazit – Unkomplizierter Spaß in ungewohntem Setting

Wer Rocket League zum ersten Mal spielt, kann den Controller so schnell nicht weglegen. Gerade im Multiplayer stimmt einfach alles. Die Grafik kann überzeugen und das Spielprinzip ist einfach zu erlernen, jedoch schwer zu meistern. In den ersten Stunden entsteh dadurch enorm viel Spielspaß. Die Mängel des Titels zeigen sich erst nach längerer Zeit. Denn trotz so mancher taktischer Möglichkeit ist Rocket League einfach nicht so komplex wie ein richtiges Sportspiel vom Schlage eines FIFA oder NBA 2K. Die Möglichkeiten sind doch etwas eingeschränkt, was die Langzeitmotivation spürbar drückt. Noch schneller langweilen sich Solospieler, die aufgrund einer mangelhaften KI wohl schon nach kurzer Zeit das Handtuch werfen. Doch letztlich ist Rocket League dennoch eine Empfehlung wert. Es ist kein Spiel, dass tagtäglich laufen wird, bietet sich aber zusammen mit Freunden immer wieder für eine schnelle Runde an. Gerade der Splitscreen Modus macht es auch partytauglich. Wer auf abgefahrene Ideen steht und mit vergleichsweise geringem inhaltlichen Umfang leben kann, kommt definitiv auf seine Kosten.

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