Tales of Graces f / Review

„Tales of Graces f“ ist ein weiterer Teil der japanischen Tales of-Serie. Über 20 Ableger gibt es bereits, die allesamt eigenständige Storys erzählen. Dabei ist „Tales of Graces f“ nicht einmal neu, denn der Titel erschien bereits vor gut drei Jahren auf der Wii. Den meisten dürfte der Titel trotzdem nichts sagen, denn die Wii-Fassung wurde nie in westlichen Gefilden veröffentlicht.
Ob drei Jahre nach dem eigentlichen Release die PS3-Fassung nun punkten kann? Lest selbst!

 

„Tales of Graces f“ ist ein typisches Japan-RPG, was man schon der Optik ansieht. Diese präsentiert sich im Anime-Look, welchen vermutlich besonders Fans solcher TV-Serien bevorzugen werden. Aber auch andere Spieler sollten einmal einen Blick auf „Tales of Graces f“ werfen, denn es handelt sich hierbei immerhin um ein Rollenspiel, die ja hierzulande leider nicht in Massen für die PS3 erhältlich sind.

In „Tales of Graces f“ schlüpft der Spieler in die Rolle des 11jährigen Jungen Asbel. An seiner Seite sein kleiner Bruder Hubert. Nach kurzer Spielzeit schließen sich auch zwei kleine Mädchen der Truppe an. Dies ist jedoch nur der Beginn eines Spiels, welches locker 50 Stunden in der Konsole rotieren wird.

 

Die ersten Spielstunden sind hierbei etwas zäh, da sie recht gemächlich vor sich hin plätschern. Übersteht man diese Startzeit, bekommt man jedoch eine immer tiefgründiger werdende Geschichte präsentiert, die den Spieler in ihren Bann ziehen wird. Auch ist man nur in den ersten Stunden mit den Kindern unterwegs, diese altern im späteren Spielverlauf, daher wird auch die Geschichte erwachsener. Dreht sich zu Beginn noch alles um Fragen wie „Soll man diese Blume nun pflücken und wie toll sie aussieht“, findet man sich nach mehreren Spielstunden inmitten eines Krieges verfeindeter Königreiche wieder und darf die Welt retten.

 

Zwar ist die Sprachausgabe der Charaktere nur auf englischer Sprache zu hören, die kompletten Bildschirmtexte wurden jedoch lokalisiert, was einen ungetrübten Spielfluss auch für jüngere Spieler bietet. Dieser Umstand ist sehr löblich, denn oft schaffen es JRPGs zwar nach Deutschland, werden dann aber nur in englischer Sprache angeboten. Nicht so bei „Tales of Graces f“, wo man sich die Mühe der Übersetzung gemacht hat.
Und zu lesen gibt es einiges, denn es warten sehr viele Zwischensequenzen auf den Spieler. Diese sind, wie bereits erwähnt, im Animestil gehalten. Auch das restliche Spiel bleibt diesem Animelook treu, und sieht optisch ein wenig wie „Eternal Sonata“ aus.

Während der ersten Zeit im Spiel bekommt der Spieler immer wieder hilfreiche Tipps zur Steuerung, womit das Tutorial sehr schön in die Geschichte integriert wurde. Items werden erklärt, es wird erläutert, wie man sich in Kämpfen verhalten muss usw..
Auch werden die „Titel“ erwähnt, um die sich einiges im Spiel dreht. Von diesen „Titeln“ kann man im Spielverlauf nämlich sehr viele abstauben. Man bekommt sie z.B., wenn man spezielle Aufgaben erledigt hat, an bestimmten Punkten der Story angelangt ist, oder z.B. genügend Sehenswürdigkeiten besucht hat. Die Spielcharaktere darf man dann mit diesen Titeln ausrüsten, pro Charakter kann jedoch immer nur einer angelegt werden.

 

Das besondere an diesen Titeln ist, dass sie das Kampfverhalten und die -skills beeinflussen. So hat ein Titel z.B. Heilskills, die dann verwendet werden können, während ein anderer bestimmte Angriffsarten unterstützt. Jeweils fünf Skills bietet ein Titel. Diese sind jedoch nicht direkt verfügbar, sondern müssen durch Kämpfe und die dadurch zu bekommenden Fertigkeitenpunkte freigeschaltet werden. Möchte man alle Titel so weit bringen, dass alle Skills aktiviert werden, wird man viele Kämpfe bestreiten müssen.

