STARDEW Valley – Review

stardew valley
Alle Menschen mit unterbewussten Farmer-Ambitionen können aufatmen: Stardew Valley bringt frische Landluft auf den PC und sorgt mit Bestplatzierungen in der STEAM-Verkaufsrangliste für Furore. Aber ist der Aufstieg des Lebens- und Wirtschaftssimulators tatsächlich gerechtfertigt?

Zauberhafter Retro-Aufmachung

Das Spielprinzip von Stardew Valley erinnert stark an die bekannte Farmerserie Harvest Moon, die in den 90er Jahren auf der Nintendo-Konsole SNES (Super Nintendo Entertainment System) ihren Einstand feierte. Nun sind Mistgabel, Kohlkopf, Hühnerstall und Vogelscheuche endlich auf dem PC angekommen. Ganz wie im Vorbild schlüpfen Spieler in die Rolle eines Bauern, der das Erbe seines Großvaters antritt.
Die Aufgabe: Den eigenen Bauernhof nach und nach auszubauen, Plantagen anlegen, Nutztiere heranzüchten oder Gegenstände herstellen. Einen sehr interessanten Touch erhält das Spiel durch den namensgebenden Heimatort Stardew Valley und seine umgebende Spielwelt. Einfach nur zwischen eintönigen Fenstern zu navigieren, Statistiken auszuwerten und die nächsten Einkäufe per Mausklick anzustellen, gehört hier nicht zum tragenden Spielprinzip. Vielmehr lädt Stardew Valley den eigenen Avatar in einer begehbaren Umwelt zu Entdeckungstouren ein. Erkundung sowie Interaktion mit anderen NPCs in guter alter RPG-Manier sind hier das Salz in der Suppe. Der gemütliche, atmosphärische Soundtrack und die gut gewählten Geräuschkulissen sorgen dabei für passendes Ambiente. An längst vergangene Zeiten erinnert auch der charmante, detailverliebte Pixel-Look, der vielen 2D-RPG-Titeln der 90er Jahre ähnelt. Nostalgie pur für alle, die diese Zeit als Spieler miterlebt haben. Dementsprechend niedrig fallen auch die Systemanforderungen des Spiels aus: Die modernste Komponente dürfte wohl das Betriebssystem Windows 7 darstellen. Ein 2-GHz-Prozessor, 2 GB Arbeitsspeicher und mindestens eine 256-MB-Grafikkarte (DirectX 10, Shader-Modell-3.0) genügen bereits und so erlauben alle halbwegs modernen Rechner ohne biblisches Alter einen problemlosen Betrieb.
Derzeit existiert kein deutscher Client. Ob und wann dieser erscheint, steht noch nicht fest. Momentan arbeitet der Hersteller außerdem an der Umsetzung eines Mehrspielermodus. Bis zu einem eventuellen Update müssen sich angehende Farmer jedoch alleine in der Spielwelt austoben.

Mehr als nur Strohhut und Mistgabel

Auch wenn der Aufhänger der Story es zunächst vermuten lässt: Der fast schon abbruchreife Bauernhof bleibt nicht das alleinige Spielelement. Durchaus lohnt es sich, den virtuellen Strohhut auch mal an den Nagel zu hängen und seine Nase in andere Angelegenheiten zu stecken. NPCs verfügen über ihren eigenen Tagesablauf, vergeben Aufgaben und haben ihre ganz eigenen Probleme zu lösen. Lustige Festspiele, Freundschaften und sogar Liebesbeziehungen verleihen dem Spiel eine unterhaltsam soziale Komponente.
Ganz nach Tradition vieler Rollenspiele steigert der Bauernnachwuchs Fähigkeiten wie Bergbau, Fischen oder Ackerbau, sammelt Gegenstände fürs Handwerk oder verbessert seine Kampffertigkeiten. Kämpfe in einer Bauernsimulation? Richtig! Auf kleinen Ausflügen mit geschärftem Schwert geht es auch mal auf Monsterjagd in düstere Höhlen. Zum Auflockern treten immer wieder mysteriöse Ereignisse und Orte in Erscheinung, die Rätselspaß, Abenteuer und einen seichten Hauch Nervenkitzel versprechen. Wechselnde Jahreszeiten, variables Wetter und ein Tag-und-Nacht-Zyklus üben außerdem Einfluss auf Feiern, Fischgelegenheiten und andere Aktivitäten aus. Für Abwechslung vom reinen Alltagsleben auf der Farm ist also gesorgt. Dennoch ist der Suchtfaktor der Simulation nicht zu unterschätzen.
Nach den ersten Aufräumaktionen auf der Bauernruine erstrahlt schon bald das erste, prächtige Rübenfeld. Kurz darauf folgen Ställe für Hühner und anderes Getier. Zäune, Vogelscheuchen und Lagerstätten müssen errichtet und das eigene Heim neu eingekleidet werden. Der Wunsch, sich dabei immer weiterzuentwickeln und neue Dinge zu erschaffen, geht in diesem Spielprinzip gut auf. Dabei bricht Stardew Valley mit starren Vorgaben: Von Anfang an lässt sich der persönliche Besitz neu arrangieren und lädt so zu Experimenten ein.

Stardew Valley – mein Fazit

Spaß kann so einfach sein! Der Entwickler ConcernedApe öffnet durch Stardew Valley dem Genre des Landleben-RPGs Tür und Tor auf dem PC. Das zunächst öde wirkende Spielprinzip überrascht schnell mit putzigem Soundtrack, liebevoller Pixelgrafik und einem motivierendem Aufbausystem. Zwar sprüht das Game nicht gerade vor neuen Innovationen, packt aber das bewährte Spielprinzip der bekannten Vorbilder gelungen in einem neuen Mix zusammen. So besitzt das Ambiente in StarDew Valley einen ganz persönlichen Charme, der Zeitvertreib wirkt kurzweilig und unterhaltsam.
Die stimmige Inszenierung haucht dem Dasein als Bauer und Dorfbewohner zusätzliches Leben ein. Ein Blick zu riskieren, lohnt sich also auch für Genre-Neulinge. Im Gegensatz zu manchen Webbrowser-Simulationen erwartet hier den Spieler hinsichtlich kostspieliger Mikrotransaktionen derzeit kein Fass ohne Boden – einfach kaufen und zocken. Herrlich!

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