The Secret World – Review

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Illuminaten, Templer oder Drachen. Macht, Glaube oder Geld. Zu tun, was notwendig ist, um die Welt zu einem besseren Ort für die Manschen zu machen. Diesen Aufgaben verschreibt man sich, wenn man in das Universum von “The Secret World” einsteigt. Seit Juli 2012 ist das MMORPG aus dem Hause Funcom auf dem Markt und erfreut sich mehr denn je weitreichender Beliebtheit – nicht zuletzt aufgrund der Faszination, die urbane Mythen und Verschwörungstheorien in der heutigen Zeit auf die Menschen ausüben.

 

Von Verschwörungen und Legenden

Zu Beginn des Spiels wird man wahrscheinlich vor die prägendste Entscheidung der Story gestellt – sich für eine der drei Fraktionen zu entscheiden. Denn für diese Fraktion wird man fortan kämpfen, ob man es will oder nicht. Hat man sich erst einmal festgelegt, landet man schnell in der offenen Welt – diese mutet zu beginn eher wie eine Real-Life-Situation an. Spätestens wenn man aber die erste Abscheulichkeit vor sich hat und diese bekämpfen muss, merkt man, dass “The Secret World” mehr ein Mystery-Action-Abenteuer ist als ein Sims-Abklatsch. Zahlreiche historische Fakten werden im Spiel Teil der Handlung, und viel es wird auch miteinander kombiniert. So stehen Recherche-Missionen ebenso an der Tagesordnung, wie Baller-Missionen den Stealth-Quests gegenüberstehen.

Ein Plus: Bevor man sich dem Ernst der Herausforderungen stellen muss, hat man genügend Zeit, um in verschiedene Kampftaktiken mit Waffenexperimenten hineinzuschnuppern. Das hilft auch dann bei der persönlichen Skilling-Entscheidung. Denn so etwas wie Levelaufstiege gibt es nicht, es werden lediglich nach der jeweiligen Spielerfahrung Fähigkeitspunkte verteilt, die sich grob auf die Bereiche Nahkampf, Fernkampf und Magie unterteilen lassen.

 

Von Funktionen und Kinderkrankheiten

Man kennt es von MMORPGs. Viele Funktionen erfordern viele Steuerungsmöglichkeiten. Aber “The Secret World” wäre kein beliebtes und weit verbreitetes Spiel, wenn es da nicht viel richtig machen würde. Denn als Spieler wird man Stück für Stück (ganz im Gegenteil zu anderen MMOs, deren man sich nur mächtig fühlt, wenn man Hotkey-Tabellen auswendig lernt) an die dann doch recht komplexe Steuerung herangeführt wird – muss aber auch verstehen, wenn man zur Beherrschung etwas Zeit braucht. Im Endeffekt gibt es dann doch nur wenige Tasten des Keyboards, die nicht belegt sind, dessen wird man sich aber erst bewusst, wenn man in hitzigen Gefechten mal auf etliche Waffen, Fähigkeiten und Anweisungen zurückgreifen muss. Vieles läuft aber auch über die Maustasten, weswegen sich die Steuerung über das Touchpad auf dem Laptop eher nicht eignet.

Funcom hat auch die anfänglichen Speicher- und PvP-Probleme in den Griff bekommen. Zum Release des Spiels waren noch viele Spieler davon betroffen, dass einige ihrer Speicherstände regelmäßig verschwanden oder PvP-Kämpfe einfach nicht gewertet wurden – Belohnungen und EP waren natürlich für immer verloren. Durch regelmäßige Updates im Wochentakt ist man diesem Problem allerdings Herr geworden, kein Grund also, nach diversen Meldungen im World Wide Web gleich Panik zu schieben.

 

Vom Hören und Sehen

Das kennt man auch von MMORPGs. Niedrige Systemanforderungen, damit es jeder immer und überall spielen kann – auch auf noch so schwachen Geräten. So einfach läuft es bei “The Secret World” nicht ganz. Die Systemanforderungen sind zwar moderat, gerade aber für die grafische Aufmachung, benötigt man zumindest einen dezidierten Grafikchip. Über die integrierte Grafik zu spielen ist also nicht drin. Das aber zurecht: Vom Spieleinstieg bis hin zum Erlebnis nach unzähligen Spielstunden liefert “The Secret World” ein stimmiges Bild ab, das zwar nicht an die Grafik von AAA-Titeln im Singleplayer herankommt, aber für ein MMO ganz ausgezeichnet gestaltet ist. Lichteffekte und Kampfanimationen gehören ebenso zum Repertoire wie verschiedenste Details in Gesichtszügen und Ausrüstungsgegenständen.

Gut gelungen ist zudem die Audio-Szenerie. Das Spiel ist komplett synchonisiert, alle Zwischensequenzen und Dialoge bieten stimmige Fassungen in Deutsch und die Untermalung durch den Soundtrack versetzt den MMO-Fan in eine insgesamt ganz sehr ansprechend gestaltete Welt.

 

Von Tag und Nacht

Ein weiteres Déjà-vu: MMORPGs sind kostenpflichtig. Lange Zeit war auch für “The Secret World” ein Abo-Modell zum Spielen Pflicht, allerdings ist dies seit einiger Zeit nicht mehr so. Das ist sicherlich einer, wenn nicht sogar der Grund, warum das Game beliebter ist als je zuvor. Denn abgesehen davon, dass nunmehr eine einmalige Anschaffung Kosten verursacht, das Spiel-Abenteuer jedoch nicht mehr, ist das Spiel natürlich vollgepackt mit Content, der jeden Mystery-Fan schwach werden lässt. Neben den drei Fraktionen bietet das Spiel zahllose und sehr vielseitige Questreihen, PvP und Gilden bieten Spielspaß für hunderte Stunden. Gewitzte Bonus-Features und nette Funktionen wie Live-Browsing, die längst zum Standard gewordene Chatfunktion und spezielle Party-Quests fördern zudem auch die Soziale Interaktion im Spiel. Und wem das immer noch zu wenig ist, der kann ja zumindest mit den drei verfügbaren Charakterslots die Aufgaben der drei Fraktionen durchzocken.

 

Von Ja und Nein

Zum Release des Spiels hatte “The Secret World” mit Unterbewertungen und schlechten Verkaufszahlen zu kämpfen. Mittlerweile sind die Bewertungen zu Recht etwas gestiegen, denn es ist das stimmigste MMORPG, das es für dieses Setting zu bekommen gibt. Fans dieses Genres werden garantiert ihren Spielspaß daran haben, müssen dem Game aber etwas Zeit geben, um zahlreiche “Wow!”-Momente geboten zu bekommen.
83/100 Punkte

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