Super Mario Maker (3DS)

Nachdem uns im letzten Jahr der Super Mario Maker für Nintendos Heimkonsole WiiU absolut überzeugen konnte, war die Vorfreude umso größer, als der umfangreiche Level-Editor auch für den Handheld Nintendo 3DS ( respektive 2DS ) angekündigt wurde.  Viele Spielstunden und eigene Kreationen später steht fest, dass das Prinzip auch auf dem portablen Gerät unglaublich gut funktioniert, aber trotzdem nicht ganz überzeugen kann. Klingt seltsam? Der folgende Test sollte jegliche Verwirrung beseitigen:

Alles gleich und doch anders

Wer einen ausführlichen Test zum Super Mario Maker lesen möchte, kann sich das WiiU-Review zu Gemüte führen, denn die Spielmechaniken und Möglichkeiten sind nahezu identisch. Auch das Platzieren von Elementen, Items und Gegnern, sowie das Erstellen der Level selbst funktioniert dank des Stylus auch auf dem 3DS genauso hervorragend, wie auf dem großen Heimkonsolen-Bruder. Was mir persönlich sogar noch besser gefällt, ist, dass sich schneller zwischen dem Editor und dem Testlevel wechseln lässt. Da punktet der Handheld mit seinem zweiten Bildschirm. So lassen sich auch unterwegs tolle Level kreieren, oder im Herausforderungsmodus über 100 von Nintendo erstellte Stages spielen. Da stimmen Umfang und Funktionalität auf jeden Fall!

Schön auch, dass die Update-Mechaniken überarbeitet wurden. Statt also immer tröpfchenweise neue Elemente für den Levelbaukasten zu erhalten, wie in der WiiU-Version, lassen sich diese durch Spielen des Tutorials – das gleichzeitig einen tollen Start in die Karriere als Leveldesigner darstellt – und durch den Herausforderungsmodus freispielen. Die von Nintendo erstellten Level werden dabei immer schwerer und motivieren durch das professionelle Design. Hier gibt es eben keine scheinbar unschaffbaren Stages, sondern gewohntes Niveau, das spielerisches Geschick voraussetzt. Die Level wurden dabei für den 3DS entweder überarbeitet, oder aber komplett neu erstellt. So kommt nicht das Gefühl auf, einen reinen Port zu spielen.

Was beim Herausforderungsmodus ebenfalls gefällt: In jedem der Level gibt es die Möglichkeit zwei versteckte Medaillen freizuschalten, indem man besondere Aufgaben erfüllt. Schon einmal versucht ein Level ohne Springen zu beenden, oder nur einen bestimmten Gegnertypen zu erledigen? Die Super Mario-Herausforderung macht es möglich! Und es ist auf jeden Fall ein riesiger Spaß, der die portable Version gegenüber der WiiU-Fassung sogar noch aufwertet.

Warum tut man so etwas?

Wie die Überschrift bereits erahnen lässt, konnte uns allerdings nicht alles am Super Mario Maker begeistern. Zum Beispiel macht es wirklich keinerlei Sinn, dass man seine Level nicht online stellen kann. Ja, richtig gehört. Hat man mühevoll ein eigenes Level erschaffen, lässt sich dieses lediglich via Spotpass mit anderen 3DS-Besitzern vor Ort teilen. Böse Zungen behaupten, dass so kaum jemand jemals in den Genuss kommen wird, die eigene Kreation zu spielen. Und tätsächlich: In meinem Fall konnte ich meine Level meinen Bekannten nur zeigen, wenn ich ihnen den 3DS mitgebracht habe. Das geht auf der WiiU besser und intuitiver.

Mit der WiiU erstellte Level lassen sich zum Glück auf dem Handheld spielen, aber auch hier gibt es Einschränkungen: So tauchen diese Level in einer automatisch generierten Vorschlagsliste auf, danach suchen lässt sich allerdings nicht. Weder per Kurs-ID, noch in einem Menü. Zusätzlich wurden der Amiibo-Support und der Super Pilz gestrichen, was es unmöglich macht die dazugehörigen Level der Heimkonsolen-Version zu spielen. Da bringen auch die 100 Stages der Super Mario Herausforderung nichts, wenn elementare Bestandteile des Spiels einfach gestrichen werden.

