The Elder Scrolls Online – Morrowind (PS4)

Mit der Erweiterung Morrowind ist im Juni der bislang spektakulärste und aufwendigste Zusatzinhalt für Bethesdas The Elder Scrolls Online erschienen. Morrowind ist nicht nur eine qualitativ ebenbürtige Ergänzung zum Hauptspiel, sondern könnte für viele Spieler der Grund sein, mit The Elder Scrolls Online überhaupt erst zu beginnen.

Das Basisspiel: The Elder Scrolls Online

Es gehört schon viel dazu, um im hart umkämpften Markt der Massively Multiplayer Online Role-Playing Games Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, geschweige denn einen Hype zu generieren. The Elder Scrolls Online gelang 2014 genau das. Die Aussicht darauf, den Kontinent Tamriel in Form eines Online-Rollenspiels zu erkunden, als reizvoll oder als vielversprechend zu beschreiben, wäre noch eine Untertreibung gewesen: Das letzte Solo-Abenteuer, The Elder Scrolls V: Skyrim verkaufte sich bis heute mehr als 30 Millionen mal und avanchierte damit nicht nur zum erfolgreichsten Spiel der Reihe, sondern zu einem der erfolgreichsten Videospiele aller Zeiten. Schon seit Jahren gab es Gerüchte, dass ein MMORPG in der Welt von The Elder Scrolls geplant sei, und als das Spiel 2012 erstmals angekündigt wurde, fand es sich bereits fünf Jahre in Entwicklung. Bethesda versprach, das typische Elder-Scrolls-Spielgefühl in ein ausgewachsenes MMORPG zu übertragen. Gleichzeitig wollten die Entwickler erreichen, dass die Quests nicht nur in der Gruppe, sondern auch alleine gut zu bewältigen sind.

1000 Jahre früher

Schauplatz von The Elder Scrolls Online ist wie in den anderen Spielen der Reihe auch der fiktive Kontinent Tamriel. Allerdings handelt das MMORPG rund 1000 Jahre vor den Geschehnissen von Skyrim, bzw. 800 Jahre vor denen von The Elder Scrolls IV: Oblivion und The Elder Scrolls III: Morrowind.
Auf seinem Kampf gegen den dämonischen Fürsten Malog Bal, der bestrebt ist, ganz Tamriel unter seine Kontrolle zu bringen, erfüllt der Spieler (optional gemeinsam mit seinen Mitstreitern) eine Fülle von Quests, die für ein Online-RPG dieser Größe erstaunlich gut und individuell gestaltet sind. Sammelaufgaben, die bloße Fleißarbeit erfordern, sind selten, die Geschichten exzellent vertont und auch von den deutschen Sprechen lebendig rübergebracht. Aber auch die Hauptstory weiß zu fesseln und gibt dem einzelnen Spieler das Gefühl, die ihn umgebende virtuelle Welt nachhaltig zu beeinflussen.

Um es kurz zu machen: The Elder Scrolls Online konnte den hohen Erwartungen an einen MMORPG-Ableger der Reihe in fast allen Punkten gerecht werden. Lediglich im Late-Game hatten sich einige Schwächen eingeschlichen, die dem Spieler für relativ viel Arbeit relativ wenig spielerischen Gegenwert boten.

Die Morrowind Erweiterung

Im Unterschied zu vorherigen Download-Inhalten muss die Morrowind-Erweitung zwingend separat erworben werden – und zwar zum Preis eines eigenständigen Spiels. Dafür bekommt der Spieler den mit Abstand umfassendsten Zusatzinhalt bisher, der die Welt von The Elder Scrolls Online nicht nur erheblich vergrößert, sondern für viele Spieler alleiniger Grund sein dürfte in das Spiel einzusteigen, wenn sie es bislang noch nicht getan hatten. The Elder Scrolls Online: Morrowind führt die Spieler nämlich auf die Insel Vvardenfell, dem legendären Schauplatz des unvergessenen The Elder Scrolls III: Morrowind – dem Serienteil also, mit dem der Reihe 2002 der endgültige Durchbruch gelang.

Nostalgie ist somit ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht zu beschreiben, was den Reiz an der Morrowind-Expansion ausmacht und warum viel Spieler erst (oder wieder) mit dieser Erweiterung in das MMORPG eingestiegen sind oder einsteigen sollten. Im Unterschied zu den anderen Gegenden Tamriels ist die Insel Vvardenfell weniger stark an das europäische Mittelalter angelehnt sondern bezieht ihre Einflüsse aus der Architektur und Ästhetik des Nahen und Mittleren Ostens, aber auch Japans und Ägyptens. Ein spannendes Setting also, das die Herzen all derer, die die Insel Vvardenfell schon vor eineinhalb Jahrzehnten erkunden haben höher schlagen lassen dürfte.

Feine Neuerungen vor imposanter Kulisse

Doch auch ohne den Nostalgie-Bonus ist Morrowind eine gelungene, obgleich kostspielige Erweiterung. „Fortsetzung“ trifft es tatsächlich eher, da Morrowind nicht nur neue Quests mitbringt, sondern auch eine neue Variante von Player versus Player und eine komplett neue Klasse. Der sogenannte Hüter ist das, was andere Fantasy-Settings einen Waldläufer nennen würden und ist vor allem für Neueinsteiger eine gute Wahl. Er ist beispielsweise in der Lage, Bären herbeizurufen, die ihn im Kampf unterstützen, oder heilende Pflanzen, die auch grafisch imposant dargestellt werden. Apropos grafische Imposanz: Die PlayStation 4-Version von Morrowind braucht sich hinter der Windows-Fassung nicht zu verstecken.

Generell funktioniert The Elder Scrolls Online auf der Konsole genauso gut wie auf dem PC und steuert sich auch mit dem Controller sehr angenehm. Die Grafik weiß ebenfalls zu gefallen – und stellenweise zu beeindrucken, was für MMORPGs bekanntermaßen nicht selbstverständlich ist: Detaillierte Umgebungen, scharfe Texturen und gelungene Animationen verwöhnen das Spielerauge. Lediglich die beschränkte Fernsicht und das mitunter verspätete Nachladen einiger Texturen zeigen, wo Morrowind die PlayStation 4 an ihre Grenzen bringt.

The Elder Scrolls Online Morrowind – Fazit

Morrowind ist eine gelungene Erweiterung des Basispiels, die vor allem vom Nostalgiefaktor lebt. Kenner des RPG-Klassikers The Elder Scrolls III: Morrowind werden sich sofort heimisch fühlen und finden spätestens jetzt den idealen Einstieg in die Online-Version Tamriels. Aber auch ohne diesen Hintergrund weiß das Spiel zu überzeugen: Ob Besitzer des Basisspiels die Morrowind-Erweiterung benötigen, hängt im Grunde genommen davon ab, wie weit sie im Hauptspiel fortschritten sind: Ohne richtiggehend innovativ zu sein, bietet Morrowind mehr vom gleichen, in der selben hohen Qualität und vor schöner, neuer Kulisse.
Chefermittler

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