Shadow Tactics: Blades of the Shogun (PS4) – Review

Seit Jahren ist kein deutsches Spiel so eingeschlagen wie Shadow Tactics: Blades of the Shogun vom kleinen Münchener Studio Mimimi Productions. Das Echtzeit-Taktikspiel, dass sich eng an Klassikern des Genres wie Commandos und Desperados orientiert, kam bereits im letzten Dezember für Windows, macOS und Linux und konnte aus dem Stand heraus die Spitzenposition der Steam-Charts erklimmen. Seit dem 28. Juli ist Shadow Tactics: Blades of the Shogun nun auch für PlayStation 4 und Xbox One erhältlich. Ob das Spiel am Controller genauso viel Spaß macht wie mit Maus und Tastatur, und ob die Portierung auf die PS4 mit grafischen Einbußen verbunden war, verrät das folgende Review.

List und Intrigen in Fernost

Shadow Tactics versetzt den Spieler ins Japan der Edo-Periode um das Jahr 1615. Ein neuer Shogun hat die Macht übernommen, doch verschiedene Parteien sind bemüht, ihm diese wieder streitig zu machen. Um seine Herrschaft abzusichern, rekrutiert der Shogun fünf herausragende Kämpfer, die fortan mit der Aufgabe betraut sind, alle Verschwörungen und Aufstände gegen ihn niederzuschlagen.

Da die fünf Krieger unterschiedlicher kaum sein könnten, müssen sie zunächst lernen, einander zu vertrauen, besitzen aber auch individuelle, außergewöhnliche Fähigkeiten, die jeden einzelnen von ihnen zu einem unerlässlichen Teil der Gruppe machen: Sei es Hayato, ein Ninja, der schnell und lautlos aus dem Hinterhalt attackiert, Mugen, ein robuster Samurai, der auch die direkte Konfrontation nicht scheut, die Meisterin der Tarnung Aiko, die agile Fallenstellerin Yuki, und Takuma, der seinen Mitstreitern mit dem Scharfschützengewehr den Rücken freihält.

Mit Geduld und Köpfchen aus dem Hinterhalt

Shadow Tactics belebt das Genre der Echtzeit-Taktikspiele neu, dessen bekannteste Vertreter Commandos und Desperados um die Jahrtausendwende riesige Erfolge feiern konnten. Im Laufe der Jahre nutzte sich das Spielprinzip allerdings ab und Innovationen blieben aus. So kam es, dass seit geschlagenen zehn Jahren kein nennenswerter Vertreter des Genres auf den Markt kam. Die Entscheidung von Mimimi Productions, ein Echtzeit-Taktikspiel zu entwickeln, war somit gleichermaßen Risiko und Chance. Große Experimente haben die Münchener dabei klugerweise vermieden und orientieren sich in der Tat sehr eng an der Formel, die schon Commandos zum Erfolg verhalf.

 

Für den Spieler bedeutet dass, dass er die Kämpferriege aus einer isometrischen Third-Person-Ansicht steuert, um Sabotagemanöver, Diebstähle und Attentate auszuführen und möglichst unentdeckt zu bleiben. In der direkten Konfrontation mit den zahlenmäßig überlegenden Gegnern zieht die Gruppe trotz ihrer vielfältigen Fertigkeiten nämlich schnell den Kürzeren. In den meisten Fällen stehen dem Spieler ganz unterschiedliche Möglichkeiten und Wege offen, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Unbedingt erforderlich ist es nur, die individuellen Stärken und Schwächen der Charaktere zu studieren und taktisch klug miteinander zu kombinieren. Drei Schwierigkeitsstufen sorgen schließlich dafür, dass Genre-Einsteiger und alte Commandos-Veteranen gleichermaßen ihren Spaß an der umfangreichen Kampagne haben können.

Makellose Konsolen-Portierung

Grafisch kann Shadow Tactics mit den großen Actiontiteln von Ubisoft, EA und anderen selbstverständlich nicht mithalten. Eine derart bombastische Inszenierung stünde seiner Spielmechanik und der isometrischen Perspektive ohnehin nur im Wege. Nichtsdestotrotz sind die insgesamt 13 ausgedehnten Areale mit einer Fülle an Details versehen und die künstlerische Gestaltung findet ein malerisches Mittelmaß zwischen Comiclook und Realismus, das ein atmosphärisches Japan-Feeling aufkommen lässt. Die Grafik läuft auch auf der PlayStation 4 stets flüssig und steht der Version auf dem PC in nichts nach.Doch auch in allen anderen Punkten wurde Shadow Tactics vorbildlich auf die PlayStation 4 portiert: Die Ladezeiten sind unter Umständen sogar kürzer, mit Bugs muss sich niemand herumschlagen, und das häufig notwendige Schnelladen geht in wenigen Sekunden vonstatten. Wer sich Sorgen gemacht hat, dass die Steuerung dem Spielgenuss im Weg stehen könnte, darf ebenfalls beruhigt sein: Mimimi Productions haben sich hier offenbar an der Konsolenversion von Diablo 3 orientiert und eine durch und durch intuitive Controllerbelegung gefunden, die dem Spiel nichts von seinem Komfort und seiner Spieltiefe nimmt.

Shadow Tactics: Blades of the Shogun Fazit

Shadow Tactics: Blades of the Shogun ließ bereits auf dem PC nicht den leisesten Zweifel an seiner spielerischen Exzellenz – inhaltsgleich und perfekt an den Controller der PlayStation 4 angepasst, ist das auf der Konsole keinen Deut anders. Mimimi Productions wagten sich an ein vergessenes Genre, verlegten es in den Fernen Osten – was das Spiel nebenher auch für Fans der Tenchu-Reihe interessant machen dürfte – und blieben den legendären Vorbildern ansonsten treu. Das bedeutet allerdings auch, dass der Spielfluss von Shadow Tactics vom Genre-typischen, stetigen Trial and Error geprägt ist und wiederholtes Schnelladen zur Tagesordnung gehört. Da hilft es, dass das Speichersystem von Shadow Tactics so vorbildlich umgesetzt ist, dass bei aller Geduld, die mitunter vonnöten ist, immerhin kein Frust aufkommt. Wunderbar ausbalanciert, mit Präzision und Feinschliff, und einem unverbrauchten Setting ist Shadow Tactics: Blades of the Shogun ganz zurecht eines der meistgelobten Spiele des vergangenen Jahres und auch auf der PlayStation 4 ein Pflichtkauf.
Chefermittler

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