 

Kämpfe mit Monstern etc. finden übrigens nicht per Zufall statt. Während man die Welt bereist, wird man immer wieder auf Gegner in der Landschaft treffen. Diesen kann man nun einfach ausweichen, oder aber man läuft auf sie zu, was dann zu einem Kampf führt. Das Kampfsystem ist hierbei eher actionlastig. Man hat eine Angriffstaste und eine zum Ausweichen. Reicht es bei normalen Gegnern noch, diese einfach anzugreifen, kommt man bei Bosskämpfen auf diese Art nicht sehr weit. Zudem ist es bei vielen Bossen wichtig, die richtigen Titel anzulegen, um diese Kämpfe siegreich zu überstehen.
Nach einem Kampf gibt es in gewohnter Weise Erfahrungspunkte, Gald (die Währung im Spiel) und Items, die fallengelassen werden.

 

Diese Items können dann beispielsweise neue Ausrüstungsgegenstände sein, oder einfach andere Dinge, die man danach weiterverarbeiten kann. So wird beispielsweise aus einem Apfelgummi eine Art Heilbonbon, wenn man dieses richtig verarbeitet. Auf diese Weise lassen sich sehr viele Kombinationen raus finden, um Dinge herzustellen, die im weiteren Spielverlauf nützlich sein könnten. Daher gibt es auch hier sehr viel zu entdecken.
Um noch einmal kurz auf das Kampfsystem zurückzukommen. Selbst steuert man immer Asbel, die anderen Spielfiguren greifen automatisch an und setzen auch von selbst spezielle Fähigkeiten ein. Im Menü kann man zudem festlegen, wie sich die anderen Charaktere in Kämpfen verhalten sollen.
Auch Kettenfertigkeiten, die spezielle Angriffe hervorbringen, werden von den anderen Charakteren so eingesetzt, wie man es zuvor im Menü festgelegt hat.
Die anderen Charaktere können übrigens auch von Mitspielern gesteuert werden, denn in den Kämpfen dürfen die Charaktere dann von bis zu vier Mitspielern übernommen werden, was für gemeinsame Unterhaltung an nur einer Konsole sorgen wird.

Items bekommt man übrigens nicht nur von Gegnern. Immer wieder findet man teilweise gut versteckte Schatzkisten, die nette Dinge enthalten können. Aber auch so sollte man die Landschaft gut im Auge behalten, denn hin und wieder glitzert im Gras etwas auf, was man dann einsammeln kann. Auch hierbei ist es reiner Zufall, was man finden wird.
Neben dieser Sammelei gibt es mehrere Bücher, die man füllen darf. So z.B. das Monstertagebuch, in dem alles über bekannte Monster zu finden ist, mit denen man sich bereits angelegt hat. Weiterhin gibt es ein Buch, in welches Sehenswürdigkeiten eingetragen werden. Es gilt daher, die Orte und Gegenden ordentlich zu erkunden, wenn man alles im Spiel sehen und sammeln möchte, was es zu finden gibt.

 

Optisch ist „Tales of Graces f“ zwar kein Highlight, aber die Wii-Grafik wurde zumindest an die HD-Möglichkeiten der PS3 angepasst. So darf man Zwischensequenzen und mehr in schöner Optik genießen, auch wenn auf der PS3 mehr möglich gewesen wäre. Dies gilt auch für so manche Ladezeit, die nicht zwingend nötig sein müsste.
Der Soundtrack ist sehr ordentlich und schon der Titelsong kann sich hören lassen. Ansonsten erwartet den Spieler beim Soundtrack typischer JRPG-Sound, der jedoch wunderbar zum Spiel passt.
Die Steuerung ist simpel, man hat alles sehr schnell im Griff und braucht nicht lange Handbücher studieren, um im Spiel erfolgreich zu sein.

 

Fazit:
„Tales of Graces f“ sollte in keiner Rollenspielsammlung fehlen. Die Story beginnt zwar etwas träge, wird dafür im Spielverlauf umso interessanter. Es gibt jede Menge zu sammeln und zu entdecken, was für langen Spielspaß sorgt.
Die Präsentation des Titels ist ebenfalls sehr ordentlich, die pixelige Wii-Version wurde schön an die HD-Fähigkeiten der PS3 angepasst. Sehr schön ist auch, dass die Bildschirmtexte komplett lokalisiert wurden.
Ich kann „Tales of Graces f“ auf jeden Fall empfehlen!

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