Grafik, Technik & Sound

Auch auf dem Nintendo 3DS bietet der Super Mario Maker die (fast) vollständige Bandbreite an bekannten Grafiken und Sounds. Egal ob man im Level-Editor auf die aus NES-Zeiten bekannten Grafiken von Super Mario Bros. oder Super Mario Bros. 3 setzt, sich an Stages im Stil vom SNES-Hit Super Mario World versucht oder doch die moderne Darstellung der New Super Mario Bros. bevorzugt, es ist für jeden etwas dabei. Aufgrund des geringer aufgelösten Displays sieht letztere Version etwas kantiger aus, als auf der WiiU, aber daran sollte sich kaum jemand stören. Wer unterwegs seine eigenen Level erschafen möchte, hat auf jeden Fall das richtige Werkzeug in der Hand.

Die Steuerung funktioniert genau so, wie man es von einem solchen Spiel aus dem Hause Nintendo erwarten sollte. Mario lässt sich präzise durch die Levels manövrieren und auch die Nutzung des Stylus funktioniert hervorragend. Seltsam allerdings ist, dass man den 3D-Modus des 3DS nicht mit dem Super Mario Maker nutzen kann. Das Bild bleibt immer in 2D.

FAZIT

Es ist irgendwie eigenartig. Auf der WiiU haben wir mit dem Super Mario Maker einen fantastischen Level-Editor, dessen Einschränkungen das Leben zwar unnötig kompliziert machen, der aber dennoch auf ganzer Linie überzeugt, während wir auf dem weltweit meistverkauften Handheld einen um wichtige Features beschnittenen Ableger haben – wer streicht denn bitte die Möglichkeit Levels online zu teilen? – der im Detail so vieles nochmals besser macht.

Unabhängig davon stimmt das Gesamtpaket auch hier und es macht richtig viel Spaß eigene Level zu erstellen, oder sich in den von Nintendo oder WiiU-Besitzern erstellten Welten entweder die Zähne auszubeißen oder neue Gegenstände für den editor freizuschalten. Vieles richtig, aber auch vieles falsch gemacht und dennoch ein tolles Stück Software!

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Super Mario Maker (3DS) wurde dank eines von Nintendo bereit gestellten Codes getestet.

 

4 Comments

  1. Super Mario Maker? Eher Super Mario Player. Die Kritikpunkte fallen bei dem Spiel, wie ich finde, sehr schwer ins Gewicht. Streetpass und lokales Sharing ist nicht mal ansatzweise eine Alternative fürs online Sharing. Wer bei Nintendo hat sich bitte gedacht, dass dies eine gute Idee sei? Nicht mal gezielt nach Leveln suchen kann man. Was soll das? Wieso? Das ist schlichtweg bescheuert von Nintendo. Wenn ich eine WiiU mit dem Spiel hätte, hätten mich die Einschränkungen vollends von der 3DS Version abgeschreckt. Da ich allerdings für meinen 3DS noch kein 2D Mario besitze, ist das, denke ich, immernoch die beste Alternative und ich werde es mir etwas enttäuscht trotzdem zulegen.

  2. Ja, das ist ein großes Problem. Wer die WiiU-Version besitzt, braucht die 3DS-Fassung auch keinesfalls. Es lassen sich ja auch keine auf dem Handheld gebastelten Level auf die Heimkonsole übertragen, oder gar umgekehrt. Nichtsdestotrotz erwartet einen mit dem Super Mario Maker eine der umfangreichsten und stimmigsten 2D-Mario-Erfahrungen auf dem 3DS. Nur der Maker-Part will seinen Zweck nicht so recht erfüllen. Vielleicht kommt irgendwann ein Update. Ich hoffe sehr darauf…

  3. Gibt es nichtmal eine Zeitmessung beim Spielen der Levels? Auf der WiiU war das doch gerade ein besonderer Reiz , sich abwechselnd Lokal nach Zeit zu battlen oder auch online die Rekordzeit zu erreichen. Auf dem 3DS nichts mehr davon. Keine Levelcodes um die Level auszutauschen. Warum zur Hölle nicht? Nichtmal ein 3D-Effekt. Auf dem 3DS!!! Hey?

    Mir scheint, als wollte Nintendo da einfach nochmal auf die schnelle ein bisschen Geld machen. Lieblos.

  4. Ja, ist insgesamt einfach eine schwache Aktion von Nintendo. Dass sie den 3D Effekt rausgenommen haben, finde ich allerdings verständlich. Das würde kaum Sinn ergeben bei einem 2D Mario meiner Meinung nach, erst recht nicht, wenn man Super Mario World oder Bros Assets benutzt. Außerdem haben die sich eher auf Performance und 60FPS konzentriert, was ich löblich finde. Den 3D Effekt hat Nintendo schon länger aufgegeben. Interessiert wohl auch die wenigsten.

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