Review: The Walking Dead: Michonne – Episode 2

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Nach dem offenen Ende der ersten Folge, geht es nun in die zweite von drei Runden für Michonne, Titelheldin der Mini-Serie The Walking Dead: Michonne von Telltale Games. Lohnt sich auch „Give No Shelter“ für uns Spieler oder erwartet uns Langeweile trotz bewährtem Muster?

In der Kürze …

Das kann doch nicht wahr sein.
Die letzte Trophäe der Episode ploppt auf und der Ausblick auf die nächste drängt sich ins Bild, bevor der Abspann über den Bildschirm flimmert. Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass es leider doch wahr ist: „Give No Shelter“ (Gewähre keinen Unterschlupf), die zweite Folge der Mini-Serie, hat gerade einmal eine Laufzeit von knapp einer Stunde. Dann ist es auch schon vorbei und man hat das Gefühl nicht allzu viel erlebt zu haben.
Dabei knüpft sie direkt an den Cliffhanger von „In Too Deep“ an, es gibt neue Charaktere kennenzulernen, Gefahren zu überstehen und zumindest ein paar wenige wichtige Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf die letzte Episode haben werden.
Und auch einen Rückblick auf die Ereignisse während des Ausbruchs der Epidemie bekommt der Spieler spendiert.
Das alles ist interessant gehalten, spielerisch wie immer solide umgesetzt, wirkt aber aufgrund der kurzen Spielzeit dann doch sehr gehetzt.

WDM Episode 2 Screen 01

… Liegt die Würze

Dabei lässt es Folge 2 zumindest spielerisch etwas langsamer angehen. Statt sich am laufenden Band durch Gegnerhorden zu metzeln, schraubt Telltale Games die Action ein wenig zurück. Es wird geschlichen, ein Patient notdürftig verarztet und aus dem Hinterhalt aufgelauert.
Diese ruhigen Momente passen toll ins Spiel und bieten sogar einige frische Aspekte, das ändert aber leider nichts daran, dass die Handlung dabei wesentlich unfreier verläuft als noch im Vorgänger.
Richtige Rätsel sucht man wie immer erfolglos, gleiches gilt für Erkundung. Aber auch die Interaktion mit der Umgebung wurde reduziert.
Bleiben die Dialoge als Hauptmerkmal der Episode.
Und die sind äußerst gut gelungen und werden wie immer von den phantastischen Synchronsprechern getragen.
Genauso überzeugen die Neuzugänge der Gruppe und bei aller Vorhersehbarkeit der Geschichte – die wohl ebenfalls der kurzen Dauer zuzuschreiben ist – schafft es der Entwickler dann doch einen klasse Schockmoment zu inszenieren, der mich absolut überrascht hat.
Apropos: Auch wenn es insgesamt weniger blutige Abschnitte gibt, sind die im Spiel enthaltenen gleichzeitig wesentlich härter. Ich bin nicht zartbesaitet, aber man merkt deutlich, dass der Gewaltgrad innerhalb einzelner Szenen ordentlich zugelegt hat.

The-Walking-Dead-Michonne-Episode-2-Screenshot 2

FAZIT

Die zweite Episode von The Walking Dead: Michonne macht es mir nicht leicht sie zu bewerten. Einerseits bleibt technisch alles beim Alten, während spielerisch aber auch neue Akzente gesetzt werden können. Andererseits ist die deutsche Übersetzung leider noch immer fehlerhaft und die Spieldauer viel zu knapp bemessen.
Dennoch fand ich „Give No Shelter“ sehr gelungen und mochte sowohl die Reduzierung der QTEs als auch den äußerst spannenden Cliffhanger, sowie einige der – zugegeben wenigen – Schlüsselszenen der Handlung. Lässt man die Spielzeit von einer Stunde mal außer Acht, ist die zweite Folge der ersten in so ziemlich jeder Hinsicht deutlich überlegen. So allerdings bremst sich Telltale leider selbst aus.
Nichtsdestotrotz bin ich wahnsinnig gespannt auf das große Finale, denn eines kann Telltale wie kaum ein anderer: Geschichten erzählen. Weiter so!

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